Der angebliche “Hufeisenplan”

Jeder Krieg begann mit einer Lüge. Zum Beispiel der Jugoslawien-Krieg

Am 23. März 1999 beschloss die rot-grüne Bundesregierung den ersten deutschen Kriegseinsatz nach dem zweiten Weltkrieg. Hintergrund war der Konflikt um die Kontrolle des Kosovos. Gekämpft wurde zwischen der Bundesrepublik Jugoslawien, die zu diesem Zeitpunkt nur noch aus Serbien und Montenegro bestand, und der UÇK, einer kosovo-albanischen paramilitärische Organisation.

Die Bundeswehr war hierbei Teil eines NATO-Einsatzes, der weder ein UN-Mandat besaß noch durch einen Bündnis- oder Verteidigungsfall ausgelöst wurde. Es handelt sich also um einen Angriffskrieg, der nach bürgerlichen Standards und den Regeln der NATO sowie dem Grundgesetz durch nichts zu rechtfertigen war. Um den Einsatz dennoch rechtfertigen zu können, berief sich die deutsche Regierung auf den sogenannten „Hufeisenplan“. Laut diesem Plan, war es Absicht der jugoslawischen Regierung im Kosovo systematisch ethnische Säuberungen durchzuführen.

Zwar kam es während des Krieges zu Vertreibungen und vereinzelten Massakern, doch eine geplante ethnische Säuberung des Kosovos durch jugoslawischen Soldaten und Behörden lässt sich bis heute nicht belegen. Auch die meisten Beobachter des Konflikts zweifelten bereits im April 1999 die Existenz eines solchen Plans an. Infolge zunehmender Kritik sah sich im Jahr 2000 auch der damalige Kriegsminister Scharping gezwungen, zuzugeben, dass es sich bei dem von ihm immer wieder angeführten Hufeisenplan um keine Originaldokumente gehandelt hatte.

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Bis heute wird der Krieg damit gerechtfertigt, dass man aufgrund der Zivilbevölkerung im Kosovo aktiv eingreifen musste. Dass es aber weder der deutschen Regierung noch den anderen NATO-Staaten um die Verhinderung einer humanitären Katastrophe oder um Deeskalation ging, zeigt sich an der Unterstützung und Zusammenarbeit mit der UÇK. Ziel dieser UÇK war ein ethnisch einheitliches Groß-Albanien. Zur Erreichung dieser Vorstellung führten ihre Kämpfer zahlreiche Massaker an Serben und Roma im Kosovo durch und machten ganze Dörfer dem Erdboden gleich. Außerdem pflegte die UÇK gute Kontakte zur albanischen Mafia und beteiligte sich im Laufe des Krieges aktiv am Organhandel.

Leo, München

Dieser Artikel erschien in
POSITION #6/2016
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