Lohnkürzung an der Supermarktkasse

veröffentlicht am: 23 Mrz, 2022

Seit letztem Herbst steigen die Preise für fast alles. Besonders stark für Heizen und Kraftstoff, aber auch für Gemüse und Fleisch. Wir alle merken das an der Supermarktkasse, beim Tanken und wenn die Energierechnung im Briefkasten liegt, wenn unser Lohn von den steigenden Preisen aufgefressen wird.

Für Jugendliche, die gerade ihren ersten Lohn erhalten oder sich neben dem Studium mit Nebenjobs über Wasser halten ist diese Situation besonders beschissen. Ein eigenständiges Leben zu führen und zu Hause auszuziehen wird immer schwieriger und wenn man diesen Schritt schon geschafft hat, geht das meiste Geld für Wohnen und Essen drauf. Die Konsequenzen sind eine steigende Verschuldung und steigender Druck, auch die miesesten Jobs anzunehmen. Für Frauen bedeutet das ein höheres Risiko, sich in ökonomische Abhängigkeiten mit ihren Partnern zu begeben oder schwerer aus diesen herauszukommen. Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben und Beschäftigte, die wegen Kurzarbeit auf bis zu 40% ihres Lohns verzichten müssen, trifft das besonders hart.

Wir erleben in Deutschland einen Reallohnverlust. Auch wenn der Lohn als Betrag sogar etwas steigt kommt es dazu, dass man sich davon immer weniger kaufen kann. Real verliert man Lohn und das Monat für Monat. Eine solche Lohnkürzung direkt vom Chef würde kaum ohne Widerstand bleiben.

Aber bei der Inflation scheint es so als könnte man nichts machen. Tatsächlich ist es aber kein unerklärliches Phänomen, sondern wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflußt, wie der Macht der Monopole Preise festzulegen, oder die CO2-Bepreisung, die auf uns Verbraucher umgelegt und uns so für die Klimakrise bezahlen lässt.

Die Inflationsgewinner sind diese großen Monopole in der Lebensmittel- und Energiebranche. Während uns der Lohn an der Kasse durch die Finger rinnt, häufen Dieter Schwarz (Lidl) und die Albrecht Brüder (Aldi) weiterhin riesige Vermögen an.

Hier muss der Ansatzpunkt sein um eine sofortige Verbesserung der Situation herbeizuführen. Kraftstoffsteuern und Mehrwertsteuer zu senken oder minimale Hilfen an besonders Betroffene auszuzahlen ist auch nur eine versteckte Umverteilung von unten nach oben. Bezahlen werden wir es mit Einsparung in unserem Gesundheits-, Bildungs- und Sozialsystem, während die großen Monopole unangetastet bleiben. Dass gleichzeitig ein Aufrüstungspaket von 100 Milliarden Euro geschnürt wird, zeigt, dass das Geld da wäre, uns nicht die Lasten der Inflation tragen zu lassen, der politische Wille dazu jedoch fehlt.

Besonders gilt das für die nächsten Tarifrunden und Arbeitskämpfe. Die Ergebnisse der letzten Jahre waren oft nichtmal ein Inflationsausgleich und schützen auch deshalb jetzt nicht vor den Preissteigerungen. Die Forderung nach Lohnerhöhung kann nur jenseits der Inflationsrate starten, alles andere ist ein Minusgeschäft für die arbeitende Jugend.

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