Arbeit als wortwörtlicher Fiebertraum?!

veröffentlicht am: 9 März, 2025

Seit geraumer Zeit jammert die deutsche Wirtschaft und ihre Vertreter über hohe Krankenstände. 15,1 Fehltage pro Beschäftigtem im Schnitt 2023. Das ist fast eine Verdoppelung seit 2007. Woher kommt der Anstieg? Und was kann man tun?

Die Antwort des sogenannten ExpertInnenrats „Gesundheit und Resilienz“ auf die Frage was zu tun ist, sind unter anderem, die folgenden Vorschläge:

  1. Teilweise Krankschreibung
  2. Einschränkung des Urlaubsanspruchs

Die Idee einer teilweisen Krankschreibung zeigt deutlich, was der Kern dieser Vorschläge ist. Die kranke Person soll sich nicht erholen, sondern im ihm gerade noch möglichen Rahmen weiter arbeiten.

Arbeit als wortwörtlicher Fiebertraum.

Krankheitstage sind keine Urlaubstage!

Niemand würde natürlich einen solchen Vorschlag freiwillig annehmen; es braucht also ein Druckmittel. Dieses kommt als Einschränkung des Urlaubsanspruchs daher, der nur noch für die Tage gewährt werden soll, an denen man nicht krankgeschrieben war. Das heißt defacto: der Urlaubsanspruch würde, gemessen an den Krankheitstagen, prozentual sinken.

Bevor man nach fadenscheinigen Lösungen sucht, sollte man erstmal die Ursachen betrachten. Warum gibt es einen so hohen Krankenstand? Ein Teil lässt sich mit der Überalterung erklären. Gut ein Fünftel der Krankheitstage resultiert aus psychologischen Faktoren wie Stress und Burnout. Ein weiteres Fünftel aufgrund von Muskel- und Skeletterkrankungen.

…Beides Resultate unterschiedlicher Belastungen durch die Arbeit.

 

Was sollte also getan werden?

Grundlegend gilt: Wer krank ist muss gesund werden. Ohne Einschränkungen und ohne Zwänge. Will man den Krankenstand reduzieren, dann muss man die Arbeitsbedingungen verbessern. Weniger Wochenarbeitszeit, bessere Vorsorge und ergonomische Arbeitsplätze können Stress und körperliche Belastung reduzieren.

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