„Eine kurze Chronik der Ungerechtigkeit“

veröffentlicht am: 24 Aug, 2013
Wir haben ein Ifirmationsportal für die Fünf erstellt!

Wir haben ein Informationsportal für die Fünf erstellt!

Der heutige Tag stand ganz im Lichte der Cuban Five – oder wie sie hier genannt werden „Los Cinco“. Diese fünf Männer – Gerardo, Ramon, Antonio, Fernando und René – werden seit 1995 in den USA gefangen gehalten und sind in der Mehrzahl zu lebenslänglichen – oder sogar mehrfach lebenslänglichen! – Haftstrafen verurteilt. Warum?! –
Um dies zu beantworten müssen wir einen kurzen Blick in die Geschichte Cubas werfen.

Die sozialistische Insel Cuba in unmittelbarer Nähe der Küste der USA war dieser von seit der Revolution 1959 ein Dorn im Auge. Ein Dorn an einer erblühenden Rose, welche die USA am liebsten radikal – also von der Wurzel her- vernichten würde. Dabei gibt sie sich – wie wir es ja schon aus anderen imperialistischen Übergriffen auf Afghanistan oder den Irak kennen – die allergrößte Mühe. Jedoch spielgelt sich der Zerstörungswille der USA auf Cuba nicht – oder nur noch nicht? – in Form eines offenen Kriegseinsatzes wieder. Sie versuchen Cuba durch eine gigantische Propagandamaschine als Land der Ungerechtigkeit darzustellen – sehr zynisch, wenn man sich überlegt, dass der einzige Punkt der krassen Ungerechtigkeit auf Cuba wohl Guantanamo ist, der Stück Cuba, das von den USA besetzt ist und als Folterknast wird – und verüben Terroranschläge auf die cubanische Bevölkerung. Seit 1959 sind durch diese Anschläge mehr als 3000 Cubaner und Cubanerinnen gestorben, unzählige wurden verletzt.

Um ihr Land, ihr Volk und den Sozialismus zu schützen wurden die Fünf – wie viele andere cubanische Agenten – in die Terrornetzwerke der USA eingeschleust und sollten als Doppelagenten Informationen über weitere Anschlagspläne sammeln. Als sie ihre gesammelten Beweise über die exilcubanischen Terrorgruppen dem FBI übergaben, wurden jedoch sie – und nicht die Terrorgruppen in den USA – verhaftet und angeklagt. Da man ihnen keine Spionagetätigkeit nachweisen konnte, verurteilte man sie wegen Verschwörung zu selbiger oder wie die Richterin es ausdrückte: „Sie haben zwar keine Spionage begangen, aber sie haben daran gedacht, sie zu begehen!“ Die Gedanken sind eben frei, wie diese wunderschöne Liedzeile aus einem Widerstandslied aus der NS-Zeit verkündet. Jedoch offensichtlich nicht in einem kapitalistischen System. Frei sind auch immer noch nicht alle Fünf Cubaner: Lediglich René hat seine Strafe schon abgesessen. Doch das cubanische Volk ist voller Solidarität und führt auf die verschiedensten Arten, national und international, den Kampf für ihre Befreiung. Denn wie Julián, der Koordinator des Netzwerks für die Befreiung der 5 es ausdrückte: „Die 5 sind politische Gefangene, sie können nur auf politischen Wege befreit werden. Und das ist vor allem der internationale Druck auf die Regierung der USA.“
Diesem Vorgehen hat sich auch das Netzwerk „La Casa de los Cinco“ verschrieben, in welchem auch Julian und Jorgito – unsere heutigen Referenten – aktiv sind. Sie tragen den Kampf in die Köpfe: Durch Diskussionen, Veranstaltungen und künstlerische Aktivitäten. Auch unsere Solidaritätsbrigade reiht sich in diesen Kampf ein.

Jorgito sagt, er sei das Kind von Gerardo, einem der gefangenen Cubaner, und dessen Frau. Eine starke symbolische Geste an die beiden, welche sich seit der Verhaftung vor über 15 Jahren noch kein einziges Mal sehen durften und angesichts der doppelt lebenslangen Gefängnisstrafe vielleicht auch nicht mehr in der Lage sein werden, gemeinsame Kinder zu bekommen.
In diesem Sinne kämpft das cubanische Volk weiter gegen die Ungerechtigkeit und für den Sozialismus. Vereint als Brüder und Schwestern, als Eltern und Kinder, als Genossinnen und Genossen! Sie erwarten nicht, dass die Attacken gegen sie weniger werden, doch sie wappnen sich so gut wie möglich. Denn wie Julian sagt: „Die Cuban Five sind ein Produkt der Gesellschaft. Das cubanische Volk ist voll von Persönlichkeiten wie den Fünf und alle werden bereit sein, dasselbe wie die Fünf zu tun!“

Mark, Havanna

Die erste Brigade hat schon an einem Informationsportal für die Fünf gearbeitet. Alle Infos findet ihr hier: http://www.sdaj.org/cuba/solidaritaet-mit-den-cuban-5/

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