München: 10 Tote beim Streetlife….

veröffentlicht am: 5 Jun, 2011

Die SDAJ München berichtet von ihrer Aktion bei „Streetlife“:

Zweimal im Jahr wird mit großem Tamtam die Leopoldstraße gesperrt, um das „Streetlife“ auszurichten, ein von „Green City“ initiiertes Stadtfest mit Bratwurstbuden und Fitnessständen, auf dem aber auch politischen Parteien vertreten sind. Mehrere Tausend Menschen lockte es bei strahlenden Sonnenschein an diesem Samstag (4.6.2011) auf die Straße.

Doch auch das schöne Wetter kann nicht über eine Tatsache hinwegtäuschen: Die NATO führt Krieg, und Deutschland ist ganz vorne mit dabei. Seit dem 19. März bombardieren die NATO-Staaten Libyen – freilich für die Menschenrechte und natürlich von einem UN-Mandat gedeckt. Für die Menschenrechte ist natürlich immer relativ. Schon 2008 titelte die ZEIT: „Alle wollen Libyens Öl“. Tatsächlich war Libyen eins der letzten arabischen Staaten, die ihr Öl nicht uneingeschränkt dem Weltmarkt zur Verfügung stellte. Auch das UN-Mandat hat einige Tücken: So erklärt es eindeutig, dass keinerlei Besatzungstruppen nach Libyen dürfen. Trotzdem werden auch weiterhin Bodentruppen von den britischen Streitkräften eingesetzt.

In Afghanistan wurden am Samstag 7 NATO-Soldaten getötet; letzte Woche erschossen deutsche Soldaten gezielt mindestens 3 Demonstranten. Aber auch an der „Heimatfront“ bleibt es nicht ruhig: Ein Bundeswehr-Jeep wurde vor zwei Wochen am Münchner Südbahnhof abgefackelt, 10 blutverschmierte Körper lagen diesen Samstag bei praller Sonne auf der Leopoldstraße, umringt von zahlreichen Schaulustigen. Auch Schüsse und ein Flugalarm waren zu hören. Das Antimilitaristische Bündnis München veranstaltete zusammen mit dem Münchner Bündnis gegen Krieg und Rassismus ein sogenanntes „Die-In“. Die etwas verstört wirkenden ZivilistInnen wurden durch zahlreiche Flugblätter zum Libyen-Krieg aufgeklärt, auch Transparente wie „Kein Frieden mit der NATO“ und „NEIN zum NATO-Krieg in Libyen“ waren zu sehen.

Einige PassantInnen versuchten ihren Kindern zu erklären, dass das ja nur Spaß sei und dass die garnicht wirklich tot sind. Andere beschwerten sich darüber, dass das „gar nicht kindgerecht“ sei. Die Kinder in Libyen, Afghanistan und Irak werden hoffentlich „kindgerechter“ ermordet.

Wir erhielten aber auch sehr viel Zuspruch und konnten auch den MünchnerInnen wieder ins Gedächtnis rufen:

Deutschland führt wieder Krieg.

SDAJ Aachen
SDAJ Augsburg
SDAJ Bamberg
SDAJ Barsbüttel
SDAJ Berlin
SDAJ Blankenfelde-Mahlow
SDAJ Bochum
SDAJ Bonn
SDAJ Bremen-Oldenburg
SDAJ Cottbus
SDAJ Dresden
SDAJ Düsseldorf
SDAJ Essen
SDAJ Frankenberg
SDAJ Frankfurt
SDAJ Freiburg
SDAJ Gießen
SDAJ Göttingen
SDAJ Hamburg
SDAJ Hannover
SDAJ Karlsruhe
SDAJ Kassel
SDAJ Kiel
SDAJ Köln
SDAJ Landau
SDAJ Leipzig
SDAJ Limburg-Weilburg
SDAJ Lübeck Süd/Ost-Holstein
SDAJ Mainz
SDAJ Mannheim
SDAJ Marburg
SDAJ Mu?nster
SDAJ München
SDAJ Neumarkt
SDAJ Neuss
SDAJ Nürnberg
SDAJ Osnabrück
SDAJ Ostwestfalen-Lippe
SDAJ Rostock
SDAJ Schwerin
SDAJ Siegen
SDAJ Solingen
SDAJ Stralsund
SDAJ Stuttgart
SDAJ Trier
SDAJ Tübingen
SDAJ Ulm
SDAJ Witten
SDAJ Würzburg

POSITION #5/2019

mehr zum Thema

Solidarität mit den Berliner Krankenhausstreiks!

Solidarität mit den Berliner Krankenhausstreiks!

Seit Donnerstag, dem 9. September befinden sich Beschäftigte der Berliner Charité und des Vivantes-Konzerns im unbefristeten Streik. Sie kämpfen für einen Entlastungstarifvertrag, an der Charité ist das nach 2015 der zweite Anlauf. Im befristeten Streik sind außerdem...

mehr lesen
Inszenierung der militärischen Evakuierung

Inszenierung der militärischen Evakuierung

Obwohl die gesellschaftliche Debatte um den „militärischen Evakuierungseinsatz“ Ende August groß war, war die Auswirkung des nachträglich erteilten Mandats durch den Bundestag für den Einsatz belanglos. Denn die Bundeswehr hatte schon ein Mandat für einen Einsatz in...

mehr lesen
× Schreib uns!