Die Stadt gehört uns – oder euch?

Aktionen, Kommune und Wohnen

12120011_1036728249691543_5867935147044111336_o Wir befinden uns im Jahr 2015. Ganz Deutschland fällt dem Sozialschmarotzertum anheim.
Ganz Deutschland? Nein.
Ein kleiner, unbeugsamer Bund von Vermietern hat heute in Frankfurt ein klares Zeichen gegen Pennertum, »Sozial«wohnungsbau und Unproduktivität gesetzt. Den Verfall guter deutscher Werte wie Ausgrenzung, Verdrängung und Fremdenfeindlichkeit werden wir nicht tatenlos hinnehmen. Raus mit Allem was nicht genug Miete zahlt! „Es kann nicht sein, dass unsere Profite in dieser Gesellschaft weniger zählen als die niederen Interessen des Pöbels, deren Existenzberechtigung sowieso von jeher in der Erarbeitung unseres Wohlstandes liegt,“ sagte eine Teilnehmerin.

12138586_1036728193024882_3572046876835596515_oSo oder so ähnlich könnte man die Satire-Demo verstanden haben, die heute durch Frankfurt am Main gelaufen ist. Mit Geldsäcken, Schampusflaschen und fiesen Parolen sind wir durch die Innenstadt gezogen und haben Verwirrung gestiftet. Um die Passanten nicht völlig ihrer Ahnungslosigkeit zu überlassen, haben wir zum Schluss einen aufklärenden Redebeitrag zum Thema gehalten:

Dir gefallen die arroganten Bonzen nicht, die gerade an die vorbei gelaufen sind? Du willst oder musst für das Studium oder eine Ausbildung von zuhause ausziehen und findest keine bezahlbare Wohnung? Die Wohnung ist viel zu klein und das Gehalt reicht nicht, um eine angemessene zu finden? Dir bleibt am Ende des Monats nach Abzug der Miete nur wenig über vom sowieso schon kleinen Lohn? Die Miete steigt regelmäßig, sodass du Angst hast, dass du diese nicht mehr begleichen kannst?

D12094751_1036728036358231_8700508058910921845_oer Wohnraum in Großstädten wie Frankfurt und deren Umgebung wird angeblich immer “knapper”. Aber das ist kein Naturgesetz und die realen Gründe werden meist nicht in der Öffentlichkeit genannt. Ein Großteil der Neubauten sind Luxuswohnungen, die sich nur die Leute leisten können, die uns unseren mickrigen Lohn zahlen. Bestehender Wohnraum wird gezielt saniert, um MieterInnen vertreiben zu können und mit höheren Mietpreisen mehr Profit herauszuschlagen. Dazu kommen noch die vielen Räume in Gewerbeimmobilien, die leer stehen, da man sie von der Steuer absetzen kann. Außerdem führt man so eine künstliche Verknappung von Wohnraum herbei, der die Preise für die Miete ansteigen lässt. Was kann man dagegen tun? Um der Wohnungsnot ein Ende zu setzen, hilft nur das aktiv werden gegen die Vermieter und die Eigentümer von Immobilien, die für die Misere verantwortlich sind. MieterInneninitiativen oder Bündnisse zur Verhinderung von Zwangsräumen können einiges bewirken. Allerdings wird das Wohnproblem langfristig nur im Kampf gegen Profitinteressen gelöst werden können. Wohnraum ist keine Ware und sollte nach Bedarf verteilt werden und nicht nach den Interessen einzelner.

Wir fordern:

  • Stopp der Privatisierung von Wohnraum – stattdessen Rekommunalisierung und Vergesellschaftung

  • Schluss mit den Mietsteigerungen

  • Mehr sozialen Wohnungsbau mit einer Mietpreisbindung von 20 Jahren oder mehr

  • Mehr und billigerer Wohnraum, z.B. in Form von Wohnheimen

  • Recht auf würdige Wohnbedingungen für Geflüchtete, keine Sammelunterbringung

  • Sofortige Einführung des sog. „Zweckentfremdungsverbots“ (Verhinderung von Leerstand sowie Umnutzung von Wohnraum als Büroflächen und Ferienwohnungen)

  • Schaffung von Wohnungs-Belegungsrechten für GeringverdienerInnen

 

IDxpZnJhbWUgd2lkdGg9IjU2MCIgaGVpZ2h0PSIzMTUiIHNyYz0iaHR0cHM6Ly93d3cueW91dHViZS1ub2Nvb2tpZS5jb20vZW1iZWQvTk1IOGJwbDQ3V0kiIGZyYW1lYm9yZGVyPSIwIiBhbGxvdz0iYWNjZWxlcm9tZXRlcjsgYXV0b3BsYXk7IGVuY3J5cHRlZC1tZWRpYTsgZ3lyb3Njb3BlOyBwaWN0dXJlLWluLXBpY3R1cmUiIGFsbG93ZnVsbHNjcmVlbj48L2lmcmFtZT4=
SDAJ Aachen
SDAJ Augsburg
SDAJ Berlin
SDAJ Bochum
SDAJ Dortmund
SDAJ Dresden
SDAJ Düsseldorf
SDAJ Essen
SDAJ Frankfurt
SDAJ Gießen
SDAJ Göttingen
SDAJ Hamburg
SDAJ Hannover
SDAJ Kassel
SDAJ Kiel
SDAJ Köln
SDAJ Leipzig
SDAJ Lübeck Süd/Ost-Holstein
SDAJ Mainz
SDAJ Mannheim
SDAJ Marburg
SDAJ München
SDAJ Neumarkt
SDAJ Nürnberg
SDAJ Oldenburg-Bremen
SDAJ Osnabrück
SDAJ Ostwestfalen-Lippe
SDAJ Rostock
SDAJ Schwerin
SDAJ Siegen
SDAJ Solingen
SDAJ Stuttgart
SDAJ Trier
SDAJ Tübingen
SDAJ Ulm
SDAJ Witten
SDAJ Würzburg

POSITION #5/2019

mehr zum Thema

Zeit für Widerstand: Jugendfestival endet in Köln

Zeit für Widerstand: Jugendfestival endet in Köln

Nicht-kommerzielle Gegenkultur statt teurer Mainstream-Musik: Am heutigen Montag endet in Köln das Festival der Jugend, eines der größten linken Jugendfestivals in Deutschland. An dem Wochenende kamen 2.000 BesucherInnen in den Jugendpark am Rhein, ein großer Teil...

Kampftag der Arbeiterbewegung

Kampftag der Arbeiterbewegung

Seit dem Generalstreik zur Durchsetzung des Acht-Stunden-Tages 1886 in Chicago wird der 1. Mai als Internationaler Kampftag der Arbeiterbewegung weltweit von Arbeiterinnen und Arbeitern genutzt, um die soziale Frage immer wieder auf die Tagesordnung zu setzen. Dieser...

Umfrage am Klotzsche Gymnasium

Umfrage am Klotzsche Gymnasium

In Deutschland fehlen über 50 Milliarden Euro für die Sanierung von Schulgebäuden. Dabei ist längst erwiesen, dass eine strukturierte und vor allem eine funktionierende Umgebung essentiell für jeden Lernerfolg ist. Auch der Leistungsdruck wird immer höher, zwischen...

Abrüsten statt Aufrüsten

Abrüsten statt Aufrüsten

Seit 1960 finden in Deutschland jedes Jahr die traditionellen Ostermärsche für Frieden und Abrüstung statt. Damals noch unter dem Eindruck der zunehmenden Eskalation des Kalten Krieges zwischen dem imperialistischen Westen mit den USA an der Spitze und dem...

100 Jahre Münchner Räterepublik

100 Jahre Münchner Räterepublik

Beim Münchner Hofbräuhaus denken die meisten Menschen vor allem an Bier, Lederhosen und die CSU. Aber hier wurde am 13. April vor 100 Jahren auf einer Versammlung der Betriebs- und Kasernenräte der leitende Ausschuss für die eine Woche zuvor ausgerufene Räterepublik...