Internationaler Frauentag: Heute so wichtig wie damals

Der erste internationale Frauentag wurde 1911 auf das Betreiben der deutschen Sozialistin Clara Zetkin begangen. Oft wird behauptet, dass junge Frauen und Männer heute die gleichen Chancen hätten, wenn sie ins Arbeitsleben starten. Die Ungleichheit wird aber meist erst später deutlich: Es gibt einen Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern von durchschnittlich 22%. Das wirkt sich noch stärker auf die Rente aus: Frauen erreichen durchschnittlich 59% niedrigere Renten als Männer! Frauen werden im Kapitalismus also stärker ausgebeutet als Männer und erfüllen zudem für das Bestehen der Gesellschaft zentrale Aufgaben, wie Erziehung der eigenen Kinder und Pflege von kranken Angehörigen, ohne irgendeinen Lohn. Diese doppelte Unterdrückung spaltet die arbeitende Bevölkerung in Haupt-und ZuverdienerInnen und drückt alle Löhne. Billige Frauenarbeit liegt also im Interesse der Unternehmen.

He for She? Eher: Gemeinsam Kämpfen für Gleichberechtigung!
Die Kampagne „He for She“ der Vereinen Nationen , die von Emma Watson als Botschafterin vertreten wird, möchte Ungleichheit beenden, indem sie Männer auffordert sich für Frauenrechte „stark zu machen“. Nicht nur, dass hierbei Frauen in die passive Rolle des zu beschützenden Objekts gesteckt werden. Es ist zudem eine Illusion, dass wir Gleichberechtigung durchsetzten können, ohne zugleich gegen die Interessen der Unternehmen vorzugehen Gegen Frauenunterdrückung können wir nur gemeinsam als Männer und Frauen, organisiert und kämpferisch vorgehen.

Mach dich stark für Gleichberechtigung, am internationalen Frauentag und jeden Tag! Geh mit Freundinnen und Freunden, Kolleginnen und Kollegen zusammen auf die Straße und protestiere gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Gewalt!

„…und für so was kriegst du Geld?“
Über die Wahrnehmung von Frauen, „Frauenberufen“ und #aufwerten

Am 20.03. ist es wieder so weit. Es ist Equal Pay Day. Das heißt, dass Frauen 1 Jahr und 3 Monate arbeiten müssen, um auf den selben Lohn zu kommen, den ihre männlichen Kollegen innerhalb eines Jahren verdienen. Diese Lohnlücke gibt es in den meisten Berufen. Sie kommt vor allem daher, dass in klassischen „Frauenberufen“ wesentlich weniger bezahlt wird. Gleichzeitig ist es Fakt, dass Frauen auch für die gleiche Arbeit weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen.

Neben dem Einzelhandel ist der Sozial- und Pflegebereich die Branche in der die meisten Frauen arbeiten und wo sie den Bärenanteil der Beschäftigten stellen. Beide Bereiche sind häufig von nicht gerade rosigen Arbeitsbedingungen geprägt: Schlechte Löhne, prekäre Arbeitsbedingungen, Personalmangel. Das haben diese Bereiche gemeinsam. Nicht zuletzt sind diese Bereiche auch von nicht gerade üppiger sozialer Anerkennung geprägt. Ob es da wohl einen Zusammenhang gibt?

Viele der Aufgaben der sogenannten „Frauenberufe“ werden nicht als Beruf wahrgenommen. Es steht häufig ein großer moralischer Anspruch im Vordergrund. Frauen werden angeblich nicht Kauffrauen, Krankenpflegerinnen und Erzieherinnen weil sie einen Beruf ausüben wollen. Sie machen das – so die These – weil sie besser kommunizieren, Personen hegen und Pflegen können und ihren Mutterinstinkt zum Beruf machen können. Herzlich willkommen in der Niedriglohnberufung!

Nicht zuletzt daher ist die gesellschaftliche Stimmung auch ganz schnell im Keller wenn es in diesen Bereichen zu Arbeitskämpfen kommt. Schließlich machen diese Damen da nicht irgendeinen Job sondern das, was sie ja eh sonst auch machen würden. Sie könnten ja froh sein für ihre natürlichen Kompetenzen überhaupt bezahlt zu werden. So wird es vermutlich auch wieder bei den Tarifverhandlungen im Sozial- und Erziehungsdienst laufen. Aber ist diese Argumentation schlüssig?

Frauen einen Freibrief für Unterbezahlung, Personalmangel und Überlastung auszustellen ist wohl nicht angebracht. Sich gegen solche Umstände zur Wehr zu setzen dagegen mehr als angebracht. Dies betrifft nicht nur alle Berufsgruppen. Auch Männer haben ein Interesse an gleicher Bezahlung im gleichen Job. Durch die derzeitige Situation werde Frauen nämlich als Lohndrückerinnen benutzt. Da hat also keineR was von. Diese Situation lässt sich nicht mit nur einem Tag wie dem Frauentag lösen. Es gilt gemeinsam und langfristig Widerstand gegen Lohndumping und Ausbeutung zu setzen – an jedem Tag, egal welches Geschlecht man hat, für die gemeinsamen Interessen!

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