Rosenheim: Let’s Fight Them Back!

lets-fight-them-back-besserDie SDAJ Rosenheim berichtet auf ihrer Website:

Seit mehr als einem Monat häufen sich die Anschläge auf die Linke Szene Münchens. Neonazis terrorisieren Anwohner und Aktivisten. Scheiben werden eingeschlagen, Farbbeutel zerplatzen an Wänden und „Keine Chance dem Kommunismus“-Schmiererein sollen die progressiven Kräfte der Landeshauptstadt einschüchtern. Die Staatsmacht unternimmt wenig bis nichts. Genug ist Genug! Lets Fight Them Back!

Unter diesem kämpferischen Motto zogen gestern, am 29.05., annähernd 1000 Antifaschisten und Antifaschistinnen durch die Münchner Innenstadt, um lautstark auf den, von den Medien diskret runtergespielten, faschistischen Terror aufmerksam zu machen. Kurz gefasste Berichte gab es, über die Angriffe auf den Kurt-Eisner-Verein. Mehr aber auch nicht. Wer sich eine saubere Berichterstattung erhoffte wurde maßlos enttäuscht.

Die Berichte in Rundfunk, deutschem Fernsehen und in der Presse dienten lediglich der Polizei als Bühne für eine weitere absolut widerliche Selbstinzenierung. Man werde mit aller Härte ermitteln und die Täter fassen. Was mit aller „Härte ermitteln“ im Sinne der deutschen Behörden wirklich heisst, wurde eindrucksvoll in den Ermittlungen rund um die rassistische Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) unter Beweis gestellt. Tag für Tag werden neue Verstrickungen zwischen Staat und Nazis aufgedeckt und Tag für Tag wird das Bild, das uns eine Zusammenarbeit zwischen Terror und Verfassungschutz zeigt, sichtbarer.

Die Demonstration startete gegen 19 Uhr friedlich und doch lautstark und machte sich auf den Weg durch das Westend von München. Mit Fahnen, Plakaten,Transparenten, Flyern und sonstigen Kundgebungsmaterialien wurden die zuschauenden Anwohner über den Ernst der Lage informiert.

Drei stadtbekannte Neonazis ließen es sich nicht nehmen, am Straßenrand aufzutauchen und Demonstrationsteilnehmer zu provozieren. Als daraufhin der vordere Teil der Demonstration ausbrach um den Nazis von Angesicht zu Angesicht konsequent und entschlossen entgegenzutreten, kesselten Polizeieinsatzkräfte diese sofort ein und Zivilpolizisten begannen ihre Arbeit zu verrichten. Unter Einsatz ihrer Schlagstöcke hielten sie Demonstranten von den Neonazis fern und chauffierten diese daraufhin in aller Ruhe in Sicherheit. Praktisch demonstrierte die Staatsmacht so, dass unsere Vorwürfe gegen sie, nämlich der Schutz der Faschisten, die bittere Realität darstellen.

Um trotz Verharmlosung durch die Medien und Untätigkeit der Staatsorgane auf das Problem aufmerksam zu machen, zog es gestern viele Menschen auf die Straße. Solidarisch wurde unter Beweis gestellt, der Spruch: „Getroffen hat es einige – Gemeint sind wir alle!“ wird bei uns praktisch verstanden. Gemeinsam haben wir entschlossen ein konsequentes Zeichen gegen Ausländerhass und Faschismus gesetzt. Ein Signal sollte wirklich bei jedem angekommen sein: Wir lassen uns nicht einschüchtern! Weder von den Nazis noch von der Polizei!