“Wir lassen uns nicht einschüchtern!“ – Proteste gegen Modi wachsen stetig

veröffentlicht am: 21 Jan, 2020

Die Proteste gegen Modi und BJP wachsen stetig

Nach mehr als einem halben Jahr nach Modi’s BJP Erdrutschsieg bei der Parlamentswahl nimmt die Protestbewegung Fahrt auf. BJP’s Agenda ein rassistisches, anti-muslimisches „Hindu Rashtra“ zu schaffen, gestützt von der autoritären und autokratischen Ideologie der Mutterorganisation RSS, wird unaufhörlich vorangetrieben. Doch die Menschen lassen es sich nicht gefallen.

Wenige Wochen nach der Wahl ging die Regierung gegen die Souveränitätsbestrebungen der Kaschmiris vor indem sie den Verfassungsartikel 370, der den Autonomiestatus der Konfliktregion festlegte, aussetzte. Statt auf Dialog und Konsens zu setzen, entschied sich die BJP dazu Militär zu schicken, das Internet abzuschalten, Oppositionspolitiker zu inhaftieren und mit äußerster Brutalität gegen Demonstranten vorzugehen.

Während die Blockade Kaschmirs weiter andauert, hat Modi’s Innenminister Amit Shah schon einen weiteren Schritt gegen Indiens Muslime auf den Weg gebracht. Mit dem notorischen Citizen Amendment Act (CAA) das lediglich nicht-muslimischen Immigranten die Staatsbürgerschaft anbietet und dem vorgeschlagenen National Register of Citizens (NRC), das umfassende Listen der Bevölkerung zu Ziel hat, bereitet die Regierung eine noch nie dagewesene, rassistische Seperationspolitik vor. Der Bau von riesigen Abschiebelagern in den nord-östlichen Bundesstaaten ist in vollem Gange.

Die Angriffe auf die indische Demokratie werden auch im Bildungssektor intensiviert, frei nach dem Motto der Unterdrückung kritischen Denkens an Universitäten. Unter den zahlreichen Studierendenbewegungen, kämpfen auch die Studierenden der Jawaharlal Nehru University (JNU) gegen eine Erhöhung der Studiengebühren, eine autoritäre Universitätsverwaltung und die Privatisierung der öffentlichen Universitäten. Am 5. Januar zeigte der RSS einmal mehr sein wahres Gesicht als er an die 70 maskierten Schlägertruppen des hindu-nationalistischen Studierendenverbandes ABVP schickte, um mit barbarischer Mob-Gewalt die progressiven Studierenden zu attackieren und Terror zu verbreiten. Seid ihrer Gründung war die JNU stets ein Ort der Aufklärung, der progressiven Sozialforschung und letztlich auch ein sicherer Hafen für Studierende aus den armen und marginalisierten Bevölkerungsschichten.

Als SDAJ verurteilen wir die gewaltsamen Angriffe auf die indische Studierendenbewegung. Deutschland ist Indiens wichtigster Partner in der EU. Wir fordern die Bundesregierung auf die deutsch-indischen Regierungskonsultationen auszusetzen. Durch die regelmäßigen Treffen legitimiert die deutsche Bundesregierung die ultrarechte indische Regierung, die für den Mordversuch an unserer Genossin Aishe Ghosh, Mitglied der Student Federation of India (SFI) und der Student Union president der Jawaharlal Nehru University (JNU) Satish Chandra mitverantwortlich ist. Wir erklären uns solidarisch mit den beiden Kämpferinnen für Demokratie und die Rechte der Studierenden in Indien. Euer Kampf ist auch unser Kampf!

Angesichts der Geschehnisse der letzten Monaten wenden sich immer mehr Bürger, den Protesten zu. Am 8. Januar protestieren über 250 Millionen Werktätige gegen die rassistische und neoliberale Politik der Regierung. Mehr und mehr Menschen, die nach dem ersten Wahlsiegs Modi’s 2015 „apolitisch“ geblieben waren, erkennen nun die Gefahr und beteiligen sich an den Demonstrationen für Bürgerrechte und soziale Gerechtigkeit. Die Zeiten verdunkeln sich, doch die Hoffnung Indien’s Demokratie zu retten sind größer den denn.

“We will not be intimidated” – Protest Movement against Modi and BJP Grows

More than half a year after Modi’s BJP landslide win for the Lok Sabha, India’s protest movement against the government takes up steam. BJP’s agenda of creating a racist, anti-muslim “Hindu Rashtra”, backed by the authoritarian and autocratic ideology of its mother organisation RSS, is being pushed relentlessly and the people do not accept it.

Just weeks after the election, the government cracked down on the Kashmiri’s ambitions of self-reliance by evoking article 370 of the Indian constitution that granted special autonomy status to the conflict prone state. Instead of dialogue and consensus seeking, BJP chose to send in military, cut the internet, arrest political leaders and unleash brutal violence against protesters.

While the unconstitutional Kashmir lockdown is still on, Amit Shah, Modi’s highest Lieutenant introduced the newest move against the country’s muslim population. With the introduction of the notorious Citizen Amendment Act (CAA) that only grants non-muslim immigrants citizen status and the proposed National Register of Citizens (NRC) that aims to collect comprehensive lists on every citizen, the government takes serious steps to prepare a racist segregation policy. Construction works for large detention camps has already began in the North-Eastern states.

The attacks on Indian democracy had also been intensified in the education sector following the formula of undermining critical thinking in academia. Among many student’s movements in the country, the students of Jawaharlal Nehru University (JNU) are fighting against an enormous hostel fee hike, an authoritarian administration and the sell-out of public education. On 5th of January the RSS showed its real face by sending about 70 ABVP goons to the university to attack students with horrific and barbaric mob violence in order to spread terror in a place that not only used to be a centre of enlightenment and progressive social research by also a safe space for students coming from marginalised sections of the society.

As SDAJ we condemn the violent attacks on the Indian student movement. Germany is India’s most important partner in the EU. We call on the German Government to suspend the German-Indian government consultations. Through the regular meetings, the German government legitimizes the ultra-right Indian government, which is partly responsible for the attempted assassination of our comrade Aishe Ghosh, member of the Student Federation of India (SFI) and the Student Union President of Jawaharlal Nehru University (JNU) Satish Chandra. We declare our solidarity with the two fighters for democracy and students‘ rights in India. Your fight is our fight!

Given the recent events more and more citizens of India are now standing up. Over 250 million people participated in the recent All India Strike to protest against the racist and neo-liberal policies of the BJP government. More and more people who remained “apolitical” after Modi’s first election in 2015 are realising the threat and joining the protests civil rights and social justice. Times are becoming darker, yet the hope to save Indian democracy is growing stronger.

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POSITION #5/2019

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