1. Mai – Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse

veröffentlicht am: 6 Mai, 2009

1. Mai - Internationaler Kampftag der ArbeiterklasseDer 1. Mai war, ist und wird der internationale Kampftag der Arbeiterklasse. Zehntausende Kolleginnen und Kollegen gehen jedes Jahr weltweit auf die Straße, um für ihre Rechte zu demonstrieren. An dieser Stelle dokumentieren wir die Rede der SDAJ auf der Maifeier in München.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Genossinnen und Genossen,

Bertold Brecht sagte einmal:
„Wenn das Haus eines großen zusammenbricht
Werden viele Kleine erschlagen.
Die das Glück der Mächtigen nicht teilten
Teilen oft ihr Unglück. Der stürzende Wagen
Reißt die schwitzenden Zugtiere
Mit in den Abgrund.“

Wie recht Brecht damit hatte, sehen wir heute bei der aktuellen Krise des Kapitalismus. Die so genannte „Finanzkrise“ hat sich unlängst auch auf die materielle Produktion ausgeweitet. Opel und Schäffler sind nur zwei Beispiele dafür. Über 1,7 Millionen Kolleginnen und Kollegen stehen, laut Handelsblatt, in der BRD in Kurzarbeit. Millionen von Arbeiterinnen, Arbeiter und Angestellten in
Deutschland und weltweit müssen um ihren Arbeitsplatz fürchten. Laut der Wochenzeitung „Die Zeit“ fürchten sich über 70% der unter 30jährigen vor Arbeitslosigkeit. Für den kleinen Mann bzw. Frau unglaubliche Summen in 3 stelliger Milliarden Höhe schmeißen die einzelnen Staaten ihren
Banken und Konzernen in den Rachen. Milliarden, die wir produziert haben und uns fehlen werden!

Gerade die Jugend leidet unter Fuchtel des Kapitalismus. Und das nicht erst seit Beginn der Krise.Angeblich fehlt das Geld für Bildung, während es gleichzeitig für Kriege vorhanden ist. Oder aber für die Banken. Aber es sind nicht nur finazielle Schranken, welche der Jugend im Wege stehen, sondern auch strukrurelle. Das dreigliedrige Schulsystem legt schon nach der 5. Klasse fest, welchen Stand wir in der Produktion unserer Gesellschaft einnehmen werden. Als wäre das nicht schon genug, fehlen uns nach unserer Schullaufbahn erst einmal Ausbildungstellen oder Studienplätzen. Sind wir mit der Ausbildung fertig, werden wir häufig nicht übernommen und finden keinen Arbeitsplatz. In Folge dessen müssen wir dann von Hartz IV leben oder erniedrigende Pseudoangebote annehmen, wie etwa schlecht bis gar nicht bezahlte Praktika. Oder aber zur Bundeswehr gehen, um als anständige Deutsche die Interessen unserer Imperialisten am Hindukusch oder am Horn von Afrika zu verteidigen. Denn für die Armee ist ja Geld da.

Die Krise verschärft diese Jugendfeindlichkeit des Systems. So fehlten laut DGB Jugend im März über 18.000 betriebliche Ausbildungsstellen. Damit fehlen 5,4% mehr betriebliche Ausbildungsplätze als im gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr. Und wer wird wohl, wenn die Krise erst einmal vorbei ist, deren Schulden bezahlen? Sicherlich nicht die Banken und Konzerne, die mit diesem Geld gerettet wurden, und wieder hohe Gewinne erzielen. Sonder die Menschen, welche die Krise an den Rand der eigenen Existenz drängte. Und natürlich die Jugend. Denn durch die Staatsverschuldung wird noch mehr an Bildung eingespart werden „müssen“, zum Beispiel in dem die Klassen noch größer gemacht werden und die Beschränkungen an den Hochschulen und Gymnasien noch schärfer werden. Denn eine längere öffentliche Ausbildung kostet mehr Geld. Und natürlich werden die Betriebe auch weniger ausbilden, denn das würde ja den Aufschwung bremsen. Bis dann die nächste Krise folgt, und sie wieder nicht ausbilden können, da ja nun wieder Krise ist.

Dies alles zeigt, wie verlogen unsere selbst ernannten Herren in Politik und Wirtschaft auftreten. Sie versuchen uns weiß zu machen, das es nicht die Krise der Kapitalisten ist, sondern unser aller Krise. Das mensch jetzt zusammenhalten muss, um gemeinsam einen Weg hinaus zu finden. Doch ihr Geschwafel stinkt vor Lügen.

Auch darauf hatte Brecht eine passende Antwort:

„Reicher Mann und armer Mann
Standen da und sahn sich an.
Und der Arme sagte bleich:
Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.“

Doch diese Krise erschüttert auch die bestehenden Verhältnisse. Der Sieg der Bourgeoisie und ein Kapitalismus auf Ewigkeit – dieses Bild, was sie uns seit dem Zusammenbruch des sozialistischen Lagers in Osteuropa und Asien weiß machen wollten, gerät ins Wanken. Erfolgsprojekte der Imperialisten, wie zum Beispiel die EU, verlieren angesichts der Krise ihre Ausstrahlungskraft. Das ist auch nicht verwunderlich, denn solange sprichwörtlich der Rubel rollt ist ein mehr oder weniger gemeinsames Vorgehen für die Imperialisten von Vorteil. Erst in der Krise, wie schon Lenin erkannte, zeigt sich die zwischenimperialistische Konkurrenz immer deutlicher. Die protektionistische Politik Frankreichs oder der USA sind genauso Anzeichen dafür wie die Gebete der Bundesregierung für den Freihandel. Jeder versucht in der Krise für seine Bourgeoisie noch den größtmöglichen Profit zu beschaffen.

Aber es zeigt auch, das ihre Krise, die Krise der Flowers und der Schäfflers nicht unsere ist. Sie ist nicht die Krise der arbeitenden und lernenden Jugend, sie ist nicht die Krise der Arbeiterinnen, Arbeiter und Angestellten. So sagt auch die Ver.di Jugend in ihren „Acht Thesen zur Krise“, dass, ich zitiere, „Die Zeit für eine andere Gesellschaft reif ist“, da „der Kapitalismus nicht mehr funktioniert. […] Zu gewaltig ist der innere Widerspruch des Kapitalismus. Zwischen der
gesellschaftlichen Organisation der Arbeit und der privaten Aneignung ihrer Ergebnisse. Zu flach das Streben nach Profit als Triebkraft der menschlichen Entwicklung. Absurd die Konkurrenz zwischen den Menschen. Zwischen den Klassen. Zwischen den Staaten. Zwischen Nord und Süd. Zwischen Asien, Europa und Amerika. All das wird immer abstruser.“

Das der Kapitalismus nicht absurd ist, sondern seinen eigenen inneren Gesetzmäßigkeiten folgt und daraus die realen Möglichkeiten erwachsen ihn zu überwinden. Das es nicht reicht den Kapitalismus abzulehnen, sondern eine Alternative zu entwickeln, die Sozialismus heißt und in unseren heutigen
und zukünftigen Kämpfen immer konkretere Formen annehmen wird. Dafür braucht es Kommunistinnen und Kommunisten. Dafür brauchen wir eine starke, selbstbewusste kommunistische Bewegung, die ihre revolutionäre Politik auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus entwickelt und betreibt.

Heute am Vorabend des 1. Mais, dem internationalen Kampftag der Arbeiterklasse, lasst uns feiern und morgen umso stärker und kraftvoller für den revolutionären Bruch mit den bestehenden Verhältnissen demonstrieren. Denn der Sozialismus ist machbar. Und eine andere Welt ist nur im Sozialismus möglich!

Hoch die internationale Solidarität!
Es lebe der Klassenkampf!
Es lebe der Sozialismus!

 

Die Rede wurde auf der Maifeier von DIDF, KKE, KNE, DKP und SDAJ am 30.4.2009 gehalten.

Quelle: SDAJ München

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