Gefährliche kriegerische Eskalation im Jemen

Angesichts der Kriege in der Ukraine, Syrien und Kurdistan wird der von den USA und ihren Verbündeten de facto geführte Krieg im Jemen in der deutschen und westlichen Öffentlichkeit kaum wahrgenommen oder diskutiert. Der seit 2004 schwelende Konflikt zwischen der damaligen sunnitisch dominierten Regierung und schiitischen Rebellen hatte sich 2012 zu einem landesweiten Bürgerkrieg ausgeweitet. Im Februar übernahmen die Rebellen die Macht und eroberten die Hauptstadt Sanaa. Seitdem führt das Regime in Saudi-Arabien in Abstimmung mit der ägyptischen Militärdiktatur und mit US-amerikanischer Unterstützung eine Militärintervention gegen den Jemen durch. Kampfflugzeuge und Bodentruppen aus Saudi-Arabien kämpfen im Jemen gegen die schiitischen Ansarollah-Rebellen, während die USA logistische und geheimdienstliche Hilfestellung leisten und Waffen liefern. Gemeinsam mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und den USA blockiert die saudische Marine außerdem die Seewege in den Jemen. Da das Land stark von Lebensmittelimporten abhängig ist, droht deshalb eine Hungerkatastrophe. Nun wird in mehreren Zeitungen berichtet, dass Saudi-Arabien und Ägypten möglicherweise eine groß angelegte Bodenoffensive im Jemen vorbereiten. Es ist absehbar, dass diese Eskalation des Krieges weiteres massenhaftes Elend und Tod produzieren wird. Hintergrund ist das Interesse der imperialistischen Staaten, allen voran der USA, aber auch Deutschlands, ihren Einflussbereich im Nahen und Mittleren Osten auszubauen. Die Kontrolle über diese Region, in der die Mehrheit der globalen Ölreserven lagern, ist immer noch von strategischer Bedeutung für die Konzerne und Banken aus Europa und den USA.
Der Krieg des US-Imperialismus und seiner Verbündeten im Jemen hat nichts mit dem Schutz der Menschenrechte oder der sunnitischen Bevölkerung zu tun. Es handelt sich um einen imperialistischen Weltordnungskrieg, bei dem die schiitischen Rebellen als (potentielle) Verbündete des Iran und der libanesischen Hisbollah ausgemerzt werden sollen. Die „westliche Wertegemeinschaft“ schreckt, so wie immer, nicht davor zurück, mit dem Terrorregime in Saudi-Arabien gemeinsame Sache zu machen und über Berge von Leichen zu gehen, sobald es ihren eigenen Interessen nützt.

Wir fordern:
# Den Stopp jeder Intervention der USA, Ägyptens, Saudi-Arabiens und ihrer Verbündeten im Jemen!
# Deutschland raus aus der NATO, Stopp deutscher Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien und Aufkündigung aller militärischen Kooperationsabkommen!