Mangelversorgung als neuer Normalzustand

veröffentlicht am: 11 Sep., 2022

Schlechte Gesundheitsversorgung, Personalmangel und miese Arbeitsbedingungen

Immer mehr Krankenhäuser schließen oder werden privatisiert um Profite für die Eigentümer auf Kosten der Patient*innen zu machen. Auch bei staatlichen Krankenhäusern wird gekürzt und gespart. In unseren Krankenhäusern fehlt es an Personal, guten Arbeitsbedingungen, Geld für bessere Ausbildung, bessere Bezahlung, bessere Ausstattung und vieles mehr, um eine gute Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.

Kein Interesse das zu ändern

Diesen Mangel hat die Bevölkerung gerade in den letzten beiden Jahren während der Pandemie gespürt. Die Herrschenden und ihre Regierung haben kein Interesse, dies zu ändern, wozu auch, wenn sie sich selbst beim Ausverkauf unseres Gesundheitssystems bereichert und die kaputten Zustände verursacht haben. Statt mehr Personal einzustellen, mehr und besser auszubilden, beschäftigt man sich damit, wie man die Mangelversorgung möglichst „erträglich“ zum Normalzustand machen kann.

Mangelversorgung als neuer Normalzustand

Zukünftig soll bei mangelnden Behandlungskapazitäten auf Intensivstationen z.B. durch zu wenig Geräte oder zu wenig Personal sortiert werden, bei wem es sich lohnt zu behandeln. Kriterium dafür soll die Überlebenswahrscheinlichkeit des Patienten sein. Behinderung und Alter sollen nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts explizit keine Rolle spielen in dem Triage-Prozess, um zu verhindern, dass diese benachteiligt werden und keine bzw. schlechtere Versorgung bekommen. Eine gute Gesundheitsversorgung im Interesse der ganzen Bevölkerung würde allerdings bedeuten, in erster Linie dafür zu sorgen, dass es erst gar nicht zu solchen Situationen kommt.

Keine Profite mit unserer Gesundheit!

Dafür braucht es die Abschaffung der Fallpauschalen, wodurch Krankenhäuser nicht ihre Ausgaben begleichen können, sondern de facto dazu gezwungen werden, zu sparen an Personal und Ausstattung zu sparen, um Profite zu machen und rentabel zu bleiben. Um langfristig genug Personal im Gesundheitsbereich zu haben, braucht es außerdem gute Ausbildungsbedingungen und ein Gehalt, das nicht nur zum blanken Überleben reicht.

 

Gemeinsam Organisieren und Kämpfen!

Um das zu erreichen, müssen sich die Beschäftigten im Gesundheitsbereich und außerhalb organisieren und gemeinsam für ausreichend Personal und Bezahlung gegen die Ausbeutung für die Profite der Herrschenden.

Ein erster Schritt sind die Streikbewegungen in Berlin, NRW, jetzt Frankfurt und Dresden, an die wir anknüpfen müssen in unserem Kampf für eine Gesundheitsversorgung in unserem Interesse.

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