Amazon: Ständiger Druck

Amazon (Foto: Nic Taylor Photography / CC NC-ND)
Amazon (Foto: Nic Taylor Photography / CC NC-ND)

Matze ist ehemaliger Amazon-Mitarbeiter und berichtet über seine Arbeitsbedingungen im Amazon-Werk bei Augsburg:

„Ich habe für ungefähr drei Monate Lagerarbeiter bei Amazon gearbeitet. Die Arbeitsbedingungen sind wirklich so scheiße wie man immer zu hören bekommt. Man hat zum Beispiel nur eine Pause pro Schicht. Das nervt echt, wenn du mal kurz zwischendurch eine rauchen willst, aber nicht darfst. Was richtig viele Kolleginnen und Kollegen mies finden, sind die Sicherheitsschleusen, durch die alle durch müssen, wenn man ins Werk kommt oder geht. Bei Schichtwechsel ist da immer Stau. Die Stempeluhr, nach der deine Arbeitszeit bemessen wird, ist aber erst hinter der Schleuse. So klaut dir Amazon jeden Tag 10 Minuten deines Lebens. Oder, dass es einfach keine Aufenthaltsräume für die Beschäftigten gibt, das ist auch echt scheiße. Aber Amazon hat nur ein einziges Ziel: Wir sollen die ganze Zeit arbeiten, arbeiten, arbeiten. Und damit das auch passiert, wird die ganze Zeit von oben Druck gemacht. Ständig bekam man Nachrichten auf den Handscanner mit dem man die Ware scannt: „Lauf schneller! Lauf schneller! Wir schaffen sonst die Zahlen nicht“. Das ist zum Glück irgendwann untersagt worden. Das regelmäßige „Feedback“, das man bekommt, hat aber den gleichen Effekt. Im Leipziger Werk wurde mal gemessen, wie viele Kilometer ein Packer jeden Tag läuft: 15-25 km pro Tag! Danach bist du einfach nur noch fertig. Ich bin zum Beispiel echt häufig krank geworden, auch wegen der ständigen Schichtwechsel. Irgendwann habe ich dann gekündigt. Ich hatte keine Lust mehr, mich weiter für die kaputt zu machen, jetzt muss ich nur sehen, dass ich woanders was finde.“