Leseempfehlung: Nackt unter Wölfen

„Aus dem Internationalen Lager-Komitee war im Laufe der Zeit das Zentrum des Widerstands geworden. Ursprünglich hatten sich die Genossen der Partei als Vertreter ihrer Nationen im internationalen Lagerkomitee, dem ILK, vereinigt, um unter Tausenden der Zusammengetriebenen eine Gemeinschaft zu bilden, die Verständigung unter den Nationalitäten herzustellen und mit Hilfe der Besten unter ihnen das Solidaritätsgefühl zu wecken, das keinesfalls von Anfang an vorhanden gewesen war.
(…) Und immer war es gut gegangen. Plötzlich aber kam ein kleines Kind ins Lager!“

Vor 60 Jahren erschien in der DDR Bruno Apitz‘ Roman „Nackt unter Wölfen“, der vom Widerstand der im Konzentrationslager Buchenwald eingesperrten Häftlinge handelt. In dem Roman verarbeitet Apitz, der selbst 8 Jahre in Buchenwald inhaftiert war, reale Geschehnisse im Lager in den letzten Jahren des deutschen Faschismus bis zur Befreiung des Lagers. In Buchenwald gelang mit dem Aufbau des „Internationalen Lagerkomitees (ILK)“ der Aufbau eines organisierten Widerstandes, der 1945 die Ermordung von über 20.000 Lagerinsassen durch Todesmärsche verhinderte.

Bruno Apitz war ein überzeugter Kommunist, der bereits im Alter von 17 Jahren wegen Anstiftung zum Streik zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Mit 19 Jahren trat er erst der SPD und später der KPD bei und beteiligte sich sowohl an der Novemberrevolution als auch an der Niederschlagung des Kapp-Putsches. Als erbitterter Gegner der Nazis erlebte er den Faschismus vor allem als Häftling – zunächst 1933 im KZ Colditz, von 1934-37 im Zuchthaus und von 1937 bis zur Befreiung im KZ Buchenwald.

„Nackt unter Wölfen“ wurde in 30 Sprachen übersetzt und ist eines der wenigen Werke der DDR-Literatur, das aufgrund seiner Sensibilität und unter die Haut gehenden Realitätsnähe auch im kapitalistischen Westen gewürdigt wurde.

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