Die antifaschistische Volksfront

Theorie: Der objektiv antimonopolistische Charakter des Kampfes gegen den Faschismus

Spätestens im Kampf gegen den Faschismus gingen Kommunisten und Sozialdemokraten für gemeinsame Anliegen proletarische Aktionseinheiten ein. Im Laufe des Kampfes bildeten diese die Grundlage um die politische Spaltung der Arbeiterklasse zu überwinden. In der Einheitsfront sollte die geeinte Arbeiterklasse für ihre gemeinsamen Interessen kämpfen.

KW29.3_3-16_cb_theorie-volksfrontInteressenüberschneidungen
Im Spanischen Bürgerkrieg bildeten die Kommunisten dann eine antifaschistische Volksfront mit Kräften, die sie sonst aufs schärfste bekämpften. Neben den Sozialdemokraten auch mit den Republikanern, obwohl diese den Kapitalismus erhalten wollten. Der Grund dafür lag darin, dass sich mit der Abwehr des Faschismus und anderen sozialen Forderungen die Chance für eine reale Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen für die Mehrheit der Bevölkerung ergab und sich damit auch die Kampfbedingungen für die Befreiung vom Kapitalismus insgesamt verbesserten. Ziel der Kommunisten war es alle ArbeiterInnen in der Einheitsfront zusammenzubringen und gegenüber den erstarkenden reaktionären Kräften eine antifaschistische Volksfront zu bilden. Die Grundlage eines solchen Bündnisses ist die objektive Gegnerschaft zum faschistischen Teil des Monopolkapitals.

Führung der Arbeiterklasse
Wichtig ist in einem solchen Bündnis, dass die Interessen der Arbeiterklasse und nicht die sozialdemokratische Praxis des Kompromisses mit der Bourgeoisie durchgesetzt werden. Mit dem Kampf gegen die Vormachtstellung der Monopole und die Durchsetzung demokratischer Rechte geht es langfristig also um die Erkämpfung des Sozialismus. Ziel ist es mit so einem Bündnis, die Menschen für in ihrem Interesse liegende Veränderung der Gesellschaft zu gewinnen und damit der Reaktion die Massenbasis zu erziehen. Die Volksfront vertieft so die Risse im Lager der Herrschenden. Denn die klassenbewussten Kräfte streiten für Fragen, die bürgerliche wie auch proletarische Interessen berühren genauso wie für die Sache des Sozialismus. Die Arbeiterklasse soll damit in ihrer Vorreiterrolle gestärkt werden.

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Historische Verluste und Erfolge
Das Konzept der Volksfront war historisch der entscheidende Schritt um den antifaschistischen Kampf mit seinem Bündnischarakter auf eine neue Stufe zu heben. In Spanien unterstützen die Kommunisten vor 80 Jahren die Volksfront-Regierung „Frente Popular“, die nach wenigen Monaten in einem blutigen Putsch gestürzt wurde. Damit begann der spanische Bürgerkrieg. In den 1970er-Jahren gelang es in Chile eine Volksfront-Regierung zu erkämpfen, die dann blutig weg geputscht wurde. Sogar im westeuropäischen Portugal, gelang es die faschistische Salazar-Diktatur zu stürzen, eine Landreform durchzuführen und die Banken und den Großbesitz zu verstaatlichen. Doch alle diese Beispiele konnten der Gewalt des Kapitals nicht standhalten. Nur in den Volksrepubliken in Osteuropa gelang es nach der Befreiung 1945 durch die Rote Armee der Sowjetunion und der antifaschistisch-demokratischen Umwälzung die Herrschaft des Monopolkapitals gänzlich zu zerschlagen.

Mark, München

Dieser Artikel erschien in
POSITION #3/2016
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