„Ein Leben als Soldat?! – Nein danke!

veröffentlicht am: 27 Okt, 2009

 

 

Bundeswehr-TruckSchulen müssen bundeswehrfreie Zonen sein!

Die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend wendet sich entschieden gegen den Versuch, mit der von der Bundeszentrale für politische Bildung erarbeiteten Schulstunde „Die Schulstunde als Talkshow: Ein Leben als Soldat?“ die propagandistische Rechtfertigung der Kriegseinsätze der Bundeswehr und letztlich die Werbung für den Soldatenberuf ins Klassenzimmer zu tragen.

Seit einiger Zeit erleben wir eine massiv verstärkte Rekrutierungsarbeit der Bundeswehr unter Jugendlichen und besonders unter SchülerInnen. Bisher lief diese Arbeit zum Teil offen im Rahmen von Werbeständen auf Jobmessen oder den Touren der sogenannten „Karrieretrucks“, zum Teil auch getarnt im Rahmen von angeblichen Informationsveranstaltungen mit Jugendoffizieren in Schulen oder auch der Einflussnahme der Bundeswehr auf Lehrmaterial und LehrerInnenaus- und fortbildung ab. Doch immer war noch einigermaßen klar ersichtlich, dass hinter diesen Versuchen, das Image der Truppe aufzupolieren, die Bundeswehr selbst stand.
Mit der Schulstunde „Ein Leben als Soldat?“ der bpb widmet sich aber nun eine gemeinhin für „neutral“ gehaltene Stelle dem Thema Arbeitgeber Bundeswehr als Unterrichtsstoff. Dabei zeigt ein Blick in das betont jugendlich gehaltene Material, dass die dargebotenen Informationen mitnichten so neutral und ausgewogen sind, wie sie daherkommen. Verschwiegen werden die gesellschaftlichen Hintergründe, die dazu führen, dass immer mehr Jugendliche vor der Wahl stehen, zur Bundeswehr zu gehen oder ohne Job dazustehen. Die Bundeswehr wird von der bpb nicht als die Nutznießerin von Bildungs- und Sozialabbau gezeigt, die sie ist, sondern als Anbieterin vermeintlich „sicherer“ Jobs. Die Auslandseinsätze, deren Risiken für die deutschen SoldatInnen als einziges Gegenargument gegen eine Karriere bei der Bundeswehr angeführt werden, werden durchgängig nicht als Kriege für die Interessen deutscher Großkonzerne dargestellt, sondern als selbstlose demokratisch-friedliche Aufbauhilfe angepreist – und wer wollte für solch hehre Ziele nicht das kleine Risiko eines „Arbeitsunfalls“ auf sich nehmen?

Wir sagen: Werben fürs Sterben hat im Klassenzimmer nichts zu suchen! Der Krieg der Bundeswehr dient keinen friedlichen oder demokratischen Zwecken, sondern den imperialistischen Zielen der Herrschenden und bringt unendliches Leid über die Bevölkerung der überfallenen und besetzten Länder. Die Bundeswehr steht gegen uns und unser Interesse an kostenloser Bildung und Ausbildung und wirklich sicheren Arbeitsplätzen! Unsere Schulen sollen bundeswehrfreie Zonen sein!

AG für Antimilitarismus des Bundesvorstandes der SDAJ

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