Karl und Rosa – Erinnern heißt Kämpfen

veröffentlicht am: 15 Jan, 2021

Karl und Rosa – Erinnern heißt Kämpfen

Genau 102 Jahre ist es her, am 15. Januar 1919, dass die beiden KPD-GründerInnen Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, feige von reaktionären Freikorps ermordet wurden. Die verräterische SPD-Führung sah die Morde wohlwollend, wurden doch so der kommunistischen Bewegung in Deutschland die Köpfe abgeschlagen. Mit der Bewilligung der Kriegskredite und ihrer Burgfriedenspolitk, an denen sich die konsequenten RevolutionärInnen Liebknecht und Luxemburg nicht beteiligten, hatte jene SPD-Führung bereits klar gemacht, dass sie die Interessen der Arbeiterklasse gegen die der deutschen Bourgeoisie getauscht hatten. Erst schickten sie Millionen in den Tod auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs, dann spielten Gustav Noske und Co. bei der Niederschlagung der Novemberrevolution den „Bluthund“.
Rosa und Karl blieben der Sache der Ausgebeuteten treu, dafür gingen sie in den Knast (Luxemburg saß z.B. ganze 40 Monate während des Krieges in Haft) und ließen letztlich ihr Leben.
Dass wir ihnen gedenken, hat nichts mit Nostalgie zu tun. Sie geben uns bis heute wichtige Lehren an die Hand, wenn es darum geht, sich nicht vom herrschenden System integrieren und verbiegen zu lassen! Sondern, wie Karl, konsequent in der herrschenden Klasse des eigenen Landes keine Bündnispartnerin, sondern den Hauptfeind zu erkennen. Rosas Kampf in der SPD und später im Aufbau der KPD zeigt, dass die Errungenschaften des wissenschaftlichen Sozialismus konsequent verteidigt werden müssen gegen Leute wie Eduard Bernstein, die die Revolution für unnötig erachteten und nur noch den Kapitalismus irgendwie schönreformieren wollten.
Was passiert, wenn man Frieden mit den herrschenden Verhältnissen schließt und den Marxismus abwrackt, zeigte die deutsche Sozialdemokratie als Regierungspartei(en) in einem bürgerlichen Staat deutlich: auf dem alljährlichen Gedenken an Lenin, Liebknecht und Luxemburg, griff die Polizei eine völlig friedliche, alle Corona-Maßnahmen diszipliniert einhaltende Demo an. Dutzende wurde festgenommen, viele verletzt, Menschen wurden die Krücken weggetreten und aus ihren Rollstuhl gezerrt. Die Prügelorgie drängte die DemoteilnehmerInnen dicht zusammen, über lange Zeit war es nicht möglich, ausreichend Abstand zu halten. Begründet wurde der völlig überzogene, brutale Einsatz damit, dass Symbole der ostdeutschen FDJ gezeigt wurde. Symbole, die keineswegs verboten sind (siehe dazu: https://www.redglobe.de/2021/01/sdaj-berlin-zum-angriff-der-polizei-auf-ll-demo/). Passiert ist all das in einem „rot-rot-grün“ regierten Bundesland, Berlin.
Am 14. Januar, 1919, ein Tag vor der Ermordung Liebknechts und Luxemburgs, druckte die Rote Fahne, Parteiorgan der junge KPD, Rosa Luxemburgs letzten Artikel. Darin heißt es: „‘Ordnung herrscht in Berlin!‘ Ihr stumpfen Schergen! Eure ‚Ordnung‘ ist auf Sand gebaut. Die Revolution wird sich morgen schon ‚rasselnd wieder in die Höh’ richten‘ und zu eurem Schrecken mit Posaunenklang verkünden: ‚Ich war, ich bin, ich werde sein!‘“
Die Ordnung, die eine kommunistische Gedenkdemo zusammenprügelt, Faschisten aber ungehindert aufmarschieren und morden lässt, ist und bleibt auf Sand gebaut. Sie ins Wanken zu bringen, ist aber unsere Aufgabe als KommunistInnen in diesem Land. Das haben uns Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg gezeigt. Indem wir ihren Kampf fortführen, erinnern wir an die beiden GenossInnen und die vielen anderen, die von der Reaktion gefoltert und ermordet wurden und werden!

SDAJ Aachen
SDAJ Augsburg
SDAJ Bamberg
SDAJ Barsbüttel
SDAJ Berlin
SDAJ Blankenfelde-Mahlow
SDAJ Bochum
SDAJ Bonn
SDAJ Bremen-Oldenburg
SDAJ Cottbus
SDAJ Dresden
SDAJ Düsseldorf
SDAJ Essen
SDAJ Frankenberg
SDAJ Frankfurt
SDAJ Gießen
SDAJ Göttingen
SDAJ Hamburg
SDAJ Hannover
SDAJ Karlsruhe
SDAJ Kassel
SDAJ Kiel
SDAJ Köln
SDAJ Landau
SDAJ Leipzig
SDAJ Limburg-Weilburg
SDAJ Lübeck Süd/Ost-Holstein
SDAJ Mainz
SDAJ Mannheim
SDAJ Marburg
SDAJ Mu?nster
SDAJ München
SDAJ Neumarkt
SDAJ Neuss
SDAJ Nürnberg
SDAJ Osnabrück
SDAJ Ostwestfalen-Lippe
SDAJ Rostock
SDAJ Schwerin
SDAJ Siegen
SDAJ Solingen
SDAJ Stralsund
SDAJ Stuttgart
SDAJ Trier
SDAJ Tübingen
SDAJ Ulm
SDAJ Witten
SDAJ Würzburg

POSITION #5/2019

mehr zum Thema

Die Bundeswehr im Inneren

Die Bundeswehr im Inneren

Die Bundeswehr im Inneren Neue militaristische Realität für die deutsche Jugend Immer häufiger sind scharfe Polizeikontrollen, martialisch patrouillierende militarisierte Polizisten und uniformierte Soldaten an Bahnhöfen zu sehen. Spätestens seitdem Ende letzten...

mehr lesen
Geld ist genug da.

Geld ist genug da.

Dieses Jahr steigt der Rüstungshaushalt um mehr als 1,2 Milliarden Euro auf 47 Milliarden Euro an. Und das obwohl uns das Geld in der Pandemie an allen Ecken und Enden fehlt. Es gibt nicht genug Geld um ausreichend Intensiv-PflegerInnen einzustellen, sodass billigend...

mehr lesen