In Gedenken der Opfer der faschistischen Novemberpogrome

veröffentlicht am: 15 Nov, 2022

In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 steckten die Faschisten fast alle Synagogen im Deutschen Reich in Brand, sie plünderten und zerstörten tausende Wohnungen und Geschäfte, ermoderten hunderte Jüdinnen und Juden und trieben mindestens 300 in den Selbstmord. In den folgenden Tagen wurden Dreißigtausend kolonnenweise in die Konzentrationslager Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen verschleppt. Natürlich wurde kein einziger der Nazi-Verbrecher bestraft: Alle Fälle wurden dem Naziparteigericht überwiesen, welches ihnen billigend bestätigte, sie seine aus „anständiger nationalsozialistischer Gesinnung“ über das Ziel hinausgeschossen. Wie es nach der Pogromnacht in den KZs zuging, schilderte der Kommunist Emil Carlebach, der bereits seit 1933 in Buchenwald inhaftiert war, so: „Bei ihrem Einmarsch stand die SS, mit Knüppeln und Peitschen bewaffnet, an der Straße Spalier, so daß nur ganz wenige unverletzt das Lager erreichten. Die von blutigen Gepäck- und Kleidungsstücken bedeckte Straße, auf der zahlreiche Verwundete lagen, glich einem Schlachtfeld. Siebzig jüdische Häftlinge wurden in Folge der furchtbaren Quälereien wahnsinnig. Man warf sie vorläufig in einen Holzverschlag. Von dort wurden sie nach einiger Zeit gruppenweise in den Bunker überführt und erschlagen.“ Die Kommunisten hatte den Antisemitismus schon früh als Manöver der Herrschenden enttarnt, welches das Volk von den wahren Ursachen und Profiteuren der Krise ablenken und den Krieg vorbereiten sollte. Der KPDler Hans Günter schrieb 1935: „Seit dem Mittelalter sind die Judenverfolgungen ein beliebtes Ventil, den Zorn der ausgesogenen Bevölkerung von der herrschenden Klasse abzulenken. Das macht sich die völkische Rassentheorie zunutze. Sie bezeichnet die Juden als das minderwertigste aller Völker. Der eigentliche Feind, der mit der antisemitischen Hetze getroffen werden soll, ist jedoch nicht das Judentum, sondern der Kommunismus!“

In diesem Sinne ist die Erklärung der KPD zur Pogromnacht zu verstehen, die uns auch heute Mahnung gegen jede Rassenhetze sein sollte: „Es ist eine elende Lüge, dass die Pogrome ein ,Ausbruch des Volkszornes‘ gewesen seien. Sie wurden von langer Hand vorbereitet, befohlen und organisiert allein von den nationalsozialistischen Führern. Sie sollten in Wirklichkeit dazu dienen, den wachsenden Volkszorn gegen die Diktatur, gegen die Ausplünderung des ganzen deutschen Volkes zugunsten der Rüstungsmillionäre und der Nazibonzen abzulenken auf Unschuldige, mit dem Ruf: Der Jud ist schuld!‘ Es sind aber nicht die Juden, die durch eine Politik der Gewalt gegenüber den andern Ländern den Frieden gefährden und Deutschland in einen neuen Weltkrieg treiben. Es sind die Krupp, Thyssen, Mannesmann, Flick usw., die alten imperialistischen Verderber Deutschlands, die Kriegsgewinnler vom letzten Weltkrieg, die Inflationsgewinnler in der Republik, die Rüstungsgewinnler von heute, in deren Auftrag Hitler bereit ist, das Volk wieder in einem Krieg hinzuopfern. Solidarität im Mitgefühl und in der Hilfe für die jüdischen Volksgenossen – das ist es, was die Stunde von allen friedens- und freiheitsliebenden Deutschen verlangt!“

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