Spickzettel: Die Pisa Studien (POSITION #04/18)

Wenn Kapitalisten zum Thema Bildung forschen führt das zu Problemen.

Immer wieder wird, wenn es um Bildungspolitik geht, in der Öffentlichkeit auf die PISA Studie verwiesen oder die PISA Studie kritisiert und 2001 gab es in Deutschland sogar mal einen PISA schock. Aber was ist das eigentlich diese PISA Studie? Die PISA Studie oder besser gesagt die PISA Studien sind eine reihe von Studien, die von der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) in Auftrag gegeben werden und die Bildungssysteme verschiedener Länder vergleichen sollen. Das hört sich ja eigentlich erst mal ganz toll an, schließlich könnten dann ja Länder die besonders Schlecht bei den Studien abgeschnitten haben ihr Bildungssystem verbessern und mit der nächsten Studie gleich nachmessen ob sie damit Erfolg haben. Ganz so einfach ist es natürlich nicht, denn an der Art und Weise wie diese Studien erhoben werden gibt es einiges zu Kritisieren.

Die Studie ist nicht wissenschaftlich

Wie genau die Daten über die verschiedenen Bildungssysteme erhoben und verarbeitet werden ist nämlich geheim, und damit auch für die Öffentlichkeit nicht nachprüfbar. Das widerspricht selbst den Standards der bürgerlichen Wissenschaften. Die OECD wurde explizit gegründet um „Marktwirtschaft“ zu fördern. Wenn die dann eine Studie in Auftrag geht, ist es offensichtlich das da andere Interessen hinter stehen als das wohl der Schülerinnen und Schüler.

Problematisch ist auch das da in einer Studie viele verschiedene Bildungssysteme, die in den jeweiligen Ländern unter spezifischen historischen Bedingungen entstanden sind, undifferenziert an ein und dem selben Maßstab gemessen werden. Die getesteten Schülerinnen und Schüler sind immer 15 Jahre alt. Ob sie die siebte, achte oder neunte Jahrgangsstufe besuchen wird nicht berücksichtigt.

Der wichtigste Kritikpunkt ist aber das nur die Kernbereiche Mathematik, Lesekompetenz und Naturwissenschaften genauer untersucht werden. Musische Fächer oder Fremdsprachen finden kaum und dinge wie die Vermittlung der sozialen Kompetenzen oder die pädagogische Qualität des Unterrichts gar keine Beachtung . Infolgedessen führen „Verbesserungen“ die auf den Studien basieren in der Regel zu Mehr Leistungsdruck und einer einseitigen, auf für Unternehmen „verwertbares“ Wissen reduzierten, Wissensvermittlung.

[Cyril, Frankfurt]

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Dieser Artikel erschien in
POSITION #4/2018
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