P wie Parteilichkeit

veröffentlicht am: 23 Mai, 2017

„Fake-News“ – so lautet das neueste Reizwort in der deutschen Medienlandschaft. Die meisten Fake-News sind mit ein bisschen Recherche leicht als solche zu enttarnen. Diejenigen, die solche Nachrichten konsumieren und weiterverbreiten, scheinen gegen Fakten aber weitgehend resistent zu sein. Vor diesem Hintergrund werden Forderungen nach einer „Versachlichung“ der politischen Debatte und objektiver Berichterstattung lauter. Die bürgerlichen Leitmedien (also die großen Rundfunksender und Tageszeitungen) nehmen genau das für sich in Anspruch: Ausgewogene, unparteiische, objektive – kurz: Nicht-interessengeleitete Berichterstattung.

Keine Fake News – aber auch keine unparteiischen Nachrichten

Wieviel an der vermeintlichen Überparteilichkeit der deutschen Medien dran ist, zeigt sich besonders deutlich bei einem Blick auf die Schlagzeilen zum Krieg in der Ukraine oder in Syrien. Es werden eindeutige Freund-Feind-Schemata aufgebaut: Hier der gute und edle Westen und die von ihm unterstützen „Freiheitskämpfer“, dort die machthungrigen Diktatoren Putin bzw. Assad und die von ihnen unterstützten Terroristen. Dass in Syrien islamistische Milizen unter dem Banner der sog. Freien Syrischen Armee kämpfen oder in der Ukraine offen auftretende Faschisten eine wesentliche Rolle bei den Protesten auf dem Maidan spielten, fällt da bis auf einige Zwischentöne einfach mal unter den Tisch. Doch auch an weniger drastischen Beispielen, wie etwa in der Frage des Umgangs mit Griechenland, lässt sich die Tendenz zur Berichterstattung im Sinne der herrschenden Klasse beobachten. Natürlich handelt es sich hierbei in den allermeisten Fällen nicht um Fake-News. In kaum einer seriösen Redaktion werden JournalistInnen sich Falschmeldungen ausdenken und unter die Leute bringen. Trotzdem werden vorhandene Informationen selektiv berichtet und vor dem Hintergrund bestimmter Grundannahmen interpretiert.

Überparteiliche Berichterstattung, freie Erziehung, unabhängige Wissenschaft. Alle diese Floskeln verschleiern die Tatsache, dass Ideologien niemals unabhängig von den realen gesellschaftlichen Verhältnissen entstehen. Um es mit den Worten Lenins zu sagen: „In einer Gesellschaft der Lohnsklaverei eine unparteiische Wissenschaft zu erwarten, wäre eine ebenso törichte Naivität, wie etwa von den Fabrikanten Unparteilichkeit zu erwarten in der Frage, ob man nicht den Arbeitern den Lohn erhöhen sollte, indem man den Profit des Kapitals kürzt.“ Die Forderung nach unparteiischen Nachrichten ist in etwa so realistisch wie die Forderung nach unparteiischen Fußballfans.

Berichterstattung mit Klassenstandpunkt

KommunistInnen sind sich der Tatsache bewusst, dass eine objektive Interpretation der Realität nicht möglich ist. Sie ist stets geprägt von den Widersprüchen der Klassengesellschaft. Dabei nehmen die Leitmedien in der Regel den Standpunkt bestimmter Teile des Monopolkapitals oder des Kleinbürgertums ein – aber nur selten den Standpunkt der Arbeiterklasse. Das von Lenin entwickelte Prinzip der Parteilichkeit fordert genau das von KommunistInnen ein: Eine parteiische Interpretation der Realität vom Standpunkt der Arbeiterklasse aus. Für kommunistische Nachrichten heißt das: Berichterstattung mit Klassenstandpunkt.

Leon, Kiel

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