In die Aktion kommen! (POSITION #02/19)…

veröffentlicht am: 11 Jun, 2019

In die Aktion kommen! (POSITION #02/19)

Interview: Im März tagte in Mannheim das 23. Jugendparlament der Industriegewerkschaft IG Metall

POSITION: Du warst Delegierter auf der Jugendkonferenz. Worum ging es bei der Konferenz?
Nikos: Ziel der Konferenz war festzuziehen, was die IG Metall Jugend die nächsten vier Jahre macht und wofür bzw. wogegen sie ist. Konkret ging es hierbei darum wie man sich innerhalb der IG Metall Jugend aufstellt. Vor allem ging es gegen Rechts, für eine unbefristete Übernahme, darum was Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAVen) dürfen sollten und was nicht und um Arbeitszeit. Gerade letzteres wurde ziemlich viel diskutiert. Zum einen gab es da einen Antrag auf eine Arbeitszeitverkürzung auf eine 20-Stunden-Woche und zum anderen natürlich die in der nächsten Tarifrunde anstehende „Angleichung Ost“.
Bei der 20-Stunden-Woche war der Knackpunkt, dass zwar kein Redebeitrag generell gegen Arbeitszeitverkürzung ging, wir uns aber nicht darüber einig geworden sind, wie weit wir die Arbeitszeit verkürzen wollen. Der Kompromiss war dann, zu beschließen, dass wir uns für eine deutlich spürbare Arbeitszeitverkürzung einsetzen. Bei der „Angleichung Ost“ waren wir uns dagegen recht einig, dass wir das jetzt endlich angehen müssen.

Worum geht es bei der „Angleichung Ost“?
Nikos: In der westdeutschen Metall- und Elektroindustrie gilt seit den 1990er-Jahren die 35-Stunden-Woche. In Ostdeutschland hat man den Kampf darum 2001 verloren, weswegen die Kolleginnen und Kollegen in Ostdeutschland nach wie vor 38 Stunden die Woche arbeiten müssen. Jetzt wo wir das Thema Arbeitszeit bei der letzten Tarifrunde wieder auf die Tagesordnung gesetzt haben, ist es höchste Zeit es nochmal zu probieren.
Ich denke die Chancen für eine 35-Stunden-Woche Ost stehen an sich gar nicht schlecht, allerdings werden die Kolleginnen und Kollegen im Osten die uneingeschränkte Solidarität der Kolleginnen und Kollegen aus Westdeutschland brauchen. Gerade dadurch, dass in Ostdeutschland in erster Linie Zulieferer bestreikt werden können, ist das Druckmittel der Aussperrungen auch in westdeutschen Betrieben definitiv gegeben. Unter anderem daran ist schon der letzte Versuch zur Durchsetzung der 35-Stunden-Woche Ost gescheitert. Das muss uns klar sein und darauf müssen wir vorbereitet sein.

Wie geht es nach der Konferenz weiter?
Nikos: Naja, wir haben auf der Jugendkonferenz viele gute Dinge beschlossen. Aber beschließen können wir viel wenn der Tag lang ist, jetzt geht es darum das Ganze auch umzusetzen. Das können die Delegierten nicht alleine machen, das muss in die gesamte Breite der Organisation. Wenn man sich zum Beispiel das Signal anschaut, was von der Konferenz zur 35-Stunden-Woche Ost ausging, dann ist das echt beeindruckend – Aber damit die 35-Stunden-Woche Ost Realität werden kann, muss in jeder Geschäftsstelle, muss jeder JAVi, jedes Vertrauensleutekörper-Mitglied und jeder, der auch nur ansatzweise an die IG Metall angebunden ist, verstehen, warum die 35h Woche Ost gut und richtig ist. Ansonsten wird das nichts. Darum müssen wir jetzt eine offensive Diskussion starten und in die Aktion gehen. Genauso verhält es sich auch mit allen anderen Themen, egal ob es jetzt Übernahme, Ausbildungsvergütung oder Bildungsurlaub ist.

[Das Interview führte Mark, München]

…Nikos ist 23 Jahre alt und Jugend- und Auszubildendenvertreter bei SIEMENS in Erlangen und aktiv in der IG-Metall-Jugend.

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Dieser Artikel ist aus der aktuellen POSITION, dem Magazin der SDAJ. Du kannst es für 10€ jährlich abonnieren unter position@sdaj.org

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Dieser Artikel erschien in
POSITION #2/2019
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POSITION #5/2019

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