Fast Food Workers United

veröffentlicht am: 12 Jun, 2020

Wir haben Martin Mura, Gewerkschaftssekretär bei der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Dortmund, zur aktuellen Kampagne befragt.

POSITION: Die NGG hat in den letzten Monaten die Kampagne “Fast Food Workers United” durchgeführt. Wie ist die Kampagne bei euch gelaufen?

Martin Mura: Die Kampagne ist gut gelaufen. Uns war es wichtig, dass wir eine einheitliche Außenwirkung herstellen und die Themen der Branche öffentlich platzieren und thematisieren.

Welche Schwerpunkte hat die Kampagne gesetzt?

Schwerpunkt der Kampagne waren die „plakativen“ 12 Euro. Hierbei wollten wir auf die Armutslöhne der Branche hinweisen und gerade mit den 12 Euro eine hohe Identifikation bei den Beschäftigten und der Öffentlichkeit erreichen. Außerdem wollten wir die verschiedenen Marken und ihre Beschäftigten, die teilweise unterschiedliche Konzepte und auch andere Unternehmenskulturen verkörpern, zusammenbringen. Am Ende wollten wir, dass sich die verschiedenen Beschäftigten für ihre gemeinsame Forderung solidarisieren.

Wie zufrieden seid ihr mit den Resultaten der Kampagne?

Wir haben die 12 Euro zwar nicht auf Anhieb erreicht. Aber diese steht nach knapp vier Jahren in der Tarifgruppe zwei auf den Lohnzettel der Kolleginnen und Kollegen. Dadurch haben wir eine Lohnsteigerung von fast 30 % erreicht. Das ist ein toller Erfolg, auch wenn wir gerne die 12 Euro schneller erreicht hätten. So einen Abschluss gab es in der Systemgastronomie noch nie! Damit endet aber nicht die Kampagne, wir wollen auf das Bestehende aufbauen und die Branche mit den neu gewonnenen Kolleginnen und Kollegen weiter verbessern.

Was sind die Schwierigkeiten dabei, in der Branche junge Leute zu mobilisieren?

Die Schwierigkeit liegt hierbei auf der kurzen Beschäftigungsdauer. Viele der jüngeren Kolleginnen und Kollegen sind entweder 450 Euro Kräfte (Schüler, Studenten) oder sie bleiben nicht lang genug in der Branche tätig. Der gewerkschaftliche Gedanke „Solidarität“ wird zudem vielen jungen Menschen im Elternhaus oder in der Schule nicht mehr näher gebracht. Deshalb müssen wir mit guten Beispielen im Betrieb viel Überzeugungsarbeit leisten, um Gewerkschaft wieder erleb- und erfassbar zu machen.

Flo, Düsseldorf

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