Lass mal übers Ficken reden: FKK

veröffentlicht am: 4 Dez, 2020
FKK – die Gesellschaft macht den Unterschied

Warum darf man an der Ostsee nacktbaden und an der Isar nicht? Die deutschen Ostseegebiete gehörten zur ehemaligen DDR. In der DDR wurde der Freikörperkultur (FKK) ein ganz anderer Platz innerhalb der Gesellschaft zugewiesen. Nacktheit wurde hier offen ausgelebt und toleriert. In einer sozialistischen Gesellschaft geht es nämlich nicht nur darum wie man unsere Körper am besten verwerten kann. Heutzutage wird Nacktheit vielfach kriminalisiert und verboten. Warum ist das so?

In der DDR gehörte das Ausleben der Freikörperkultur zur Gesellschaft dazu. Es war normal, dass sich im Sommer an vielen Stellen im ganzen Land nackt gebadet und gesonnt wurde.

Schon während der 1930er wurde vom Pädagogen Adolf Koch Sportschulen Akademien gegründet an denen zu Klaviermusik nackte Gymnastikeinheiten angeboten wurden für die Arbeiterklasse, Adolf Koch wusste als überzeugter Sozialdemokrat wie wichtig es für die Arbeiterklasse ist, sich zusätzlich zu den eintönigen Bewegungsabläufen innerhalb der Fabriken hier in der Gymnastikschule vielseitig zu bewegen und das eigene Körperbewusstsein zu stärken. Es entstand in den 1930er Jahren eine große Adolf-koch Nacktsportbewegung in Berlin.

Nach der Machtübergabe an die Faschisten wurden der Verein und seine Aktivitäten verboten. Auch heutzutage geht es der FKK- Sportbewegung darum, das Nacktsein zu entsexualisieren und ein positives Körperbild zu fördern

Uns KommunistInnen geht es um eine ganzheitliche Bildung von Körper und Bewusstsein. Deswegen ist die Schulung des eigenen Körperbewusstseins elementarer Bestandteil unseres zukünftigen Volksbildungsauftrags.

Im Kapitalismus steht die schlichte Verwertung unserer Körper im Vordergrund. Wenn wir nicht selbst darauf achten unseren Körper vielseitig zu bewegen, entwickelt er sich einseitig. Wenn Fabrikarbeiter nach ein paar Jahrzehnten eintöniger Bewegung körperliche Beschwerden haben und ihre Körper am Ende sind durch jahrzehntelange eintönige Bewegungsabläufe, interessiert das die herrschende Klasse nicht.

Besonders für Frauen kann eine offen und respektvoll ausgelebte FKK-Kultur dafür sorgen, dass das eigene Körperbewusstsein bestärkt und positiv beeinflusst wird. In der Werbung und in Anzeigen wird besonders Frauen ein Körperbild vermittelt, welches oftmals unrealistisch ist.

In Berlin gibt es unter anderem seit einigen Jahren die „Nacktbar“. Das ist eine nackte Partyreihe, in der es auch darum geht Nacktsein und alles, was damit zusammenhängt zu entsexualisieren und sich einfach wohl zu fühlen im eigenen Körper beim Nackttanzen.

Den eigenen Körper erfahren und ein gutes Körperbewusstsein werden durch Nacktsportangebote positiv beeinflusst. Wichtig ist der gesellschaftliche Rahmen. Im Kapitalismus ist es derzeit nur möglich FKK offen in geschützten Räumen auszuleben.

Ilka, Berlin

Die Kategorie „Lass mal übers Ficken reden!“ ist fester Bestandteil der Position, dem Magazin der SDAJ.

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