Tarifrunde im öffentlichen Dienst

veröffentlicht am: 20 Okt, 2022

Vor wenigen Tagen wurden die Forderungen der Gewerkschaft ver.di für die Tarifrunde öffentlicher Dienst veröffentlicht. Direkt betroffen von dieser Runde sind 2,3 Millionen Beschäftigte und indirekt nochmal deutlich mehr. Damit ist die Tarifrunde, die zu Beginn nächsten Jahres startet mit die wichtigste in der BRD.

Forderungen

Die Forderungen zur Lohnerhöhung sind min. 500 Euro für die Ausgelernten und 200 Euro Lohn für Auszubildende. Außerdem einigte man sich darauf die Laufzeit des neuen Vertrages auf 12 Monate zu beschränken. Für die Auszubildenden will man noch eine Verlängerung der Übernahmeregelung erreichen.

Tarif machen!

Klar ist, gegen die hohe Inflation helfen keine Einmalzahlungen und erst Recht keine „Energiezuschüsse“ vom Staat. Langfristig kann wir nur über Lohnerhöhungen eine Verarmung verhindern. Diese Lohnerhöhung müssen wir uns gegen die Interessen der Regierung alles kurz und klein zu sparen erkämpfen. Wie sehr versucht wird Stimmung gegen den Streik zu machen lassen sich aus den zahlreichen mehr oder weniger seriösen Zeitungen entnehmen, wenn prophezeit wird ein Streik wäre das schlimmste was passieren könnte. Viele Tausend Kollegen und Kolleginnen die an der Forderungsfindung teilnahmen wissen es besser. Jetzt gilt es diesen Tarif zu machen, um uns vor den gröbsten Folgen der Inflation zu schützen.

Richtige Richtung

Die 500 Euro sind eine gute Forderung und würden den Beschäftigten direkt weiterhelfen. Auch die 12 Monate Laufzeit sind ein absolutes Muss, denn wer weiß wie die Lage in einem Jahr ist. Selbst wohlwollende Experten gehen davon aus, dass die Inflation auch nächstes Jahr weiter steigen wird. Dann müssen die Löhne entsprechend angepasst werden.

Die 200 Euro für sie Auszubildenden liegen wohl unter dem was sich in vielen Bezirken erhofft wurde. Auch wenn die 200 Euro natürlich hilfreich wären, ist hier fast gar kein Verhandlungsspielraum mehr nach unten, wenn etwas bei rumkommen soll. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass in der Forderungsfindung die Arbeitszeitthematik, die seit Jahren von Kollegen und Kolleginnen eingefordert wird, mehr oder weniger direkt ausgeklammert wurde.

Es geht los!

Schon bald dürfte es in den Betrieben mit der Vorbereitung auf die Tarifrunde losgehen. In Anbetracht der momentanen Situation sind die Kolleginnen und Kollegen ohnehin tagtäglich mit der Inflation konfrontiert. Für alle Mitglieder der Gewerkschaft in den Betrieben geht es jetzt darum aufzuzeigen, dass das Gegenmittel zur Inflation die Lohnerhöhung ist und dass diese Lohnerhöhung nur über den Weg des Arbeitskampfes, des Streiks zu erreichen ist.

Wir, die SDAJ, solidarisieren uns mit den Kollegen und Kolleginnen in diesem Kampf und werden ihn unterstützen wo wir können.

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