Der Spanische Bürgerkrieg (POSITION #04/19)

Zum 80. Jahrestag der Niederlage der spanischen Republik


Vor 80 Jahren verkündete Franco das Ende des spanischen Bürgerkrieges und die Niederlage der roten Armee. Was war passiert? Seit ihrer Gründung 1931 hatte die junge spanische Republik mit tiefsitzenden sozialen Problemen zu kämpfen. So entschieden sich die spanischen Kommunisten zusammen mit Sozialdemokraten sowie Republikanern zur Bildung der Volksfront-Regierung „Frente Popular“, welche dann Anfang 1936 auch die Wahlen gewann. Das Kapital sah seine Macht durch diese antifaschistische Volksfront bedroht und infolge putschte die Reaktion im Sommer 1936. Statt einer von ihnen schnell erwarteten Machtübernahme stürzten sie Spanien jedoch in einen drei Jahre lang andauernden blutigen Bürgerkrieg. Von Anfang an wurden die Putschisten finanziell von Italien und Deutschland unterstützt. Diese Hilfe kam vor allem zur Machterhaltung eigener nationaler Großkonzerne, welche ihre Profitinteressen in Spanien in Gefahr sahen.
Genannt sei hier die IG Farben, welche die faschistischen Putschisten mit vielen Geldzahlungen unterstützte sowie Vergütungen für militärische Erfolge Francos vergab.

Faschisten helfen Faschisten

Die Unterstützung beschränkte sich nicht nur aufs finanzielle: die berüchtigte „Legion Condor“ bestand aus Flieger- sowie Bodentruppen der deutschen Wehrmacht und beteiligte sich ab November 1936 aktiv an militärischen Auseinandersetzungen in Spanien. Das traurige Symbolbild dieser Beteiligung ist der Luftangriff auf Guernica, bei welchem 30 Tonnen Sprengstoff auf die militärisch unbedeutende Stadt Guernica abgeworfen wurden. Die antifaschistischen Kräfte wurden nur von der Sowjetunion und Mexiko unterstützt. Die westlichen Demokratien führten eine „Nichteinmischungspolitik“, welche dadurch faktisch ebenfalls Konzerninteressen verteidigte. So unterstützten beispielsweise der amerikanische Konzern Rio Tinto, welcher das Minenwesen in Spanien besaß, sowie der britische Konzern ITT, welcher große Teile des spanischen Kommunikationssystems kontrollierte beide die Putschisten mit Geld. Das die spanische Republik sich trotz alledem solange verteidigen konnte, lag zum Großteil an den Internationalen Brigaden. Diese waren Kampfverbände aus insgesamt rund 40.000 Freiwilligen aus über 50 Ländern, welche für Spaniens Freiheit gegen den faschistischen Angriff kämpften. Leider konnten aber auch die Freiwilligen das Schicksal Spaniens nicht ändern, es fehlte schlichtweg die militärische und finanzielle Unterstützung.Trotzdem war die Unterstützung der Interbrigaden ein Leuchtfeuer des gelebten, proletarischen Internationalismus. So kamen auch über 5.000 deutsche Freiwillige nach Spanien, welche dort die Chance sahen, nachdem sie nach der Matchübernahme der Faschisten im eigenen Land zur Untätigkeit verdammt wurden, wieder aktiv gegen den in sich Europa ausbreitenden Faschismus zu werden.
Diese Interbrigadisten waren und sind auch heute noch Vorbilder des Kampfes gegen den Faschismus und der Einsatz ihres Lebens kann nicht überbewertet werden.

Davy, München

 

 

Dieser Artikel ist aus der aktuellen POSITION, dem Magazin der SDAJ. Du kannst es für 10€ jährlich abonnieren unter position@sdaj.org