Hannover: Wir lassen uns nicht in „gut“ und „böse“ spalten

veröffentlicht am: 8 Sep, 2012

Mit der Verteilung einer Schülerzeitung im Zusammenhang mit der „Braunen Tonne gegen Nazimüll“ wurde am 6. September die gemeinsame Initiative gegen Neonazis des Stadtschülerrates und der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) weiter fortgeführt. Ziel dieser Aktionen ist es, ein breites demokratisches Bündnis gegen die aufkeimende rechte Szene in Hannover zu bilden. Umso fragwürdiger fällt die Kritik gegen die Zusammenarbeit von SSR und SDAJ aus, die in den vergangenen Monaten erstmals von der rechtspopulistischen Gruppierung „Die Hannoveraner“ gestreut wurde. Mittlerweile versuchen die Junge Union und die CDU, welche sich trotz mehrmaliger Einladung der Mitarbeit in der Initiative verweigert haben, an diese Kritik anzuknüpfen. Der Stadtschülerrat und die SDAJ befinden bereits seit 2008, vordergründig im Hinblick auf die Vorbereitung der Bildungsdemonstrationen von Schülern, Azubis und Studenten, in Kooperation miteinander. Da auch dort eine Beteiligung von der Jungen Union und CDU ausgeblieben ist, wittern diese nun offenbar politische Profilierungsnot und versuchen, die SDAJ durch Absprechung der Verfassungskonformität in Bezugnahme auf den Verfassungsschutzbericht, zu diffamieren.

Die SDAJ leistet politische Arbeit auf dem Boden des Grundgesetzes. Dass die SDAJ sich, gleich der demokratisch legitimierten Partei Die Linke, unter Beobachtung einer Behörde befindet, die die über Jahre andauernde Mordserie des NSU maßgeblich befördert hat, zeugt eindeutig von dessen fehlender Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit.

Nichtsdestotrotz versuchen Junge Union und CDU das politische Engagement gegen Neonazis durch eine offene Gleichsetzung von Links und Rechts anzuklagen. Gleichzeitig lenken sie von ihren eigenen politischen Verfehlungen, nämlich ein offenkundiges Neonaziproblem in ihrer Stadt zu ignorieren, ab. Wir als SDAJ lassen es nicht zu, dass antifaschistische Aufklärung mit NSU-Verbrechen gleichgesetzt wird und verlangen von der Jungen Union und CDU, selbst gegen neofaschistische Umtriebe vorzugehen, anstatt die Initiativen anderer politischer Gruppen zum Vorteil der eigenen Publicity öffentlich zu zerstören zu versuchen.

Es ist tragisch, dass einem demokratischen Bündnis gegen Neonazistrukturen in Hannover zusätzlich Steine in den Weg gelegt werden. Dennoch werden wir uns im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit, soziale Ausgrenzung und herkunftsbedingte Selektion im Bildungssystem, nicht beirren lassen. Wir freuen uns auf weitere politische Erfolge in Zusammenarbeit mit dem Stadtschülerrat.

SDAJ Aachen
SDAJ Augsburg
SDAJ Bamberg
SDAJ Barsbüttel
SDAJ Berlin
SDAJ Blankenfelde-Mahlow
SDAJ Bochum
SDAJ Bonn
SDAJ Bremen-Oldenburg
SDAJ Cottbus
SDAJ Dortmund
SDAJ Dresden
SDAJ Düsseldorf
SDAJ Essen
SDAJ Frankenberg
SDAJ Frankfurt
SDAJ Freiburg
SDAJ Gießen
SDAJ Göttingen
SDAJ Hamburg
SDAJ Hannover
SDAJ Karlsruhe
SDAJ Kassel
SDAJ Kiel
SDAJ Köln
SDAJ Landau
SDAJ Leipzig
SDAJ Limburg-Weilburg
SDAJ Linker Niederrhein
SDAJ Lübeck Süd/Ost-Holstein
SDAJ Mainz
SDAJ Mannheim
SDAJ Marburg
SDAJ München
SDAJ Münster
SDAJ Neumarkt
SDAJ Neuss
SDAJ Nürnberg
SDAJ Osnabrück
SDAJ Ostwestfalen-Lippe
SDAJ Rostock
SDAJ Schwerin
SDAJ Siegen
SDAJ Solingen
SDAJ Stralsund
SDAJ Stuttgart
SDAJ Trier
SDAJ Tübingen
SDAJ Ulm
SDAJ Witten
SDAJ Wuppertal
SDAJ Würzburg

POSITION #5/2019

mehr zum Thema

SDAJ in Aktion: bundesweit

SDAJ in Aktion: bundesweit

An unzähligen Orten war die SDAJ auf Demonstrationen anlässlich des jährlichen Antikriegstags am 1. September vertreten. Überall wurde auf den Zusammenhang steigender Rüstungsausgaben und der Unterfinanzierung des Gesundheitswesens hingewiesen und der...

mehr lesen
SDAJ in Aktion: bundesweit

SDAJ in Aktion: bundesweit

Pünktlich zu Schulbeginn hat die SDAJ in verschiedenen Städten, u.a. wie hier in Marburg, unter dem Motto „Welcome to Hell“ auf die katastrophalen Zustände an unseren Schulen aufmerksam macht. Sind Leistungsdruck und kaputte Schulklos schon sonst schwer erträglich,...

mehr lesen
SDAJ in Aktion: Wuppertal

SDAJ in Aktion: Wuppertal

Anlässlich des 125. Todestages von Friedrich Engels hat ein breites linkes Bündnis eine Demonstration mit etwa 500 TeilnehmerInnen durch die Geburtsstadt des großen Denkers organisiert. Auch die SDAJ war mit mehreren Dutzend GenossInnen vertreten und hat die...

mehr lesen
× Schreib uns!