Einsätze für das Kapital

veröffentlicht am: 25 Jul, 2021
Einsätze für das Kapital

Ob Afghanistan oder Mali, uns wird gesagt dass die Einsätze der Bundeswehr die Friedenssituation und Menschenrechtslage in den Einsatzgebieten verbessern würden. Aber bei näherer Betrachtung der Lage lässt sich schnell zeigen dass das nur Gelaber ist. In den knapp 20 Jahren des Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan hat sich die Situation für die dort lebenden Menschen kaum verbessert. Noch schlimmer. In Afghanistan sind seit 2001 mehr als eine viertel Millionen Menschen an den direkten Kampfhandlungen ums Leben gekommen. Darunter mehr als 70.000 ZivilistInnen. Die indirekten Opfer des Einsatzes ausgenommen, wie etwa mangelhafte Nahrungs- und Wasserversorgung oder Krankheiten aufgrund der Lage. Knapp 10.000 Kinder sind durch Sprengfallen oder Blindgänger ums Leben gekommen, weitere 10.000 Kinder verstümmelt. Die Armutsrate ist während des Einsatzes gestiegen und der Anteil der afghanischen Kindern, die zur Schule gehen, oder Lesen und Schreiben können ist gesunken. Obwohl die unsichere Lage in Afghanistan immer wieder der Grund war das Mandat für den Einsatz zu verlängern, hat die deutsche Regierung fleißig nach Afghanistan abgeschoben und tut es auch noch heute. Diese rassistische Doppelmoral zeigt eigentlich nur eins: Die AfghanInnen sind den Herrschenden offenbar nichts wert.

Auch in Mali hat sich die Lage seit dem EU Einsatz unter Beteiligung der Bundeswehr nicht verbessert. Durch europäische Militärs ausgebildete malische SoldatInnen begehen seit Jahren blutige Massaker, so beispielsweise am 5. Juni 2020, als 37 flüchtende Dorfbewohner durch das malische Militär ermordet wurden. Alleine dieses Jahr haben malische Militärs die Regierung zwei Mal geputscht. Auch ein kürzlich auf die Bundeswehr verübter Anschlag von Aufständigen zeigt, dass die Lage im Einsatzgebiet alles andere als Sicher ist.

Doch warum ist die Bundeswehr dann in solchen Einsätzen aktiv? Einfache Frage, einfache Antwort: Es geht um die Erweiterung von Einflusssphären, die Installation pro-westlicher Regierungen, die Sicherung von Rohstoffquellen und um eine unmenschliche Art Flüchtende weit weg von Europas Grenzen abzuwehren. So steht im Weißbuch der Bundeswehr dass eine Unterbrechung des Zugangs zu globalen öffentlichen Gütern erhebliche Risiken für die Funktionsfähigkeit des deutschen Staates und des Reichtums in Deutschland bergen würde. In der Sahel-Strategie der EU, also die zugrundeliegende Strategie für den Mali-Einsatz, steht ohne Umschweife, dass die Interessen der EU an den Einsätzen in Mali unter anderem freie Handelswege (bspw. Straßen und Pipelines) und Schutz von bestehenden ökonomischen Beziehungen sind.

Nachdem die NATO-Staaten in Afghanistan erst durch die Unterstützung von Dschihadisten und später mit selbst geführtem Krieg die Region komplett destabilisiert haben, sind sie auch heute noch weit davon entfernt in der Region einen eigenen Vasallen installiert zu haben. Der Einsatz der Bundeswehr wird als gescheitert angesehen. Immerhin hat die Bundesregierung enorme Summen in den Einsatz gebuttert. Bis Ende 2020 waren es rund 12.000.000.000 Euro! Im selben Zeitraum wurden für humanitäre Hilfen nicht einmal 4% dieser Summe aufgewandt. Auch zum Einsatz in Mali werden Stimmen laut, die den EU-Einsatz als gescheitert auswerten.

Jedoch muss man bei der Auswertung der Einsätze mehrere Faktoren berücksichtigen. Auch wenn die Einflussgebiete nicht endgültig gesichert sind, können diese Einsätze für das deutsche Kapital positiv ausgewertet werden. Denn vor allem hat die Bundeswehr hier Interventions-Armee Erfahrungen gesammelt und in Afghanistan sogar eine Besatzungszone unter Kontrolle gehabt. Der Einsatz in Mali ist darüber hinaus durch die EU koordiniert. Hier werden für das deutsche Kapital wertvolle Kampferfahrungen im gemeinsamen Einsatz mit anderen europäischen Mächten gesammelt. So sollen langfristig deutsche Wirtschaftsinteressen mit Hilfe der EU auf der ganzen Welt behauptet werden, und zwar mit militärischer Stärke, die der deutsche Imperialismus allein nicht hat.

 

Stopp aller Auslandseinsätze der Bundeswehr

Stopp der Militarisierung der EU

Keine EU-Armee

Keine EU-Rüstungskooperation

Stopp aller Rüstungsexporte

Keine Abschiebungen nach Afghanistan

SDAJ Aachen
SDAJ Augsburg
SDAJ Bamberg
SDAJ Barsbüttel
SDAJ Berlin
SDAJ Blankenfelde-Mahlow
SDAJ Bochum
SDAJ Bonn
SDAJ Bremen-Oldenburg
SDAJ Cottbus
SDAJ Dortmund
SDAJ Dresden
SDAJ Düsseldorf
SDAJ Essen
SDAJ Frankenberg
SDAJ Frankfurt
SDAJ Freiburg
SDAJ Gießen
SDAJ Göttingen
SDAJ Hamburg
SDAJ Hannover
SDAJ Karlsruhe
SDAJ Kassel
SDAJ Kiel
SDAJ Köln
SDAJ Landau
SDAJ Leipzig
SDAJ Limburg-Weilburg
SDAJ Linker Niederrhein
SDAJ Lübeck Süd/Ost-Holstein
SDAJ Mainz
SDAJ Mannheim
SDAJ Marburg
SDAJ München
SDAJ Münster
SDAJ Neumarkt
SDAJ Neuss
SDAJ Nürnberg
SDAJ Osnabrück
SDAJ Ostwestfalen-Lippe
SDAJ Rostock
SDAJ Schwerin
SDAJ Siegen
SDAJ Solingen
SDAJ Stralsund
SDAJ Stuttgart
SDAJ Trier
SDAJ Tübingen
SDAJ Ulm
SDAJ Witten
SDAJ Wuppertal
SDAJ Würzburg

POSITION #5/2019

mehr zum Thema

Der Koalitionsvertrag: Kein Fortschritt für uns!

Der Koalitionsvertrag: Kein Fortschritt für uns!

Kein Fortschritt für uns. Zwei Monate nach der Bundestagswahl haben SPD, Grüne und FDP heute ihren Koalitionsvertrag vorgestellt. „Mehr Fortschritt wagen“ lautet der Titel, Ausbildungsplatzgarantie, Bürgergeld und leichterer Zugang für Bafög werden uns Jugendlichen...

mehr lesen
Stellungnahme zur Tarifrunde der Länder 2021

Stellungnahme zur Tarifrunde der Länder 2021

Aktuell laufen die Tarifverhandlungen der Landesbeschäftigten. Der erste und zweite Verhandlungsauftakt ging ohne Ergebnis zu Ende. Unter dem Tarifvertrag der Länder fallen viele Berufsgruppen, unter anderem auch die Beschäftigten der Staatlichen Schulen. Die...

mehr lesen
Sondiert wird nur im Sinne der Herrschenden

Sondiert wird nur im Sinne der Herrschenden

Viele Menschen, vor allem junge Wähler, setzen große Hoffnungen in die uns bevorstehende Ampelregierung aus SPD, Grünen und FDP. Die drei Ampel-Parteien bezeichnen sich selber als Fortschrittskoalition. Doch schon jetzt zeichnet sich ab, wohin die Reise unter der...

mehr lesen
× Schreib uns!