Klassenkampf im Klassenzimmer (POSITION #03/18)

Unsere eigene SchülerInnen-Zeitung

Wir wachsen in einer Welt des Konsums und der digitalen Überflut an Medien und Fake-News auf. Neue Marken-Schuhe und das neue Smartphone gehen für viele vor. Dagegen ist es verdammt schwierig MitschülerInnen davon zu überzeugen, wie wichtig es ist, ein Bewusstsein für Politik zu bekommen. Sich für Dinge außerhalb der „heilen Welt“ zu interessieren scheint uncool.

Eigene Zeitung
Leider möchte die SchülerInnenvertretung an unserer Schule politisch „neutral“ bleiben und macht deswegen nicht mehr als das Fußballturnier zu organisieren. Das Tournier ist gut, aber nicht alles. Deswegen sind wir an unserer Schule zur Zeit bei mit dem Aufbau einer SchülerInnen-Redaktion und der Herausgabe unserer ersten Zeitung beschäftigt.
Dabei muss man klar zwischen Schul- und SchülerInnen-Zeitung unterscheiden, denn die Unterschiede werden gerne mal übersehen. Eine Schul-Zeitung wird von der Schule herausgegeben. Die SchülerInnen arbeiten zwar in einer AG aktiv mit, jedoch wird sie meist von Lehrkräften angeleitet und darf zensiert werden. Ihr seid also eingeschränkt nicht unabhängig.
Darum gründet eine eigene SchülerInnen-Zeitung! Sie unterliegt dem Presserecht und ist somit eine ganz normale Zeitung. Das heißt, sie darf nicht zensiert, verboten oder einkassiert werden. Die Schule ist dazu verpflichtet, solange sie die Kapazitäten hat, euch materialtechnisch (Raum, PC, Kopierer, Material etc.) zu unterstützen. Eure LehrerInnen dürfen euch nicht einschränken oder euch daran hindern die Zeitung zu verteilen/verkaufen.

Auf Augenhöhe
Kommen wir nun zu der eigentlichen Arbeit des Ganzen: Das Schreiben und Gestalten der Zeitung. Euch sind in der kreativen Arbeit keine Grenzen gesetzt. Da ihr jedoch unter dem Presserecht arbeitet, ist auch saubere journalistische Arbeit wichtig. Um eure Zeitung interessant zu gestalten, könnt ihr viele Verschiedene Textarten, coole Formate, Designs und Extras, wie Veranstaltungskalender und Quizze einbauen, die Wiedererkennungswert haben.
Bei einer Zeitung von SchülerInnen für SchülerInnen, ist es wichtig, nicht zu vergessen, dass ihr nicht eure LehrerInnen agitieren, sondern eure MitschülerInnen politisieren wollt, die vielleicht in die jüngeren Stufen gehen. Das heißt, eingängige, nicht zu lange Texte, kurze und knackige Artikel, mit nicht zu hochgestochener Sprache und Inhalt. Auf Augenhöhe.
Sucht euch Themen, die uns SchülerInnen betreffen, die uns bewegen und wo wir aktiv werden können, schafft Aktionsmöglichkeiten. Die SchülerInnenzeitung soll Spaß machen. Keine Bleiwüste, wie wir sie bei der Tagesschau wiederfinden, sondern die SchülerInnen abholen, wo sie stehen.
Also: Versteckt euch nicht und stellt eure Meinung nicht zurück!

[Alina, Hamburg]

Dieser Artikel erschien in
POSITION #3/2018
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