Kein Nazi marschiert in Dortmund am Antikriegstag

(Foto: Dortmund stellt sich quer)

Seit Wochen haben sich antifaschistische Kräfte auf alle Eventualitäten und Szenarien, die es wie in jedem Jahr zum 1. September in Dortmund gibt, eingestellt. Ein Antifacamp, das schon seit einer Woche in der Region war, der DGB, der ein einwöchiges „Friedensfest“ veranstaltete, damit die Nazis einen zentralen Punkt am HBF nicht für ihre Propaganda nutzen konnte und Mobilisierung im Stadtteil indem der Aufmarsch stattfinden sollte. Bürgerinnen und Bürger wurden darauf aufmerksam gemacht, was am 1. September passieren sollte und wie sie sich gegen Nazis im Stadtteil Hörde wehren können
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Mit den Razzien am 23.08. ist deutlich geworden, dass auch von Seiten der Polizei und dem Innenministerium in diesem Jahr härter gegen die Nazis vorgegangen werden sollte. Als dann darauf das Verbot des Aufmarsches folgte, war klar, dass es jetzt nur noch eins geben konnte: eine Demo durch den Stadtteil, durch den die Nazis laufen wollten: auf ihrer Route, aber mit unseren Inhalten. Als SDAJ konnten wir einen lautstarken Block bilden und liefen mit dem Bündnis „Dortmund stellt sich quer“ durch Hörde. Wir machten deutlich, um was es an diesem Tag eigentlich geht: in Erinnerung an den Überfall der Faschisten am 1. September 1939, lautete die Parole des Tages: „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg.“ 2000 Menschen gingen gegen Imperialismus, Faschismus und Krieg auf die Straße.

Nach der Demonstration in Hörde entschieden sich die Teilnehmenden noch zu einer Demo in Dortmund-Dorstfeld, dem Stadtteil, den die Nazis als „Nationalbefreite Zone“ propagieren. Wir wollten deutlich machen, dass wir uns nicht von ihnen einschüchtern lassen, sondern uns ihnen aktiv in den Weg stellen. Doch diese Demo wurde von der Polizei verboten. Auch eine vorgeschlagene Alternative, eine Route durch die Innenstadt, mit der Möglichkeit nochmal die eigenen Positionen zu propagieren, wurde verboten.

Soweit geht es mit dem Antifaschismus der Polizei. Auch wenn sie sich in den Medien als „Nazijäger“ (Innenminister Ralf Jäger) darstellen, bleibt für uns klar, dass Antifaschismus immer noch Handarbeit ist. Der Staat ist mit dem Verbot des Aufmarsches einen wichtigen Schritt gegangen, dennoch bleibt festzuhalten, dass nur die kontinuierliche Arbeit von Antifaschisten und Antifaschistinnen dazu geführt hat, dass die Taten der Nazis in der Öffentlichkeit bekannt werden. In diesem Jahr ist es gelungen, dass die beiden Großaufmärsche der Nazis, im Februar in Dresden und am 1. September zu verhindern. Wir werden alle Kraft hineinstecken, dass das auch 2013 der Fall sein wird!

Dresden, Dortmund, Überall – bringt das braune Pack zu Fall!