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Alle Rechte, die wir haben, haben wir uns erkämpft

Interview mit zwei Schülervertetungsaktiven aus Kassel, die dort einen Schulstreik mitorganisiert haben

In Deutschland geht es uns doch ganz gut. Wie kann das sein, wenn Geld hierzulande im Interesse der Banken und Konzerne ausgegeben wird?

ML: Zum Einen stimmt das nicht so ganz – viele Familien müssen an allen Ecken und Enden sparen. Zum Anderen wurde uns das, was wir haben, nicht geschenkt. Für höhere Löhne oder Sozialleistungen sind Leute einmal auf die Straße gegangen, haben gestreikt und die Auseinandersetzungen gewonnen.
D: Vieles davon wird rückgängig gemacht: Das Bildungssystem hat schon immer kräftig aussortiert. Jetzt teilt es sich immer mehr auf in Schulen für eine Elite und Schulen für den Rest.Und heute arbeiten viele unter unsicheren Verhältnissen für geringen Lohn. Das haben Staat und Unternehmen in den letzten Jahren stark ausgebaut.

Viele Jugendliche haben das Gefühl, dass man dagegen eh nichts tun kann, weil die Entscheidungen woanders getroffen werden. Was erwidert ihr darauf?

D: Es ist kein Wunder, dass viele Jugendliche sich von der Politik allein gelassen fühlen, denn das stimmt ja auch. Wenn wir etwas wollen, müssen wir uns darum schon selber kümmern. Aber auch wenn man manchmal ganz low anfangen muss, ist es möglich, sich mehr Rechte zu erkämpfen. Deswegen sollte man sich in seiner Schülervertretung organisieren, in der Gewerkschaft oder während der Ausbildung in der Jugendauszubildendenvertretung. Denndas sind die Gremien, wo wir gemeinsam was bewegen können.
ML: Die Probleme kriegen wir ja alle jeden Tag mit. Bei uns in Kassel sind die Schulen richtig kaputt, es fehlen über 300 Millionen Euro für Sanierungen. Wir haben uns deswegen zusammengesetzt und einen Schulstreik organisiert. Bis wir das Geld haben, werden noch weitere Schulstreiks folgen. Der hessische Staat baut aber derzeit lieber den Verfassungsschutz aus, der Linke ausspioniert und enge Verbindungen in die rechte Szene hat.

Wenn ich euch beim Wort nehme und in diese Gremien gehe, wofür braucht es dann noch die SDAJ?

M-L: Dass man an seiner Schule oder seinem Betrieb eine gute SV oder JAV vorfindet, ist nicht selbstverständlich. Oft beschäftigen sich diese Gremien damit, Partys zu organisieren, was zwar auch cool ist, aber langfristig nichts verbessert. Mit der SDAJ zusammen kann man sich als Schülervertreterin oder JAVie für die Interessen der Schüler und Schülerinnen einsetzen.
D: Diese muss man aber ja auch davon überzeugen mitzumachen. Als SDAJ diskutieren wir mit ihnen und zeigen Möglichkeiten auf, wie wir etwas erreichen können. Außerdem verliert man im Alltag oft aus dem Blick, dass woanders der gleiche Mist passiert. Die SDAJ zeigt dann auf, dass es etwa nicht einfach das Versagen der Schulleitung ist, sondern politische Gründe für viele Mängel gibt.

Das Probelm heißt Kapitalismus

Bei der Bundestagswahl hofften viele auf eine sozialere Politik. Jetzt sind sich alle einig – mit der großen Koalition kommt die bestimmt nicht. Aber mal ehrlich: Hat wirklich ernsthaft jemand daran geglaubt, dass mit einer Stimme für die SPD auf einmal alles besser wird?

Wenn wir unsere Situation verbessern wollen, müssen wir das selbst in die Hand nehmen und können uns nicht auf die Politiker verlassen. Denn selbst vermeintlich soziale Parteien haben an der Regierung immer wieder Beschlüsse gefasst, die nicht in unserem Interesse liegen. Die Hartz-Gesetze, der Ausbau des Niedriglohnsektors oder weniger Geld für öffentliche Schulen sind nur einige Beispiele. Das sind nicht einfach Fehler. Das ist Ausdruck davon, dass der Staat den Banken und Konzernen ihre Profite sichert.

Im Kapitalismus steht unser Interesse nach Bildung, Ausbildung, Arbeit und Freizeit den Interessen der Banken und Konzerne entgegen. Eine höhere Ausbildungsvergütung, weniger Arbeitszeit oder eine Schulrenovierung – alle Verbesserungen müssen wir gegen erbitterten Widerstand erkämpfen. Sie würden ja die Profite schmälern oder den Staat etwas kosten. Und Verbesserungen, die wir einmal erkämpft haben, bleiben nicht automatisch für immer sicher. Solange wir in diesem Gesellschaftssystem leben, werden die Kapitalisten mit aller Macht versuchen, jede von uns erkämpfte Errungenschaft rückgängig zu machen. Ob es ihnen gelingt, hängt davon ab, wie stark der Widerstand gegen ihre Angriffe ist.

Beispiel Arbeitszeit: In den 80er Jahren erkämpften Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in Westdeutschland mit wochenlangen Streiks die 35-Stunden-Woche in der Metallindustrie.
Inzwischen ist es den Unternehmern gelungen, die Arbeitszeit in einigen Bereichen wieder auf 40 Stunden anzuheben.

Noch härter fiel der Angriff der Kapitalseite kürzlich in Österreich aus: Die konservativ-reaktionäre Regierung erhöhte die maximal zulässige tägliche Arbeitszeit auf saftige zwölf Stunden. Ein Szenario, das auch in Deutschland nicht undenkbar ist – in Bayern hat die CSU das bereits angekündigt.

Damit wird deutlich: Wenn wir unsere Arbeits- und Lebensbedingungen dauerhaft verbessern wollen, reicht es nicht, nur für ein paar Reformen zu kämpfen, so wichtig diese auch im Einzelnen sind. Wir brauchen ein anderes Gesellschaftssystem. Denn der Kapitalismus bringt die schlechten Bedingungen immer wieder hervor.

Unser Ziel muss eine Gesellschaft frei von Ausbeutung und Unterdrückung sein, in der der gesellschaftliche Reichtum nicht von einigen wenigen angeeignet wird.

Bildung sollte uns dazu befähigen, die Welt zu verstehen und zu verändern. Aber dafür braucht es eine Ende von Leistungsdruck, Selektion und Unterfinanzierung. Deshalb fordern wir kleine Klassen, kostenfreie Bildung und eine Schule für alle!

In unserer Freizeit wollen wir uns erholen, Sport treiben oder Freunde treffen. Doch das geht nur, wenn wir überhaupt freie Zeit haben, es genügend Sportplätze und Schwimmbäder gibt oder sich jeder das Busticket leisten kann.

Ein Leben in Frieden ist die erste Voraussetzung für die Umsetzung unserer Rechte. Für die Profite von Konzernen soll kein Krieg geführt, kein Konflikt angeheizt, kein Jugendlicher rekrutiert, für Rüstung und Militär kein Cent mehr ausgegeben werden!

Arbeit ist die Grundlage jeder Gesellschaft. Erwerbslose sind von einem Großteil des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen. Wir brauchen gesicherte Jobs, Löhne und Ausbildungsvergütungen, die ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen.

Im Bundeshaushalt machen die Ausgaben für Rüstung & Armee mit 38,52 Mrd. Euro den zweitgrößten Posten aus. Und sie sollen in Zukunft noch steigen.

Die auf Unternehmen ausgerichtete Körperschaftssteuer brachte 2016 nur 27 Mrd. ein, Lohnempfänger zahlten 184 Milliarden Euro. VW soll 2011 über eine Tochterfirma 153 Mio. Euro steuerfrei eingenommen haben.

Die Aldi-Süd-Geschwister Beate Heister und Karl Albrecht Jr. besitzen zusammen mehr als 55 Mrd. Euro. Über einfache Tricks erspahrte Ihr Vater ihnen die Erbschaftssteuer.

Der Automobilkonzern VW machte trotz Dieselskandal 2017 mehr als sieben Milliarden Euro Reingewinn, genauso wie die Pharmafirma Bayer.

Bildung sollte uns dazu befähigen, die Welt zu verstehen und zu verändern. Aber dafür braucht es eine Ende von Leistungsdruck, Selektion und Unterfinanzierung. Deshalb fordern wir kleine Klassen, kostenfreie Bildung und eine Schule für alle!

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