Nein zum Putschversuch in Peru!

veröffentlicht am: 16 Jun, 2021

Am 06. Juni waren 25 Millionen Peruaner aufgerufen, in der zweiten Wahlrunde einen neuen Präsidenten zu wählen. In der Stichwahl standen sich Pedro Castillo, Lehrer aus der Andenprovinz Cajamarca, und Keiko, Tochter von Ex-Diktator Alberto Fujimori, gegenüber. Brisanter hätte die zweite Wahlrunde damit nicht sein können: Keiko steht für die reaktionäre Politik ihres Vaters, der gewaltsam gegen linke Kräfte vorging, durch eine neue Verfassung Arbeitsrechte zu Gunsten des Großkapitals aufhob und 270.000 vor allem indigene Frauen zwangssterilisieren ließ. Castillo hingegen steht für eine neue Verfassung ein, die die Fujimori-Verfassung endlich zu Gunsten der arbeitenden Menschen ablösen soll. Sein Regierungsplan sieht vor, Verträge mit ausländischen Rohstoffkonzernen unter Androhung von Verstaatlichung neu zu verhandeln. Dies gilt auch für Bereiche der öffentlichen Grundversorgung, vor allem der Gesundheitssektor soll künftig staatlich verwaltet werden. Ebenso spricht er sich gegen imperialistische Interventionen auf dem Kontinent aus. Inwiefern er sein fortschrittliches Programm erfüllen kann, wird sich noch zeigen. Der mächtige rechte Block in Peru ist zu jeder Schandtat, von Amtsenthebung bis hin zu gewaltsamen Putschen, bereit.

Über eine Woche nach der Wahl ist nun immer noch kein offizielles Ergebnis verkündet worden. Castillo liegt zwar mit 50.000 Stimmen (50,14%) äußerst knapp aber inzwischen uneinholbar vorne, doch die rechten Eliten versuche bereits, das Wahlergebnis mit allen Mitteln zu annullieren. Bisher wies die staatliche Wahlbehörde jedoch alle Klagen ab. Selbst die internationale Presse spricht von verzweifelten Versuchen Keikos, einen Wahlbetrug im Stile Trumps herbei zu phantasieren, auch wenn sie gleichzeitig Castillo als gefährlichen Kommunisten diffamiert. Solidarisch mit Castillo hingegen erklärten sich unter anderem die Regierungen in Venezuela, Cuba und Bolivien.

Wir schließen uns den fortschrittlichen Kräften in Peru und Südamerika an und fordern die Anerkennung von Castillos Wahlsieg und den Stopp aller rechten Putschversuche!

Nie wieder Fujimori! Hoch die internationale Solidarität!

Stellungnahme der SDAJ, 16. Juni 2021

SDAJ Aachen
SDAJ Augsburg
SDAJ Bamberg
SDAJ Barsbüttel
SDAJ Berlin
SDAJ Blankenfelde-Mahlow
SDAJ Bochum
SDAJ Bonn
SDAJ Bremen-Oldenburg
SDAJ Cottbus
SDAJ Dortmund
SDAJ Dresden
SDAJ Düsseldorf
SDAJ Essen
SDAJ Frankenberg
SDAJ Frankfurt
SDAJ Freiburg
SDAJ Gießen
SDAJ Göttingen
SDAJ Hamburg
SDAJ Hannover
SDAJ Karlsruhe
SDAJ Kassel
SDAJ Kiel
SDAJ Köln
SDAJ Landau
SDAJ Leipzig
SDAJ Limburg-Weilburg
SDAJ Linker Niederrhein
SDAJ Lübeck Süd/Ost-Holstein
SDAJ Mainz
SDAJ Mannheim
SDAJ Marburg
SDAJ München
SDAJ Münster
SDAJ Neumarkt
SDAJ Neuss
SDAJ Nürnberg
SDAJ Osnabrück
SDAJ Ostwestfalen-Lippe
SDAJ Rostock
SDAJ Schwerin
SDAJ Siegen
SDAJ Solingen
SDAJ Stralsund
SDAJ Stuttgart
SDAJ Trier
SDAJ Tübingen
SDAJ Ulm
SDAJ Witten
SDAJ Wuppertal
SDAJ Würzburg

POSITION #5/2019

mehr zum Thema

Der Koalitionsvertrag: Kein Fortschritt für uns!

Der Koalitionsvertrag: Kein Fortschritt für uns!

Kein Fortschritt für uns. Zwei Monate nach der Bundestagswahl haben SPD, Grüne und FDP heute ihren Koalitionsvertrag vorgestellt. „Mehr Fortschritt wagen“ lautet der Titel, Ausbildungsplatzgarantie, Bürgergeld und leichterer Zugang für Bafög werden uns Jugendlichen...

mehr lesen
Stellungnahme zur Tarifrunde der Länder 2021

Stellungnahme zur Tarifrunde der Länder 2021

Aktuell laufen die Tarifverhandlungen der Landesbeschäftigten. Der erste und zweite Verhandlungsauftakt ging ohne Ergebnis zu Ende. Unter dem Tarifvertrag der Länder fallen viele Berufsgruppen, unter anderem auch die Beschäftigten der Staatlichen Schulen. Die...

mehr lesen
× Schreib uns!