Kleines Politisches Wörterbuch der Weltfestspiele 2010

veröffentlicht am: 21 Dez, 2010

Flagge SüdafrikasAfrikaans: neben Englisch und vielen anderen Sprachen Amtssprache in Südafrika. Die Sprache hat sich aus dem Neuniederländischen entwickelt und wurde zunächst vor allem von der weißen Bevölkerung gesprochen. Als die Einführung der Sprache auch in den Townships durchgesetzt werden sollte, kam es 1976 zu großen SchülerInnenprotesten mit einem Toten in Soweto. Mit der Ablehnung der Sprache Afrikaans entstand der „Mythos Soweto“ und damit ein Schwelbrand, der später als Zeitenwende im Widerstand gegen die Apartheid angesehen wurde. Heute sprechen die meisten Bewohner Südafrikas Englisch. Afrikaans gilt immer noch als die „Sprache der Weißen“.

Anmeldung: muss ganz fix gehen. So schnell wie möglich an die SDAJlerInnen deines Vertrauens wenden und Bescheid geben. Es wird eine gemeinsame Anreise und Unterkunft organisiert werden. Der Zeitraum der Weltfestspiele liegt zwischen dem 12. und 22. Dezember, je nachdem, wann die günstigen Flüge zu bekommen sind. Die Kosten für die Reise belaufen sich auf 1250,- €. Das ist ne ganze Menge: Oma angraben, Geburtstagsgeld und vielleicht auch Weihnachtsgeld im Voraus abgreifen. Und wieder der Tipp: wendet euch an die SDAJlerInnen eures Vertrauens, irgendwie bekommt man die Kohle zusammen!

Apartheid: Periode der institutionalisierten Rassentrennung in Südafrika, d.h. der rechtlich abgesicherten Herrschaft der weißen Minderheit über die schwarze Mehrheit. Sie begann Anfang des 20. Jahrhunderts und endete erst 1994 mit der Machtübernahme durch den ANC. Der Begriff ist dem Afrikaans und niederländischen „apart“ für „getrennt“, „einzeln“ entlehnt.

Clubs: Bereiche der einzelnen Regionen bei den Weltfestspielen. Dort treffen sich die TeilnehmerInnen und es gibt Infostände der einzelnen Organisationen. Zusätzlich zu den Clubs unbedingt an den großen Konferenzen teilnehmen, die hauptsächlich auf Englisch und Spanisch übersetzt werden.

Delegation: Gruppe von Personen (Delegierten), die aus einem Land zu den Weltfestspielen anreisen. Bei den letzten Weltfestspielen in Caracas gab es eine deutsche Delegation von 200 Personen, aus 20 verschiedenen Organisationen. Unter ihnen die Bundesvorstände der IGM-Jugend, der Ver.di-Jugend und der GEW-Jugend. Die SDAJ schickte damals 55 GenossInnen. Die Delegationen werden zusammen in Unterkünften untergebracht und sollten zusammenbleiben. Sein eigenes Verhalten zu reflektieren und anzupassen, ist sehr wichtig, da man als Delegierter eine große Anzahl von Jugendlichen repräsentiert.

Internationalismus (proletarischer): weltweiter Zusammenschluss der Arbeiterklasse. Er erwächst aus der objektiven Übereinstimmung der gemeinsamen Interessen und Ziele der arbeitenden Menschen, als ausgebeuteter Klasse, die im weltweiten Kapital einen gemeinsamen Klassengegner hat. Den daraus resultierenden gemeinsamen Kampf bezeichnen wir als (internationale) Solidarität: Proletarier aller Länder vereinigt euch!

Mandela, Nelson: wichtigster Führer des Anti-Apartheid-Kampfes und erster schwarzer Präsident in Südafrika. Er war Mitglied des African National Congress (ANC), der während des Apartheidregimes verboten war. Wegen seiner politischen Aktivitäten (Vorwurf: Sabotage und Planung zu bewaffneten Kampf) saß Mandela 27 Jahre hinter Gittern. 1994 gewann der ANC die ersten demokratischen Wahlen in Südafrika und stellt seitdem die Regierung.

Townships: Bezeichnung der „schwarzen“ Wohnsiedlungen während der Apartheid in Südafrika. In diese Siedlungen wurde die schwarze und indische Bevölkerung umgesiedelt um das „weiße“ Stadtbild aufrechtzuerhalten. Sie besitzen noch heute Ausmaße von mittel- bis großen Städten und die Bewohner sind in erster Linie schwarz, sehr arm und müssen mit einer schlechten Infrastruktur sowie einem hohen Maß an Kriminalität zurechtkommen.

Vorbereitung: wichtig: Ein gültiger Reisepass (noch mindestens ein halbes Jahr nach der Reise gültig!). Gibt’s im Bürgerbüro deiner Stadt. Biometrisches Passbild beim Fotografen machen lassen, mitbringen, 37,50 € blechen und sechs Wochen warten. Ach ja: keine Verletzungen an den Fingerkuppen – wegen den Abdrücken!
Außerdem Kamera nicht vergessen, USB-Stick für den Austausch von Infos, T-Shirts (lässt sich prima mit tauschen) und Kohletabletten gegen den Durchfall. Impfungen sind auch auf jeden Fall zu empfehlen! Da man aufgrund der ungewohnten Essgewohnheiten sowieso schon mit Magenproblemen zu kämpfen haben wird, muss eine Hepatitis oder Gelbsuchterkrankung nicht unbedingt dazukommen. Mittlerweile bezahlen die meisten Krankenkassen die Tropenimpfungen – einfach im örtlichen Tropeninstitut und bei seiner Krankenkasse nachfragen.

Young Comunst League South Africa: Schwesterorganisation der SDAJ. Die YCLSA ist der Jugendverband der Kommunistischen Partei Südafrikas und existiert bereits seit 1922. Er wurde 1950 verboten und wird seit 2003 wieder kontinuierlich aufgebaut.. Die Schwerpunkte des Verbandes sind kostenlose Bildung, Arbeit für Alle und der Kampf gegen das HIV-Virus.

Dieser Artikel erschien in POSITION – Magazin der SDAJ #3/2010.

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POSITION #5/2019

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