Los Fastidios auf dem Festival der Jugend

Italienischer Oi-Punk gegen Faschismus

Dutzende Menschen vor einer kleinen Bühne. Jugendliche aus der Ultra-Szene, alt und jung, Skinheads und Punks. Alle tanzen gemeinsam auf einer kleinen Tanzfläche und gröhlen die antifaschistische Hymne: „Come on, Come on, Antifa Hooligans!“.

Los Fastidios, 1991 gegründet und seitdem mit über tausend Konzerten auf Tour, spielten im September 2016 in Darmstadt. Eingeladen wurde die Street- und Oi-Punk Band aus dem italienischen Verona von den Ultra-Gruppierungen vom Fußballverein SV Darmstadt 98 und den „Skinheads against Racial Prejudice“-Darmstadt, kurz S.H.A.R.P.

Die Einnahmen gingen an die Darmstädter Flüchtlingshilfe. Das Konzert „Lilienfans gegen Rechts“ war ein wichtiges Zeichen gegen Nazi-Hooligans, die versuchen in den Stadien ihre faschistische Propaganda zu verbreiten. Das war wohl auch ein Grund das Lied „Antifa Hooligans“ zu schreiben, das international von Antifaschistinnen und Antifaschisten gesungen wird und Ultra-Gruppierungen weltweit immer noch beeinflusst.

Pogo bis zur Revolution

Seit 26 Jahren singt die Band von Revolution, Solidarität und Fußball. Texte über die Arbeiterklasse und das Leben als Skinhead begleiten die melodischen Lieder, die mehr als nur Punk sind. Tanzbarer Ska und schneller Rock’n’Roll haben auch großen Einfluss auf ihre bisherigen CDs genommen und verwandeln jedes Festival, jedes politische Zentrum und besetzte Haus, auf und in dem Los Fastidios auftreten, in eine große Party mit Pogo, Bier und Spaß.

Klare Kante gegen Faschos in der Kurve und auf Konzerten

Die Band unterstützt in Italien viele politische Projekte wie die italienischen Ableger der weltweiten S.H.A.R.P. und R.A.S.H.-Bewegungen (Red and Anarchist SkinHeads). Enrico, der Sänger und Gründer der Band, sagte einmal in einem Interview, dass er unpolitische Skinheads nicht verstehen könne, aber auch den ein oder anderen auf seinen Konzerten akzeptiere. Vielleicht lassen sie sich ja beeinflussen. Mit denen, die am Wochenende darauf ein rechtes Konzert besuchen und mit Faschisten feiern, habe er aber ein Problem. Man kann sie nicht unpolitisch nennen und diese lasse er nicht auf ein antifaschistisches Konzert. Auch die Hausbesetzer-Bewegung in Italien wie „Centri Sociali“ und zwei große, antirassistische Events in der Ultra-Szene, die antirassistische Fussball-WM in Montecchio und die Raduno Internazionale Antirazzista in Terni, wo viele Ultras und Fußballfans aus ganz Europa zusammenkommen, werden von der Band unterstützt.

Die Internationalisten von Los Fastidios sind schon seit längerem eine feste Größe in der antifaschistischen Ultra- und in der Punk-Szene, touren in verschiedensten Ländern und werden dieses Jahr das Festival der Jugend Anfang Juni in Köln rocken.

Josh, Gießen