Anno 1800 (POSITION #02/19)…

Anno 1800 (POSITION #02/19)

Die beliebte Aufbau- und Wirtschaftssimulation Anno geht in die siebte Runde. Nachdem in den letzten beiden Teilen die nahe und ferne kapitalistische Zukunft bespielt wurde, können mit Anno 1800 die Anfänge der kapitalistischen Produktionsweise ergründet werden. Bei Anno selbst geht es darum euer Imperium aufzubauen, doch liegt der Fokus weniger in der Kriegskunst, sondern mehr in der Diplomatie und im Handeln. Die Erweiterung eures Imperiums erfolgt erst später auch durch militärische Manöver und dann nur in Form von Seeschlachten, davor können neue Landstriche in Form von Inseln einfach erkundet werden, ihr müsst lediglich schneller sein als der Computer oder euer bzw. eure MitspielerIn. Dabei spielen natürlich auch kostbare Rohstoffe in Übersee eine große Rolle. Das Spielkonzept ist immer gleich, die Epoche eine Andere, und so habt ihr in Anno 1800 nicht nur mit Naturkatastrophen und Bränden zu kämpfen, sondern auch mit Aufständen der Arbeiterklasse. Denn mit der Industrialisierung steigt auch das Elend der Menschen und weil ihr eben nicht den einfachen Arbeitenden von nebenan spielt, sondern streng eure Inseln kontrollieren müsst, gilt es, diese mittels Polizeigewalt zu zerschlagen oder Zugeständnisse an die Protestierenden zu machen, was aber nur einen kleinen Faktor in diesem komplexen Spiel ausmacht. Das Gameinterface ist sehr durchdacht und strukturiert, mit der notwendigen Geduld ist es auch für AnfängerInnen geeignet. Das Ambiente wird durch kleine Details wie Zeitungsartikel sehr stimmig. Fehler aus den vorherigen Teilen wurden korrigiert. Wer diese Art von Spiele mag, wird Anno lieben. Nur der Preis und die hohen Systemanforderungen geben Punktabzüge.

[Domi, Neumarkt]

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Dieser Artikel erschien in
POSITION #2/2019
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