Wuppertal: Jugendzentrum wird weg gespart, um Jugendarbeit zu erhalten?

Die Genossinnen und Genossen von der erst kürzlich neu gegründeteten SDAJ Wuppertal berichten auf ihrer Website von den Einsparungen in der kommunalen Jugendarbeit Wuppertals:

Ein Gespenst geht um in Wuppertal-Vohwinkel. Nein, es ist nicht der Kommunismus, es ist die Drohung der Schließung des Jugendzentrums Treffpunkt Tesche oder der Wegrationalisierung der finanziellen Beteiligung der Stadt im Jugend- und Begegnungszentrums (Jubs) in Vohwinkel.

Denn die Stadtverwaltung plant den Abbau von 1,6 Stellen in Jugendbereich im Stadtteil Vohwinkel. Die Folge wäre, dass entweder das Jugendzentrum Treffpunkt Tesche geschlossen wird oder die Stadt Wuppertal sich aus dem Jugend und Begegnungszentrum zurückziehen muss. Begründung für die Kürzungen ist der Einstellungsstopp, den das Land der Stadt Wuppertal auferlegt hat. Frei werdende Stellen im Jugendbereich können nicht neu besetzt werden, falls Mitarbeiter zum Beispiel in den Ruhestand gehen. Deshalb möchte die Stadtverwaltung im vorauseilenden Gehorsam 6,9 Stellen im Jugendbereich streichen, um gegenüber der Bezirksregierung guten Willen zum Sparen zu zeigen. Man erhofft sich dadurch die Genehmigung zu erhalten, die offenen Stellen im Jugendbereich wieder auffüllen zu können.

Dass die Wegrationalisierung dieser Stellen zur Schließung eines der Jugendzentren in Vohwinkel führt, wird von der Stadt mit der prozentualen Überversorgung vom Stadtteil Vohwinkel im Gegensatz zum Wuppertaler Osten gerechtfertigt. Eine zynische Aussage, denn schaut man sich das Problem mit jugendlichen Neonazis in Vohwinkel an, wird einem klar wie dringend der Stadtteil diese Jugendzentren braucht. In Vohwinkel entwickelt sich mittlerweile Widerstand gegen die rücksichtslose Kürzungspolitik. Kinder und Jugendliche, die den Treffpunkt Tesche nutzen, haben inzwischen über 700 Unterschriften für den Erhalt der Einrichtung gesammelt. Um die Stellenstreichung, die im Mai im Stadtrat beschlossen werden soll, verhindern zu können ist es wichtig, dass sich die Betroffenen an unterschiedlichen Standorten nicht gegeneinander ausspielen lassen.

Die Frage sollte nicht sein: Wo kann Wuppertal an seiner Jugendarbeit kürzen, um einen Minimalbetrieb abzusichern? Sondern: In welchem Bereich können wir sparen, um unsere Jugendarbeit zu erhalten?

Die Antwort auf diese Frage ist sicher nicht in den überschuldeten Kommunen zu finden, sondern beispielsweise in den Ausgaben des Bundes für die Bundeswehr und ihre Kriegseinsätze oder in den verpulverten Geldern des Landes für den Jugendknast in Ronsdorf.

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