Zahl des Hefts (POSITION #02/18)

33 Mrd. €
33 Milliarden Euro, so hoch beziffern die Volkswirte der KfW Bankengruppe den Investitionsstau
an deutschen Schulen. Das bedeutet, dass es 33 Milliarden Euro kosten würde, unsere Schulen so zu
sanieren, dass sie ihrem gesetzlichen Auftrag nachkommen könnten.
Die neue alte Regierung aus Union und SPD, will die Rüstungsausgaben bis 2024 an die NATO-
Vorgaben von 1,2% auf 2 % des Bruttoinlandsproduktes anpassen. Das wären, vorausgesetzt, die
wirtschaftliche Entwicklung entspricht den Voraussagen, 60 Mrd. Euro. Und machen wir uns nichts
vor, mehr Rüstungsausgaben bedeuten vor allem mehr Geldgeschenke an die Monopole.
Geldgeschenke, für die wir Jugendlichen erst Kämpfe führen müssten.
Die Rüstungsmonopole sind aber nicht die einzigen, die von der Freigiebigkeit ihrer Politiker
profitieren. Der Flughafen Berlin Brandenburg wurde ursprünglich mal mit 2 Mrd. Euro
veranschlagt und sollte im Oktober 2011 eröffnet werden. Bis jetzt sind die Kosten um 5,3 Mrd. auf
7,3 Mrd. Euro gestiegen und einen Eröffnungstermin gibt es zum jetzigen Punkt gar nicht mehr. Die
Kostenkalkulation für den Prestigebahnhof Stuttgart 21 wurden von der Bahn Anfang des Jahres
von ursprünglich 4,6 Mrd. auf 8,2 Mrd. erhöht. Man stelle sich einmal vor, ein normaler Bauer
würde dem Staat einen Sack Kartoffeln für 20 Euro verkaufen, diesen dann 8 Jahre später als
vereinbart liefern und den Preis auf 70 Euro erhöhen. Natürlich würde kein Ministerium und keine
Kommune das mitmachen und er könnte von Glück sagen, wenn er nicht wegen Vertragsbruch
verklagt würde. Um Geldgeschenke von diesem Staat zu bekommen muss man mächtig sein oder
darum kämpfen, mächtig genug zu werden.
[Cyril, Frankfurt]
Dieser Artikel erschien in
POSITION #2/2018
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