We did it again! Naziaufmarsch zur Geschichte gemacht!

veröffentlicht am: 20 Feb, 2012

„Dresden ist Nazifrei!“ Unter dieser Losung zogen am 18. Februar 10.000 Menschen durch die Dresdener Innenstadt. Wo noch bis vor 3 Jahren Europas größter Naziaufmarsch entlang zog, feierten am vergangenen Samstag AntifaschistInnen aus allen möglichen Spektren eine große Siegesfeier.

Seit 2009 wurden durch die Koordinierung des Bündnisses „Dresden Nazifrei!“ Massenblockaden organisiert, um die Nazis daran zu hindern, ihren Geschichtsrevisionismus zu verbreiten. Seit Jahren marschierten sie zum „Gedenken“ an die Toten der Bombardierungen von Dresden und stellen das deutsche Volk als unschuldig Leidende von diesen Bombenabwürfen dar. Dass diesen Bombardierungen eine jahrelange faschistische Regierung voranging, auf deren Konto Millionen ermordete Menschen gingen, blieb hier unerwähnt.

In den letzten drei Jahren wurden wir immer mehr und stellten uns entschlossen dem Naziaufmarsch entgegen. Auch die massive Repression der Polizei und der sächsischen Regierung hielten uns davon nicht ab. In den vergangenen 2 Jahren gelang es mit 15.000-20.000 Menschen den Naziaufmarsch zu verhindern.

Dies stellte die Nazis dieses Jahr vor einige Probleme. Aus ihren eigenen Reihen hagelte es massenhaft Kritik. Dresden als etabliertes Nazievent drohte zu kippen. Zuletzt verzichteten sie darauf, am 18.2. eine Demonstration anzumelden. Jedoch versuchten sie durch anmelden eines Fackelmarsches am 13.2. (einem Werktag) möglichen Protest zu umschiffen. Auch dieser Plan schlug fehl. Blockaden von über 6000 Menschen verkürzten die Route der Nazis auf einen lächerlichen Spaziergang. Im nach hinein entlud sich die Wut über diesen Verlust in einschlägigen Foren und Internetseiten. Sie mussten einsehen, dass sie verloren hatten.

Nichtsdestotrotz wurde es als wahrscheinlich angesehen, dass vereinzelte „Sportgruppen“ am Samstag anreisen würden um ihrem Frust Luft zu machen. Auch das Anmelden von diversen kleineren Kundgebungen im Dresdener Umland ließ darauf schließen. Genau deshalb entschlossen sich trotzdem Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet am 18. Februar nach Dresden zu reisen, um jedem Versuch eines Aufmarsches in den Weg zu treten.

Gegen 14 Uhr kam dann die Info: Bis zu diesem Zeitpunkt gab es weder in Dresden noch bei den angemeldeten Kundgebungen im Umland irgendeine Regung von rechts. Damit war klar: Wir hatten es geschafft! Europas größter Naziaufmarsch wurde zur Geschichte. Diese Information gab der Demonstration noch einmal zusätzlichen Auftrieb. Feiernd, singend und Sprechchöre rufend zog diese bunte Demonstration zum „Haus der Begegnung“, wo es mir Redebeiträgen und Konzert einen gebührenden Abschluss gab.

Wir sehen also: Massenblockaden sind ein legitimes und geeignetes Mittel, um sich Nazis in den Weg zu stellen. Unsere Solidarität gilt denen, die bspw. Verhandlungen auf Grundlage des Paragraphen 129 (Bildung einer terroristischen Vereinigung), Landfriedensbruch und anderen Punkten am Hals haben. An dieser Stelle wird deutlich, auf welcher Seite Staat und Justiz wirklich stehen. Doch wir lassen uns nicht unterkriegen.

Für Dresden gilt: ¡No pasaron! Und wir machen weiter!
Ob in Stolberg, Lübeck oder Dortmund: Wir werden Nazis zurückdrängen!
Gegen Faschismus, Rassismus und Krieg! Nazifreie Zonen schaffen!

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