»Die Mutter« auf dem Festival der Jugend – das ist auch deine Unterstützung wert!

veröffentlicht am: 22 Mrz, 2012

Denn Ende Mai findet in Köln wieder das Festival der Jugend der SDAJ statt. Neben den bekannten Diskussionsrunden, Musik und Sport wird es dieses Mal einen ganz neuen Versuch geben: Einen Theaterworkshop!

Und was für einen! „Die Mutter“ von Bertolt Brecht, also ein echter Klassiker über revolutionäre Techniken und Menschen soll nämlich dort aufgeführt werden.

Denn die Hauptfigur ist anfänglich nur eine gewöhnliche, alte Frau ohne Klassenbewusstsein vor der russischen Revolution. Erst durch die Aktivitäten ihres Sohnes als Revolutionär und der Repressalien, die er und sie deshalb durch den Staat erfahren, wechselt sie den Standpunkt und wird selbst zur Kommunistin, die keine Mühen scheut und sich selbst und andere Arbeiter bildet und aller Orten agitiert.

Ich möchte allerdings die Figur der „Mutter“ durch die eines Mädchens ersetzen, das durch ihren älteren Bruder zur Politik kommt – so wird die ganze Handlung des Stücks sich mehr an die Lebensrealität der Akteure und Zuschauer im Jahr 2012 anpassen. Vielleicht sollten wir’s dann lieber „Die Schwester“ nennen… 😉

Du findest die Idee cool und möchtest mir irgendwie helfen? Dann gibt es drei Möglichkeiten für dich:

  1. Brecht hat im Kommentar zu vielen seiner Stücke geschrieben, dass man hier und da Szenen durch eigene Erfahrungen ersetzen könne, vielmehr sogar solle, weil Schauspieler (und Zuschauer) mehr aus dem „richtigen“ Verhalten in ihnen bereits bekannten Situationen lernen können. Um Brecht gerecht zu werden, brauche ich deshalb die Eindrücke aus realen Situationen, die dir widerfahren sind. Vor allem sind mir Punkte wichtig, die jedeR schonmal erlebt hat, also z.B. ein Gruppenabend, ein Bildungsabend zum Thema Politische Ökonomie oder auch Streitigkeiten innerhalb der Gruppe.

    Aber auch die Repression, die wir alltäglich erleben, seien es Hausdurchsuchungen oder Untersuchungshaft oder auch Angriffe der Polizei auf friedliche Demonstrationen. Auch härtere Bandagen wie der Einsatz von Wasserwerfern, Knüppeln usw. oder die Angriffe von Neonazis sind interessante Themen, die wir in diesem Stück gemeinsam verarbeiten wollen. Hilfreich können auch einzelne Erinnerungen an Gespräche oder optische Eindrücke und Gefühle sein, also alles, was dich im Rahmen einer dieser Situationen irgendwie bewegt, bei dir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

    Auch wenn du mit deiner Geschichte nicht das Scheinwerferlicht auf der Bühne suchst: Teil mir bitte deine Erfahrungen mit, wir brauchen deine Kenntnisse für ein fundiertes Stück und die Zukunft – Wissen ist Macht, gerade im politischen Kampf!

  2. Doch damit das ganze Theaterprojekt sich überhaupt realisieren lässt, suche ich natürlich Menschen, die Spaß am Theater oder am Schauspiel haben oder es einfach mal versuchen wollen und bestenfalls auch schon einmal eine oder sogar mehrere der Situationen erlebt haben, und dabei helfen können, eine coole Inszenierung auf die FdJ-Bühne zu stellen. Dabei brauchen gerade die Unerfahrenen keine Angst zu haben: Ich habe eine Menge Erfahrungen in der Arbeit mit Laien gesammelt und Theaterexperimente machen unglaublich viel Spaß! Außerdem wird für jedeN, die passende Rolle zu finden sein – und die Aufführung selbst wird auch in keinem Falle länger als 20 Minuten dauern. Also, keine Angst! Allerdings muss dir bewusst sein, dass trotz allem Spaß, den wir zusammen haben werden, das ganze Projekt uns doch einige Stunden Arbeit auf dem FdJ kosten wird.

  3. Du hast nicht das Gefühl, mit deinen Erfahrungen zum Text beitragen zu können – glaube mir, du kannst! – und du siehst dich auch nicht auf der Bühne oder du weißt schon jetzt, dass du auf dem FdJ selbst keine Zeit haben wirst, weil du schon in zu vielen Projekten involviert bist? Kein Problem: Dann sprich doch deine Genossinnen und Genossen, sowie deine Freundinnen und Freunde darauf an, ob sie nicht Interesse daran hätten, mitzumachen!

Wenn du dich beteiligen möchtest oder noch ein paar deiner Fragen offen sind, dann schreib mir doch einfach eine E-Mail: theaterworkshop@festival-der-jugend.de

Lisa, Mainz

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