Dresden 2011: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

veröffentlicht am: 16 Feb, 2011


Am 13. Februar 1945 wird Dresden bombardiert. Spätestens jetzt bricht der 2. Weltkrieg mit der ihm eigenen, gnadenlosen Brutalität auch in das Leben zigtausender Dresdnerinnen und Dresdner ein. Dass sich eine derartige Zerstörung tief in das Bewusstsein der Überlebenden einbrennt, ist ebenso natürlich wie nachvollziehbar. Dass sich daran das Bedürfnis nach einem Gedenken an diesen Tag und eine Mahnung an die Zukunft anschließt, ist ebenfalls nachzuvollziehen, solange ein derartiges Gedenken nicht im luftleeren Raum und unter unpolitisierenden Vorzeichen stattfindet.

Es ist eine mittlerweile bundesweit bekannte Tatsache, dass rechte Kreise bemüht sind, das Dresdner Gedenken für sich zu vereinnahmen. In schamloser Art und Weise trampeln sie dabei nicht nur auf den Gefühlen und dem Andenken der Menschen herum, die die Folgen des Krieges hautnah miterlebten und für sich den Schluss zogen „Nie wieder!“. Die Nazis glorifizieren auch die NS-Gewaltherrschaft und versperren den Blick auf die Nutznießer des von ihren geistigen Vätern angezettelten Krieges. Die Faschisten hetzten Deutschland und den Rest der Welt in den Krieg, doch zu verantworten haben diesen Krieg die deutschen Konzerne und Unternehmer an der Heimatfront, die aus Rüstung, Krieg, Zwangsarbeitern und selbst den Vernichtungslagern bares Kapital geschlagen haben. Als über die Nazi-Kriegsverbrecher in den Nürnberg Prozessen Gericht gehalten wurde und sie sich für unsagbares Leid verantworten mussten, konnten sich deutsche Industrielle, die Milliarden am Krieg verdient hatten, ungestraft zurücklehnen, oder gar per ärztlichem Attest krank melden! Wer jedoch heutzutage den Finger in diese Wunde legt, wer sagt, dass auch der deutsche Faschismus eine Spielart des Kapitalismus ist und wer weiß, dass man deshalb als Antifaschist bei der Kritik am Nationalsozialismus nicht stehen bleiben darf, der wird von den Herrschenden immer öfter mit Nazis auf eine Stufe gestellt! Aktive Antifaschisten und langjährige KämpferInnen gegen den Faschismus, teilweise sogar kommunistische KZ-Überlebende, werden mit Nazis gleich gesetzt, weil sie vor einer Kritik am Kapitalismus im Kontext des antifaschistischen Kampfes nicht Halt machen. Es gilt, aller Gleichsetzung von Nazis mit ihren entschiedensten Gegnern durch die Regierung und das rechtskonservative Lager entschlossen entgegentreten!

Dresden ist bundesweit nicht nur für sein Gedenken und den Versuch der Nazis diesen zu instrumentalisieren bekannt. Bemerkenswert ist vor Allem der Umstand, das immer mehr Dresdnerinnen und Dresdner sowie Freunde von auswärts entschlossen sind, die Nazipropaganda in ihrer Stadt nicht zu dulden. Aufsehn erregend und neue Maßstäbe setzend war dabei vor allem die erfolgreich durchgeführte Blockade der Naziroute im vergangenen Jahr. Gemäß dem Motto: „Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht“, setzten sich tausende von Menschen gegen Gerichtsurteile, die ihnen die Nazipropaganda aufzwingen wollte, zur Wehr. unter friedlichen Vorzeichen aber deshalb nicht weniger entschlossen wurden die Nazis an ihrem Aufmarsch gehindert. Wenn man sich ins Gedächtnis ruft, wer bei diesen Blockaden alles Seite an Seite stand, wird klar, dass noch so scharfmachende Attacken auf Staatsfeinde im schwarzen Block und eine Unterteilung in „gute“ und „böse“ Antifaschisten hinfällig und irrelevant wird, wenn man sich gemeinsam den Nazis in den weg stellt. Dresden wurde durch die konsequente Blockadehaltung zum Vorbild. Und die Zeichen stehen gut, dass wir diesem Ruf auch im Jahr 2011 alle Ehre machen.

Faschismus ist keine Meinung- sondern ein Verbrechen!
Nie wieder Faschismus- Nie wieder Krieg!

Links:
Dresden Nazifrei!
¡No Pasarán!

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