EQJ: Asozial engagiert

veröffentlicht am: 15 Mrz, 2014

Ausbildung: Die neueste Warteschleife

Dazu kann ein Unternehmen einfach nicht Nein sagen: Die Arbeitsagentur bezahlt ausbildungswilligen Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz bekommen haben, 200 Euro pro Monat und schickt sie in einen Betrieb. Den Betrieb kostet dieser „Azubi“ keinen Cent. Er kann ihn nach einem Jahr entweder einfach rauswerfen oder auf einen Ausbildungsplatz übernehmen. Diese Schweinerei heißt „Einstellungsqualifizierung“, kurz EQJ, und wird mittlerweile großflächig in Unternehmen eingesetzt. EQJler zählen nicht als Azubis, die JAV hat damit keinerlei Möglichkeiten, sich für sie einzusetzen. Sie werden schließlich von der Arbeitsagentur bezahlt – und eben nicht vom Unternehmen. Kostenlose Hilfskräfte lässt sich kein Unternehmen entgehen – dafür werden Ausbildungsplätze gestrichen oder gering-qualifizierte KollegInnen entlassen. Ein „Arbeitgeber“-Vertreter erklärte: „Das ist sicher auch ein Stück weit soziales Engagement der Wirtschaft.“ Schließlich handele es sich um „Jugendliche mit Problemen“, die sonst gar keine Chance hätten. Laut Fernsehberichten glaubt daran aber nicht einmal die Arbeitsagentur, die den ganzen Spaß bezahlt.

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