München: Mit Fahrrädern markieren, wo der Krieg beginnt

Die Genossinnen und Genossen von der SDAJ München berichten über ihre antimilitaristische Fahrradtour:

Am 22. Oktober versammelten sich bei eisiger Kälte rund 50 Antimilitaristinnen und Antimilitaristen, um im Zuge der Kampagne »War starts here« die Orte zu markieren, an denen Konkret in München der Krieg beginnt. Wir als SDAJ waren natürlich mit von der Partie und wiesen vor allem auf die immer intensivere Werbung der Bundeswehr um »perspektivlose Jugendliche« als neues Kanonenfutter hin (siehe unten).

Mit Fahrrädern bewaffnet trafen wir uns an der LMU-München, da dort immer noch Rüstungsforschung betrieben wird. Im Jahr 2008 hat die Bundesregierung 1,1 Milliarde Euro dafür ausgegeben. Das Bundesministerium für Verteidigung (BMVg) vergab Aufträge für bundeswehrrelevante und wehrtechnische Forschung an Hochschulen in zehn Bundesländern. Insgesamt führen 27 Hochschulen derartige Projekte durch.
An anderen Universitäten wurden bereits sogenannte »Zivilklauseln« eingeführt, d.h. eine verbindliche Vereinbarung, dass an der Universität keine Rüstungsforschung betrieben werden darf.

Von der Universität ging es zur Münchner Siemens-Zentrale, denn Siemens ist – neben ihrem Atomprogramm – immer noch einer der führenden Konzerne, der bspw. mit Lenksystemen für Raketen am weltweiten Morden verdient. Auch Brennstoffzellen für U-Boote oder Zielvorrichtungen für Waffen werden hier entwickelt. Gleichzeitig arbeiten sie eng mit dem deutsch-französischen Rüstungskonzern EADS zusammen, dem zweitgrößten Rüstungskonzern Europas. Siemens ist also ein Meister der tödlichen Technologie.

Anschließend ging es zum Bayerischen Hof, in dem eine Nacht soviel kostet wie der HartzIV-Satz für einen Monat. Außerdem findet in diesem Hotel jeden Februar die sogenannte NATO-Sicherheitskonferenz statt, bei der Militärs, Rüstungskonzerne und PolitikerInnen über die nächsten Ziele der imperialistischen Aggressionen beraten. Auf dieser Tagung wurde beispielsweise auch der Afghanistan-Einsatz koordiniert. Mit den Worten »Keine Sorge, wir werden nächsten Februar wieder da sein!« setzte sich der antimilitaristische Konvoi anschließend wieder in Bewegung.

Das letzte Ziel auf der heutigen Route war das Büro der Gebirgsjäger in der Schwanthalerstraße, die sich gerne mit Massenmorden in Griechenland und Osteuropa während des zweiten Weltkriegs brüsten. So durften beispielsweise Ende Mai diesen Jahres Kinder in Bad Reichenhall in einer Nachgebauten Stadt namens »Klein-Mitrovica« Krieg spielen. Gemeint war die 107.000-Einwohner-Stadt im Norden des Kosovo. In dieser Stadt hatten die Gebirgsjäger im zweiten Weltkrieg eine Art Konzentrationslager errichtet und ermordeten tausende Einwohner.

Damit wurden also 4 Orte markiert, an denen der Krieg auch hier in München beginnt. Es gibt aber noch deutlich mehr, die markiert werden müssen. Denn Krieg beginnt hier vor Ort.