Rostock: „An alle Fahrgäste!“

Egal ob SchülerIn, Azubi, ArbeiterIn oder ArbeitsloseR, fast alle sind wir auf die öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt Rostock und der näheren Umgebung angewiesen, um zur Arbeit, zum Amt oder zur Party zu fahren. Doch nun schon das dritte Mal innerhalb von vier Jahren erdreistete sich die RSAG, die Fahrpreise massiv zu erhöhen und Tickets, wie das Kurzstreckenticket, abzuschaffen. Stillschweigend wurde dies bisher hingenommen, Murren und Meckern allein bringt nicht viel – das dachten wir uns und haben am Donnerstag Nachmittag auf den Weg gemacht um eine Transpiaktion zu starten um der Öffentlichkeit mitzuteilen, was wir fordern.

Am Betriebsbahnhof Rostock der RSAG und an einer vielbefahrenden Straße befestigten wir ein Transpi mit der Losung „Lohnerhöhung statt Fahrpreiserhöhung“ – es soll dabei nicht nur gezeigt werden, dass uns immer mehr aus der Tasche gezogen wird, sondern auch Arbeitsbedingungen generell immer mieser werden und wir uns mit dem Beförderungspersonal solidarisieren.

Bei der Haltestelle Marienehe, einem Knotenpunkt zwischen Straßenbahn und S-Bahn, befindet sich ebenfalls ein Depot für Straßenbahnen, wo wir ein weiteres Transpi mit der Forderung „Kostenloser Nahverkehr!“ aufhängten.

Doch nicht nur unsere beiden SDAJ-Transparente wurde in der Stadt präsentiert. Wir verteilten ebenfalls unseren dazugehörigen Flyer, in dem positive Beispiele genannt werden, in welchen Städten der Öffentliche Nahverkehr kostenlos gestaltet wurde (da es sich bei einigen um mehrjährige Pilotprojekte handelte) bzw. wird und welche positiven Effekte damit erzielt wurden. Weiterhin wurden dargestellt, inwieweit sich die Preise teilweise erhöht haben, dass u.a. Personen, die HartzIV beziehen, mit ihrem Budget, das für die Inanspruchnahme vom Öffentlichen Nahverkehr vorgegeben ist (22,78€) bei Weitem nicht damit zurechtkommen können, wenn eine Monatskarte 38,00€ kostet.

Jedoch prangerten wir nicht nur die unverschämten Fahrpreise an, sondern auch die immer mehr werdende Bundeswehrwerbung in den Zügen der RSAG. So wird der Bundeswehr Werbefläche angeboten, mit deren Hilfe sie sich versuchen, als cooler und vor allem normaler Arbeitgeber zu gebärden. Diese schleichende Militarisierung der Bevölkerung muss ein Ende finden! Rekrutiert doch die Bundeswehr mehrheitlich junge Leute aus dem Osten der BRD für ihre Zwecke, da oftmals bei uns Perspektiv- und Arbeitslosigkeit herrschen.

Wir werden weiterhin Missstände aufdecken und versuchen, die Rostocker Jugend und Bevölkerung für diese zu sensibilisieren.