#erlebenwasverschwindet zu #erkämpfenwaswirbrauchen

veröffentlicht am: 3 Feb, 2016

Tarifrunde 2016

Die deutsche Telekom läuft auf Hochtouren. 2014 verdreifacht sie ihre Gewinne, und auch 2015 steht sie mit fast zweistelligem Umsatzwachstum außerordentlich gut da – die Aktionäre freuen sich.

Doch bei euch sieht es anders aus: Im März stehen wie jedes Jahr die Tarifauseinandersetzungen zwischen ver.di und der Geschäftsleitung an – es geht um ein Lohnplus von 5%, eine stärkere Anhebung der unteren Lohngruppen und den Ausschluss von Beendigungskündigungen. Denn trotz Gewinne droht die Telekom mit Personalabbau in einigen Geschäftsbereichen – alles in allem Gründe genug, dass ihr selbst aktiv in die Auseinandersetzung einzugreifen: Bei Warnstreiks, Verhandlungsrunden und in der Diskussion mit den Kollegen und Kolleginnen.

Ausbildungsplatzabbau trotz Gewinne

Auch bei der Jugend zeigt  die Geschäftsführung harte Kante: Zwar konnte im Zusammenhang mit #erlebenwasverschwindet die massive Senkung der Ausbildungsplätze abgemildert werden – deutlich weniger als vorher sind es aber dennoch. Als Ausgleich fordert ver.di im Ausbildungsbereich  die Erhöhung der Vergütung für Auszubildende und Dual Studierende und der Einmalprämie für „EQs“ (Einstiegsqualifizierung) um 60 Euro. Außerdem wird die Anhebung der Unterhaltsbeihilfe für Auszubildende, die für die Ausbildung umziehen müssen, gefordert. Die geforderte Erhöhung für die Einmalprämie für „EQs“ ist gut und richtig, wir sollten aber dennoch nicht die Augen davor verschließen, wohin die Geschäftsführung will: Weniger Ausbildungsplätze, mehr „EQs“: Denn die sind wesentlich günstiger und wer nach dem Jahr für gut befunden wurde kann einen der nun weniger gewordenen Ausbildungsplätze bekommen – und braucht etwas weniger Anleitung und kann mehr für den Gewinn des Unternehmens arbeiten.

Gemeinsam konsequent kämpfen – Gegen Personalabbau und für Arbeitszeitverkürzung!

Es heißt also, sich nicht in „EQs“ und Azubis spalten zu lassen, sondern gemeinsam das Erkämpfen was nötig ist: Ein Ende des Ausbildungsplatzabbaus und einen Lohn, der zum Leben reicht! Das wird aber mit Sicherheit nicht in noch so geschickten Verhandlungen zu erreichen sein.Die Aktionen während des #erlebenwasverschwindet waren gut, doch letztlich müssen wir einen Schritt weiter gehen. Denn das Unternehmen verfolgt das Ziel, die Erwartungen der Aktionäre – der Eigentümer des ehemaligen Staatsunternehmens – auf Teufel komm raus zu befriedigen. Ohne Arbeitskämpfe und die Bereitschaft zum Streik werdet ihr den Kürzeren ziehen.

Es kommt also darauf an, dass ihr euch alle, ob Angestellte, Beamte, Auszubildende oder Studierende, in der Gewerkschaft organisieren und dort ein entschlossenes und kämpferisches Vorgehen einfordern!

Vor dem Hintergrund des andauernden Personalabbaus und der Einschnitte bei Ausbildung und Übernahme wird es auch Zeit, den Kampf um die Verkürzung der Wochenarbeitszeit aufzunehmen. Denn langfristig können so Stellenabbau, Befristung und prekäre Jobs gebremst werden – wenn jeder und jede von uns bei gleichem Lohn weniger arbeitet, müssen die Unternehmen mehr Menschen einstellen und Teilzeit und Befristung in unbefristete Vollzeitstellen umwandeln. Daher:

30 Stunden bei vollem Lohn- und Personalausgleich!

Hier kannst du die Solierklärung als Flyer runterladen:

SDAJ Aachen
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POSITION #5/2019

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