[bezahlung unter wert] – Widerstand im Leipziger Billiglohnsektor!

OutingFotoSDAJ Outet die miserablen Arbeitsbedingungen bei BUW.
– Gemeinsam kämpfen für geregelte Ausbildung für alle Jugendlichen und ein Ausbildungsgesetz!!!

In Deutschland hat sich schon seit einigen Jahren ein sogenannter „Billiglohnsektor“ etabliert. Aber was versteht man unter Billiglohn? Bedeutet es, dass man weniger lange arbeitet oder weniger qualifizierte Tätigkeiten als „andere“ Beschäftigte für weniger Geld verrichtet ? Beides wäre dem Papier nach richtig. Aber es geht weit an der Praxis vorbei. In Wirklichkeit bedeutet Billiglohn nämlich: billiger Lohn für gleiche Arbeit, welche man auch in der jeweiligen Branche für ein wesentlich höheres Gehalt verrichtet. Ein Beispiel : Ein Bankkaufmann verdient durchschnittlich 3.600 Euro im Monat plus Provision.

Ein buw-Mitarbeiter der im Auftrag von „Comdirekt“ den Telefonischen Kundendienst übernimmt hat genau die selben Aufgaben und Verantwortungen wie ein Bankkaufmann. Mit dem Unterschied das der buw-Mitarbeiter nur ca. 1100 Euro brutto im Monat verdient. Wieso funktioniert das? Viele Angestellte in prekären Beschäftigungsverhältnissen können sich aus diversen Gründen auf dem normalen Arbeitsmarkt nicht durchsetzen. Ob nun durch vorherige Arbeitslosigkeit, berufliche Unerfahrenheit oder mangelnder beruflicher Qualifikation werden gerade jüngere Arbeitssuchende oft im Billiglohnsektor angestellt. Für viele ist es oft eine Erleichterung überhaupt eine Anstellung gefunden zu haben. Aber das „böse Erwachen“ kommt oft schon nach wenigen Monaten. Callcenter wie buw, avocis, CCC um nur ein paar lokale Größen zu benennen, zahlen meist um die 8 Euro pro Stunde, verlangen aber volle Leistung und Flexibilität von ihren Angestellten. Arbeiten an Wochenenden und Feiertagen sind die Regel, nicht die Ausnahme. Jetzt könnte man zu Recht fragen wo sind die Gewerkschaften bei einer so deutlichen Ausbeutung? Für Dienstleister ist eigentlich ver.di verantwortlich. Aber der Billiglohnsektor bildet scheinbar eine Ausnahme. Da Callcenter in den unterschiedlichsten Branchen existieren ist auch eine Vielzahl von Gewerkschaften für den Tarifkampf verantwortlich. Tatsächlich konnte bisher keine Gewerkschaft in Callcentern Fuß fassen. Das mag an Unwillen oder Unfähigkeit zur gemeinsamen Arbeit mit anderen Arbeitnehmer-Vertretern liegen. Wir als Arbeiterjugend fühlen uns für alle Branchen und alle Arbeiter verantwortlich.

Deswegen macht die SDAJ Leipzig gemeinsam mit anderen Organisationen Outings, unter anderem bei BUW um über die Katastrophalen Missstände aufzuklären. Die Aktion stieß auf viel Interesse auch bei einigen Mitarbeitern des Callcenters.
Gemeinsam mit den Gewerkschaften und aktiven Kolleginnen und Kollegen wollen wir für bessere Bedingungen im Billiglohnsektor sorgen. Gemeinsam mit der Ver.di – Jugend wollen wir für eine höhere Organisation der KollegInnen sorgen und einen Tarifvertrag erstreiten.