Prekär und Systemrelevant – Die Situation im Einzelhandel

veröffentlicht am: 24 Apr, 2020

Täglich sind in allen Medien neue Fallzahlen vom Corona Virus zu lesen. Im Rahmen der weltweiten Pandemie ist quasi das gesamte öffentliche Leben mit einem Schlag zum erliegen gekommen. Für viele von uns sind Kurzarbeit oder HomeOffice – sofern wir unsere Jobs überhaupt behalten konnten – Teil unseres Alltags geworden. Doch für Teile der Beschäftigten geht die Arbeit ganz normal weiter, ja wird sogar noch ausgedehnt. Die am direktesten davon betroffenen Berufsgruppen sind unter Anderem die Beschäftigten in den Krankenhäusern und die Kolleginnen und Kollegen im Einzelhandel.

Gerade die Situation Letzterer hat sich in Zeiten des Corona-ShutDowns deutlich verschlechtert. Die Ladenöffnungszeiten wurden ausgedehnt, während gleichzeitig die Möglichkeit der Sonntagsöffnungen deutlich ausgeweitet wurde.

Und auch sonst, ist die Situation für die Kolleginnen und Kollegen nicht gerade einfach. In den Gängen der meisten Supermärkte ist es fast unmöglich die ausreichenden Sicherheitsabstände einzuhalten und obwohl es inzwischen in den meisten Supermärkten Schutzvorrichtungen gibt, die eine Tröpfcheninfektion durch Kunden an der Kasse verhindern sollen, sind Kassiererinnen und Kassierer dennoch einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt, als andere Berufsgruppen, die sich einfach ins HomeOffice zurückziehen können.

Gerade unter Berücksichtigung dieser Umstände, kann die Forderung der Arbeitgeberverbände im Einzelhandel die Löhne im Einzelhandel bis Ende 2020 nicht weiter zu erhöhen nur noch als Skandal bezeichnet werden. Denn während die Beschäftigten der Branche mit Arbeitszeitverlängerung, Arbeitsverdichtung und Gefährdung ihrer eigenen Gesundheit das öffentliche Leben – soweit es noch existiert – am Laufen halten, blocken die Arbeitgeberverbände voll und ganz ab und weigern sich den Beschäftigten, die momentan täglich beweisen wie wichitg ihre Arbeit ist, ihre wohlverdiente Gehaltserhöhung.

Wir fordern:
• Sofortige Rücknahme der Arbeitszeitverlängerung
• Ein Lohnplus für unsere Kolleginnen und Kollegen im Einzelhandel von mindestens 7%
• Bereitstellung aller notwendigen Mittel durch die Arbeitgeber, um den gesundheitlichen Schutz der Kolleginnen und Kollegen bestmöglich zu gewährleisten.

SDAJ Aachen
SDAJ Augsburg
SDAJ Barsbüttel
SDAJ Berlin
SDAJ Bochum
SDAJ Bonn
SDAJ Bremen-Oldenburg
SDAJ Cottbus
SDAJ Dresden
SDAJ Düsseldorf
SDAJ Essen
SDAJ Frankfurt
SDAJ Göttingen
SDAJ Hamburg
SDAJ Hannover
SDAJ Kassel
SDAJ Kiel
SDAJ Köln
SDAJ Landau
SDAJ Leipzig
SDAJ Limburg-Weilburg
SDAJ Lübeck Süd/Ost-Holstein
SDAJ Mainz
SDAJ Mannheim
SDAJ Marburg
SDAJ München
SDAJ Neumarkt
SDAJ Neuss
SDAJ Nürnberg
SDAJ Osnabrück
SDAJ Ostwestfalen-Lippe
SDAJ Rostock
SDAJ Schwerin
SDAJ Siegen
SDAJ Solingen
SDAJ Stuttgart
SDAJ Trier
SDAJ Tübingen
SDAJ Ulm
SDAJ Witten
SDAJ Würzburg

POSITION #5/2019

mehr zum Thema

Metall- und Elektroindustrie: Abschluss oder Kapitulation?

Metall- und Elektroindustrie: Abschluss oder Kapitulation?

Am 19. März kam es, im Schatten schockierender Meldungen über Corona, zu einem Tarifabschluss der IG Metall NRW mit dem Arbeitgeberverband METALL NRW. Dieser Abschluss kam auch für viele Metaller recht unerwartet, so hatte Jörg Hofmann, Vorsitzender der IG Metall bis...

mehr lesen
Stadt, Land, Profit! – Die Fahrplaneinschränkungen der DB

Stadt, Land, Profit! – Die Fahrplaneinschränkungen der DB

Aufgrund des Corona-Virus ist das öffentliche Leben weitgehend zurückgefahren worden. Mit dabei ist das Verkehrswesen. Infizierte die reisen, riskieren nicht nur das Übertragen von Viren in Regionen, die bisher noch nicht betroffen sind. Das Virus kann sich in den...

mehr lesen