Anti-Imperialismus? What’s that? (POSITION #02/18)

veröffentlicht am: 10 Jun, 2018

Hintergrund: Auf der Seite der Schwächsten zu stehen erfordert das weltweite Unterdrückungssystem zu verstehen

Die SDAJ ist ein Jugendverband, der dafür eintritt, dass der Kapitalismus abgelöst wird von einer Gesellschaftsform in der nicht mehr der Besitz von Produktionsmitteln (Fabriken, Rohstoffe) das Weltgeschehen bestimmt, sondern alle Menschen im Sozialismus/Kommunismus zusammen demokratisch entscheiden was und wie produziert und verteilt wird.

Höchste Entwicklungsstufe
Um eine solche Gesellschaft zu errichten muss man aber auch erst mal verstehen, wie das jetzige System aufgebaut ist. Lenin beschrieb die aktuelle Phase des Kapitalismus, den Imperialismus, als die höchste Entwicklungsstufe des Kapitalismus. Das heißt, dass nicht alle KapitalistInnen gleiche Chancen auf dem Markt haben, sondern sich Großkonzerne (Monopole) herausbilden, die kleinere Konkurrenten unterbieten können. Sie können den Staat so unter Druck setzen, dass ihre Interessen zuerst berücksichtigt werden. Im imperialistischen Stadium hat der Kapitalismus die gesamte Welt erfasst.
Die Staaten müssen dafür sorgen, dass „ihre“ Monopole auch Weltweit die günstigsten Bedingungen erhalten. Somit stehen dann auch die Staaten im Konkurrenzdruck gegeneinander. Dabei gibt es besonders Starke und eher schwächere Staaten, die teilweise langfristige und kurzfristige Bündnisse eingehen, oder diese auch wieder aufkündigen.

Unterdrücker und Unterdrückte
Die mit weitem stärksten Akteure (wirtschaftlich und militärisch) sind dabei die USA und die EU. Innerhalb der EU geben vor allem Deutsche und Französische Kapitalinteressen den Ton an. Diese Staaten, aber auch Großbritannien, Japan oder Israel, setzen ihre Interessen über Bestechungen, Handelspolitik oder eben Kriege und Stellvertreterkriege durch. In den Ländern die es nicht an die Machtspitze schaffen, gibt es in der Regel Gegenwehr gegen von außen kommende Besatzungs- oder Erpressungspolitik. Vereinfacht gesagt gibt es eher unterdrückende und eher unterdrückte Staaten.
Für uns wird deshalb nicht jede gegen die imperialistischen Hauptmächte gerichtete Position fortschrittlich. Aber man muss ja schon sehen, wer die Hauptgefahr für das (Über-)leben der einfachen Bevölkerung ist. Das Anerkennen der Lebensrealitäten ist eine wichtige Grundlage zum Verstehen der Welt und unbedingt notwendig, wenn man diese verändern will.

Gegen Kriege und Besatzungen
„Die Welt solle überhaupt keine Grenzen haben“ mag zwar ein frommer Wunsch sein, führt aber halt noch nicht dazu, dass er auch Realität wird. Der Kampf um nationale Selbstbestimmung kann aber eine Etappe im Stärkungsprozess im Kampf der Arbeiterklasse für eine befreite Gesellschaft sein. Vor allem dann, wenn die Alternative eine imperialistische Unterdrückung ist, die der einfachen Bevölkerung die absolute Lebensgrundlage nimmt. Die Kämpfe gegen Kriege und Besatzungen sind solche Beispiele.
Deshalb stehen wir immer an der Seite der Schwächsten wenn sie für den Frieden streiten. Diese Ziele teilen wir mit dem Weltbund der Demokratischen Jugend, dem Jugendorganisationen aus über 130 Ländern angehören und über 30 Millionen Mitglieder zählt. Gemeinsam tauschen wir uns aus, organisieren Solidaritätsbesuche in Krisenregionen und veranstalten etwa alle vier Jahre die Weltfestspiele der Jugend und Studierenden. Bei den letzten 2017 in Sotchi waren über 30.000 Jugendliche aus der ganzen Welt zusammen.

[Fred, Bochum]

Dieser Artikel erschien in
POSITION #2/2018
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