Eindeutige Zeichen setzen – nicht abwiegeln!

Betrieb und Gewerkschaft

Eindeutige Zeichen setzen – nicht abwiegeln!Presseerklärung der SDAJ zur Tarifrunde 2008 in der Metall- und Elektroindustrie

“Wir lassen uns nicht erpressen”, „unser Standort…darf nicht durch eine Mitgliederwerbekampagne der IG Metall aufs Spiel gesetzt werden” oder “die IG Metall hat nicht alle Tassen im Schrank”. Das ist nur eine Auswahl der Komplimente, welche der Chef des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall Martin Kannegiesser zur 8%-Forderung der IG Metall für die kommende Tarifrunde bereit hält.

Dabei ist sein Verein schon im Vorfeld wieder mal mit einem blauen Auge davon gekommen. Wurden doch in vielen Betrieben deutlich höhere, oft zweistellige, Forderungen diskutiert, welche dann schnell durch den IGM-Vorstand per Empfehlung eines 7-8%-“Korridors“ in die „richtigen“ Bahnen gelenkt worden sind.

Und bevor es dann überhaupt richtig los gehen konnte, war der IGM-Vorsitzende Huber im Kontext der sich abzeichnenden Finanzkrise schon „durchaus bereit, auf die wirtschaftlichen Unsicherheiten zu reagieren”, sprich auf einen „Tarifvertrag, der 20 Monate oder länger läuft, statt der gewünschten 12 Monate”. Bei einer 24monatigen Laufzeit wären das noch 4% pro Jahr, nicht mehr viel mehr als die 3%, die Kannegießer gnädigerweise angeboten hat.

Dies entspricht allerdings so gar nicht den Wünschen und Hoffnungen der Kolleginnen und Kollegen. In der letzten Tarifrunde hat man sich mit Argumenten wie einer Konjunkturgefährdung abwimmeln lassen und selbst starke Streikbereitschaft wurde nicht konsequent genutzt.  Seitdem sind die Preise bei lebensnotwendigen Gütern rasant gestiegen, was gerade die unteren Einkommensschichten hart trifft. Nur mit kräftigen Lohnerhöhungen können wir daher unsere Lebensbedingungen sichern! Scheinbare wirtschaftliche Sachzwänge helfen uns nicht weiter, sondern nur eine klare Orientierung auf Umverteilung von oben nach unten!
Doch das werden sie uns gerade in der jetzigen Wirtschaftslage sicher nicht durch freundliche Verhandlungen geben. Deshalb muss endlich Schluss sein mit Sozialpartnerschaft und Co-Management! Gerade angesichts der drohenden Krise ist es nötig, zu zeigen: Wir werden nicht hinnehmen, dass die Arbeiterklasse die gesamte Last der Krise trägt. Angesichts der drohenden Angriffe auf Löhne, angesichts von Kurzarbeit und ersten Massenentlassungen ist es wichtiger denn je, gemeinsam Widerstand zu leisten. Die Tarifrunde bietet hierfür eine gute Gelegenheit.

Deshalb muss diesmal ein eindeutiges Zeichen gesetzt werden. Die Bereitschaft der Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie zu Streiks ist da und darf nicht vom Vorstand im Vorhinein abgewiegelt werden! Am 23. Oktober geht es in die zweite Verhandlungsrunde und wenn es zu keiner den Forderungen der KollegInnen entsprechenden Einigung kommt, dann muss es ab dem 1. November krachen!

Merken

IDxpZnJhbWUgd2lkdGg9IjU2MCIgaGVpZ2h0PSIzMTUiIHNyYz0iaHR0cHM6Ly93d3cueW91dHViZS1ub2Nvb2tpZS5jb20vZW1iZWQvTk1IOGJwbDQ3V0kiIGZyYW1lYm9yZGVyPSIwIiBhbGxvdz0iYWNjZWxlcm9tZXRlcjsgYXV0b3BsYXk7IGVuY3J5cHRlZC1tZWRpYTsgZ3lyb3Njb3BlOyBwaWN0dXJlLWluLXBpY3R1cmUiIGFsbG93ZnVsbHNjcmVlbj48L2lmcmFtZT4=
SDAJ Aachen
SDAJ Augsburg
SDAJ Berlin
SDAJ Bochum
SDAJ Dortmund
SDAJ Dresden
SDAJ Düsseldorf
SDAJ Essen
SDAJ Frankfurt
SDAJ Gießen
SDAJ Göttingen
SDAJ Hamburg
SDAJ Hannover
SDAJ Kassel
SDAJ Kiel
SDAJ Köln
SDAJ Leipzig
SDAJ Lübeck Süd/Ost-Holstein
SDAJ Mainz
SDAJ Mannheim
SDAJ Marburg
SDAJ München
SDAJ Neumarkt
SDAJ Nürnberg
SDAJ Oldenburg-Bremen
SDAJ Osnabrück
SDAJ Ostwestfalen-Lippe
SDAJ Rostock
SDAJ Schwerin
SDAJ Siegen
SDAJ Solingen
SDAJ Stuttgart
SDAJ Trier
SDAJ Tübingen
SDAJ Ulm
SDAJ Witten
SDAJ Würzburg

POSITION #5/2019

mehr zum Thema

Buckeln bis zum krank werden (POSITION #05/19)

Buckeln bis zum krank werden (POSITION #05/19)

Sven ist 27 und Sozialarbeiter   Vor kurzem habe ich noch im KiTa-Verbund der KJSH Stiftung gearbeitet. Hier gehörte es zur Tagesordnung, dass zu wenig Angestellte für zu viele Kinder da waren. Auch Leiharbeit wurde dann mal eingesetzt. Das hat aber nichts...

Mitbestimmung in der Schule und im Betrieb (POSITION #05/19)

Mitbestimmung in der Schule und im Betrieb (POSITION #05/19)

Demokratie muss auch in unserem Alltag fest verankert sein  Demokratie bedeutet nicht nur, alle vier Jahre einen Wahlzettel auszufüllen und das wars. Demokratie bedeutet für uns vor allem, für unsere Rechte im Alltag zu kämpfen und mitbestimmen zu können – also unsere...

Gewerkschaftstag der IG Metall (POSITION #05/19)

Gewerkschaftstag der IG Metall (POSITION #05/19)

POSITION: Was ist das Schwerpunktthema des Gewerkschaftstages?   Flo: Der Gewerkschaftstag setzt sich vor allen Dingen mit Transformationen in der Arbeitswelt auseinander. Darunter wird beispielsweise der Umbau in der Industrie in Bezug auf die...

Working Whistleblower (POSITION #04/19)

Working Whistleblower (POSITION #04/19)

Stellenabbau bei Ford Toni (28), arbeitet bei Ford. Weil Ford 6% der Rendite fehlen und unser Werk in Köln Miese macht, sollen in Deutschland bis 2021 nun 5100 Stellen abgebaut werden, davon über 3000 in Köln. Als erstes wird es natürlich Leiharbeiter und ältere...

Der offene Brief (POSITION #04/19)

Der offene Brief (POSITION #04/19)

Der Offene Brief an Manfred Schoch, Betriebsratsvorsitzender von BMW   Lieber Manfred Schoch, als ich deine Ausführungen zu den „Enteignungsforderungen“ von Kevin Kühnert gelesen habe, musste ich schon stutzen. Klar, als Betriebsratsvorsitzender von BMW hast du...