1500 Jugendliche diskutieren und feiern auf dem Festival der Jugend

Das ganze Pfingstwochenende lang feiern die Festivalbesucher an den Rheinwiesen in Köln, bevor es am Pfingstmontag gemeinsam an Abbau und Abreise geht. Nachdem das letzte Festival der Jugend bereits drei Jahre her ist, hat sich die SDAJ ordentlich ins Zeug gelegt um in diesem Jahr breite Kreise an Jugendlichen unter dem Motto „Make capitalism history – Die Zukunft gehört uns!“ aufs Festivalgelände zu locken. Mit über 650 Dauercampern und 1500 Besuchern hat das selbstorganisierte Festival der Jugend mittlerweile die Dimension eines kommerziellen Musikfestivals. Das ist beachtlich, denn auch wenn Konzerte, Party, Sport und Kulturprogramm nicht zu kurz kommen, steht das politische Programm im Vordergrund. Großer Beliebtheit erfreut sich beispielsweise die Runde „Meinst du die Russen wollen Krieg?“, in der Redakteure der Tageszeitung junge Welt und der Wochenzeitung UZ über die Rolle Russlands im Ukraine Konflikt diskutieren. Mit einer Podiumsdiskussion, einem Antirepressionsworkshop und dem Konzert am Samstagabend stimmen sich die Jugendlichen außerdem auf die Proteste gegen den G7 Gipfel in zwei Wochen ein. Mit Skatepunk von Narcolaptic, über Rap von S. Castro und Derbst One bis Klezmer von Daniel Kahn ist für jeden Musikgeschmack etwas dabei.
Und noch etwas ist am Festival besonders: hier packt jeder mit an. Das Festival ist von den Jugendlichen der SDAJ selbst organisiert. Und weil hier niemand darauf aus ist Gewinn zu machen, sind auch die Essens- und Getränkepreise klein.
„Besonders gefreut habe ich mich, dass wir in diesem Jahr so viele Unterstützer gewinnen konnten. 29 politische Organisationen haben das Festival unterstützt, 4 Medienpartner haben im Vorhinein die Werbetrommeln gerührt und die Naturfreundejugend NRW, sowie die Deutsche Kommunistische Partei haben von Anfang an überall mit angepackt.“, meint Paul Rodermund, Bundesvorsitzender der SDAJ.
Auch viele internationale Gäste sind auf dem Festival anzutreffen. Der Belgier Peter Mertens liest aus seinem Bestseller „Wie können sie es wagen?“, griechische Kommunisten berichten vom Widerstand gegen die Erpressungspolitik der Troika und Ukrainer werben für Solidarität mit den Kämpfen im Donbass.
Was so viele Jugendliche am Festival der Jugend begeistert bringt Florian Hainrich aus Kiel auf den Punkt: „Uns verbindet mehr als nur ein paar durchtanzte Nächte. Wir wollen den Kapitalismus zur Geschichte machen und das Festival der Jugend ist eine einmalige Gelegenheit um mit Aktivisten aus allen Ecken der Welt zu diskutieren wie das gelingen kann. Ich fahre mit vielen neuen Ideen und neuem Elan nach Hause – Das nächste Festival der Jugend kann ich jetzt schon kaum erwarten.“