Arbeitszeit runter, Löhne rauf, mehr vom Leben!

veröffentlicht am: 30 Apr, 2018

Deutschland, 2018: Die Bosse von Rheinmetall, Siemens, Asklepios und Co. sonnen sich in Rekordgewinnen. Obwohl sie nicht müde werden, von Fachkräftemangel, Konjunkturschwankungen und allerlei anderen Problemchen zu jammern, machen die großen Banken und Konzerne Profite wie selten zuvor. Nicht zuletzt die ständige Kriegstreiberei der BRD lässt die Kassen beständig klingeln.
Auf der anderen Seite des Fließbands sieht es dagegen finster aus: Die Arbeitnehmer in Deutschland schieben einen Rekordberg an Überstunden vor sich her (2016: 1,76 MILLIARDEN, davon über die Hälfte unbezahlt) während gleichzeitig der Krankenstand in immer neue Höhen steigt und die Reallöhne fast überall stagnieren.
Aber damit nicht genug: Die großen Herren haben sich schon neue Möglichkeiten zur Profitmaximierung ausgedacht und wollen – wie etwa die Arbeitgeberverbände Gesamtmetall und Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband), die jetzt als Kirsche auf der Torte die maximale Tages- und Wochenarbeitszeit noch erhöhen wollen.
Eine andere Variante verfolgt derweil Gesundheitsminister Jens Spahn, der den chronisch überlasteten Pflegekräften am liebsten noch ein paar ärztliche Tätigkeiten in ihre Arbeitszeit drücken will.
Gut, dass sich inzwischen an einigen Stellen Widerstand regt. So hat die IG Metall in ihrer letzten Tarifrunde Metall und Elektro das Thema Arbeitszeitverkürzung wieder auf den Plan gerufen und zumindest einen Teilerfolg erzielt. Andere Gewerkschaften wollen nun wohl nachziehen.
Allerdings bleiben die Forderungen nicht ohne Schwächen: Die Verkürzung der Arbeitszeit bedeutet schon in der Forderung der Gewerkschaft, dass damit a) der Lohn ebenfalls sinkt und b) keinerlei Personalausgleich einhergeht.
Dabei ist das sowohl bei immer besseren technischen Bedingungen problemlos möglich, als auch bei Millionen Arbeitslosen und über 100.000 fehlenden Ausbildungsplätzen dringend nötig!
Die 30-Stundenwoche bei vollem Personal- und Lohnausgleich ist aber nichts, was uns ThyssenKrupp, Daimler oder Jens Spahn schenken werden – wenn wir sie haben wollen, müssen wir sie uns erkämpfen, gleiches gilt für ausreichend Personal z.B. in den Krankenhäusern. Heute, am 1. Mai, aber auch an jedem anderen Tag im Jahr, in den Betrieben und auf der Straße.
Als SDAJ sind wir bereit, diesen Kampf entschlossen zu führen, egal, wie sehr sich die Herren der Banken und Konzerne dagegen versperren mögen. Sei dabei!

IDxpZnJhbWUgd2lkdGg9IjU2MCIgaGVpZ2h0PSIzMTUiIHNyYz0iaHR0cHM6Ly93d3cueW91dHViZS1ub2Nvb2tpZS5jb20vZW1iZWQvTk1IOGJwbDQ3V0kiIGZyYW1lYm9yZGVyPSIwIiBhbGxvdz0iYWNjZWxlcm9tZXRlcjsgYXV0b3BsYXk7IGVuY3J5cHRlZC1tZWRpYTsgZ3lyb3Njb3BlOyBwaWN0dXJlLWluLXBpY3R1cmUiIGFsbG93ZnVsbHNjcmVlbj48L2lmcmFtZT4=
SDAJ Aachen
SDAJ Augsburg
SDAJ Barsbüttel
SDAJ Berlin
SDAJ Bochum
SDAJ Bonn
SDAJ Bremen-Oldenburg
SDAJ Cottbus
SDAJ Dresden
SDAJ Düsseldorf
SDAJ Essen
SDAJ Frankfurt
SDAJ Göttingen
SDAJ Hamburg
SDAJ Hannover
SDAJ Kassel
SDAJ Kiel
SDAJ Köln
SDAJ Landau
SDAJ Leipzig
SDAJ Limburg-Weilburg
SDAJ Lübeck Süd/Ost-Holstein
SDAJ Mainz
SDAJ Mannheim
SDAJ Marburg
SDAJ München
SDAJ Neumarkt
SDAJ Neuss
SDAJ Nürnberg
SDAJ Osnabrück
SDAJ Ostwestfalen-Lippe
SDAJ Rostock
SDAJ Schwerin
SDAJ Siegen
SDAJ Solingen
SDAJ Stuttgart
SDAJ Trier
SDAJ Tübingen
SDAJ Ulm
SDAJ Witten
SDAJ Würzburg

POSITION #5/2019

mehr zum Thema

Arbeiten in der Pflege? So nicht!

Arbeiten in der Pflege? So nicht!

https://www.youtube.com/watch?v=UX_rRRVTtM4 Gemeinsam mit Klinik-Azubis und Beschäftigten aus Essen haben wir versucht zu erklären, warum es so wichtig ist, dass an deutschen Krankenhäusern für mehr Personal gestreikt wird und was wirklich hinter dem sog....

mehr lesen
Tarifverhandlungen in der Systemgastro

Tarifverhandlungen in der Systemgastro

Seit Dezember letzten Jahres laufen die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft NGG und dem Abeitgeberverband BdS, der unter anderem Unternehmen wie Burger King, L‘Osteria, Starbucks, Nordsee und McDonald‘s vertritt. Die Beschäftigten fordern mindestens 12 Euro...

mehr lesen
Buckeln bis zum krank werden (POSITION #05/19)

Buckeln bis zum krank werden (POSITION #05/19)

Sven ist 27 und Sozialarbeiter   Vor kurzem habe ich noch im KiTa-Verbund der KJSH Stiftung gearbeitet. Hier gehörte es zur Tagesordnung, dass zu wenig Angestellte für zu viele Kinder da waren. Auch Leiharbeit wurde dann mal eingesetzt. Das hat aber nichts...

mehr lesen