Aktionsbericht: Uniklinik Tübingen!

Am neunten April 2014 ereignete sich ein Warnstreik an der Uniklinik Tübingen. Daher trafen wir uns als Teil der SDAJ Tübingen vor Streikbeginn in der Stadt, um, gemeinsam und solidarisch mit der Belegschaft, an den Streikplatz zu gelangen. Als wir dort erschienen, trafen wir zwar zunächst nicht auf viele Menschen, doch innerhalb weniger Minuten füllte sich der Platz vor der Mensa.pflegen

In dieser Zeit verteilten wir auch unsere neue Kleinzeitung „rise up!“, die über die Missstände am Uniklinikum aufklärt und den Zusammenhang zwischen Profitorientierung und Kürzungen im Gesundheitsbereich aufzeigt. Zusätzlich verteilten wir Solidaritätserklärungen, in denen wir klar machten, dass wir die Tarifforderungen als legitim erachten und die KollegInnen ermutigten den Kampf für ihre Forderungen konsequent zu führen. Kurz nach 12.30 Uhr begann der Streik. Ver.di-Fahnen wurden verteilt und die Gewerkschaft begann mit ihrem Programm. Durch mehrere Reden wurden die Forderungen der verschiedenen Fachbereiche und Mitarbeiter vorgestellt. Die Darstellung der Forderungen bestand darin, dass sich die Vertreter ihrer jeweiligen Fachbereiche auf ein Podest stellten und ein Schild, mit mehreren Forderungen beschriftet, in den Händen hielten. Auch ein JAVler hielt eine Ansprache und forderte 90 Euro Festbetrag pro Monat für jeden Auszubildenden und die unbefristete Übernahme. Zwischendurch gab es bei mehreren Tanzeinlangen Gelegenheit für alle Umstehenden sich mit vollem Körpereinsatz für die Tarifauseinandersetzungen einzusetzen.

Über die Arbeitgeber verloren die RednerInnen kein gutes Wort. Die Arbeitslage der KollegInnen wurde in den letzten Jahren mittels Einsparungen systematisch verschlechtert. Bislang wurde ver.di kein Tarifangebot vorgelegt. Die Friedenspflicht ist abgelaufen und die Tarifkommission berät nun eine Urabstimmung durchzuführen. Sie baut auf die Streikbereitschaft der KollegInnen.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Während des Warnstreiks führten wir zudem Interviews mit verschiedenen Auszubildenden. Zweck der Interviews war es mit den Auszubildenden ins Gespräch zu kommen, einen genaueren Einblick in ihre Probleme zu kriegen und gemeinsam zu diskutieren wie sie sich effektiv gegen die Schweinereien der Arbeitgeber wehren können. Gleichzeitig wollen wir die Interviews im Rahmen unserer bundesweiten Kampagne „Unsere Zukunft statt eure Profite – Ausbeuter outen, Ausbildung erkämpfen!“ nutzen und sie in die nächste Ausgabe unserer Kleinzeitung „rise up!“ einbauen. Das Ziel der Kampagne ist es, in ganz Deutschland mithilfe von „Outings“ die miserablen Arbeitsbedingungen der Auszubildenden aufzudecken.

Aber nicht nur in Tübingen wurde an diesem Tag gestreikt. Auch in anderen Städten Baden-Württembergs mit Unikliniken regte sich der Protest der Belegschaften gegenüber ihren Arbeitgebern. An den Kliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm versammelten sich laut ver.di knapp 2000 Menschen, um gemeinsam für ihre Forderungen einzustehen! Sie forderten für alle 25.000 Beschäftigten eine Lohnerhöhung um einen Sockelbetrag von 120 Euro und zusätzlichen drei Prozent, außerdem soll die Laufzeit des Tarifvertrags auf zwölf Monate begrenzt sein. Für alle Beschäftigten soll es nach Ansicht der Gewerkschaft 30 Tage Urlaub im Jahr geben! Für ver.di-Mitglieder soll es zudem einen zusätzlichen Urlaubstag geben.

Gegen 14:00 Uhr endete der Warnstreik und die meisten KollegInnen machten sich auf den Weg zurück an ihren Arbeitsplatz. Einige Azubis blieben noch ein wenig vor Ort. Wir nutzten die Gelegenheit um weiter mit ihnen über ihren Klinikalltag zu dikutierten. Nach zwei Stunden kämpferischem Programm verließen auch wir schließlich den Ort des Streikes.

Wir wünschen der Belegschaft auch weiterhin viel Erfolg bei ihrem Arbeitskampf. Unsere Solidarität bleibt kein leeres Versprechen, mit uns ist auch bei den nächsten Aktionen zu rechnen.

Die Kleinzeitung der Aktion könnt ihr hier herunterladen